Von Tavira über Olhao nach Faro 21.01.24

Auf dem Euro Velo 1 ist die Hölle los. Es ist Sonntag und es scheint das Freizeitvergnügen schlechthin zu sein, den Radweg entlang zu brausen. Mit großem Gejohle kommt uns ein Tross Rennradfahrer entgegen und begrüßt uns ausgiebig.

Man muss dazu sagen, wir sind die coolen Radfahrer mit viel Gepäck, wir werden immer gegrüßt, sei es mit coolem runterhängenden Arm wie bei Motorradfahrern im Gegenverkehr oder mit anerkennendem Zunicken. Die TagesRadtouristen sind dagegen nicht so grüssenswert.

Wir fahren über Holzstege, vorbei an Salinen, sehen allerlei Wasservögel und machen bei den ersten Flamingos eine Vollbremsung.

In Fuseta lichten wir den Fischer als Wahrzeichen der Stadt ab und besuchen noch den schönen runden Strand.

Olhao ist unser Mittagsstopp mit dem Dreh und Angelpunkt des Städtchens, der riesigen Markthalle direkt an der Hafenpromenade.

Seepferdchen und Stadtgründer gehören ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten.

„Arraul war der Sohn des einzigen Überlebenden von Atlantis, des Hauptwächters der Herkulessäulen.Eines Tages riss ihn ein Sturm ins Meer, wo er von einem Wal verschluckt wurde.Erstaunlicherweise überlebte er und der Wal brachte ihn in Prainhas an Land – wo heute Olhao steht.“ Inzwischen rostet Arraul vor sich hin und wartet immer noch auf einen Friseurtermin.

Und eh wir uns versehen sind wir wieder in Faro und suchen nach einem geeigneten Hotel für unsere Ebikes, es ist immer etwas schwierig die Fahrräder unterzubringen, daher richten wir uns nach ihnen, wo wir jedes Mal nächtigen. 

Faro erklärt die Zahl Pi fast eindeutig und zum Abgehen…eine ganze Straße nur mit den Zahlen hinterm Komma.

I love Faro ist das Aushängeschild der Stadt und die Buchstaben haben zu jeder Tageszeit ein anderes Flair, kurz vor Sonnenuntergang leuchten sie jedoch am schönsten.

Von Monte Gordo nach Tavira 30 km 20.01.24

Das nennt man wohl Genussradeln. Bei schönstem Sonnenschein, 17 Grad und minimalem Lüftchen begeben wir uns auf die Strecke. Sie ist beliebt bei Wanderern und Radlern, weil es so viel zu sehen gibt.

Der Weg über Holzplanken durch die Dünen ist wunderschön zu fahren und zu genießen.

Und ja richtig gesehen, in einem kleinen Abschnitt gibt es sogar Chamäleons. Ausser, dass die Tiere sich perfekt tarnen können und eine lange klebrige Zunge haben, wusste ich bis heute nicht viel über sie. Nur 3 Jahre werden die Algarve Chamäleons, die wohl übers Meer als lebendes Souvenir mitgebracht wurden. Ein schwangeres Chamäleon wird übrigens direkt gelb. Ich glaube ich befasse mich mal mehr mit den außergewöhnlichen Geschöpfen.

Ein weiterer Sehnsuchtsort liegt auf dem Weg. Auf Grund seiner exponentiellen Lage im Naturschutzgebiet mit einer der schönsten Aussichtspunkte der Algarve. Eh voila…Cacela Velha,

das 40 Seelen Museumsdorf prangt oberhalb des Ria Formosa und seinen Muschelfeldern und ist einzigartig, geschützt, unverbaubar und gehört einfach zu den Sehenswürdigkeiten der Küste.

Auf der Weiterfahrt wird es saftig grün, gelb gesprenkelt, salzig und palmisch, eine schöne Farbenkulisse.

Die kleine Lagunenlandschaft mit Salzgewinnung bietet sich förmlich für einen Drohnenflug an. Als ich Dröhnchen nach ihrem Einsatz wieder im Koffer verstaut habe, hält der Fernpilot mit Frau und Bernersennenhund ein paar Meter weiter an und packt seine eigene Drohne aus. Der Rentner aus Xanten ist noch in der Ausbildung und die Drohne bleibt auf dem Dach des Hundewagenanhängers unbeeindruckt hocken. Es gibt Nachhilfe von mir und so starten wir sie doch noch. Die Drohne fliegt ein bisschen besoffen durch die Landschaft und soll nach wildem hin und her wieder auf dem Lehmboden landen. Ich greife ein und lande sie sanft auf der Hand meines Drohnen-Azubis. Marcus schaut sich das Drohnenspielchen aus geraumer Entfernung an ist schon kurz davor mit den Aliens mitzufliegen vor Langeweile.

Bis Tavira schaffen wir es noch und lassen die Räder am Hotel stehen und erkunden die Thunfisch Hauptstadt zu Fuß.

Tavira ist gerade die reinste Baustelle, Park gesperrt, Markthalle gesperrt und Schildkrötenbrunnen gesperrt, die Stadt scheint sich neu rauszuputzen für die Frühlingstouristen.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen wir am Rio Gilao.

Algarve by bike, 19.01.24

Das Leben passiert während man Pläne schmiedet…Unser Plan für heute war folgender: 3 Uhr aufstehen, 7:20 Uhr Richtung Faro abheben,

10 Uhr Ortszeit landen, den CityBus nehmen und an der Endhaltestelle am Bahnhof aussteigen, 300 m zum Fahrradverleih gehen, die gebuchten Räder packen und am Bahnhof nach einem kleinen Snack mit dem Zug nach Lagos fahren. Da alles so nach Plan lief, stellte ich Marcus in Faro die unsägliche Frage: “ und was schreibe ich jetzt in den Blog ?“

Marcus liefert umgehend seinen Beitrag mit einem gleichmäßigen und eindeutigen Zischen aus seinem Hinterreifen. Keine 700 Meter haben wir mit den Rädern geschafft und so ist ab Faro wieder alles auf Anfang.

Wir bekommen nach 30 Minuten vergeblichem Reifenwechselversuch ein neues Rad, nur ist jetzt der Zug ohne uns los und der nächste Zug Richtung Westen kommt erst in 4 Stunden.

So drehen wir unseren Plan einmal um und fahren mit der Bahn in die andere Richtung zur spanischen Grenze.

Vila Real de Santo Antonio ist der letzte Ort Portugals und damit wir wenigstens ein bisschen radeln, legen wir 10 km nach Monte Gordo zurück, einem schönen Strandstädtchen mit Riesenstrand.

Wenn das Bier nicht den Namen Super Bock tragen würde, könnte man glatt glauben, man ist in Holland. Die Niederländer sind einfach überall, man hört nur diese Sprache und ist doch in Portugal.

Sagres als ursprüngliches Ziel unseres ersten Tages gibt es schließlich auch in Dosen und läuft runter wie Öl.

Morgen ist ein neuer Tag und wer weiß wie der aussehen wird.