02.07.2026 Porto mit Rad

Mein Handy schmeißt die erste Wetterwarnung aufs Display: hot in Porto!

Morgens um 10 Uhr merkt man es noch nicht so sehr, zumal wir ja auf einem Hügel wohnen und  die Räder von alleine herunterrollen. Louiz Brücke queren wir zum x ten Mal, diesmal allerdings auf der obersten Ebene und dort teilt man sich die Brücke mit der gelben Straßenbahn und den vielen Fußgängern.

Auf der anderen Seite fahren wir am Douro entlang ins Landesinnere, ein Stückchen,  bis der Radweg in einer Baustelle sein jähes Ende findet.

Hier ist fast nichts los und so kommt man gut voran.

Nach 8 km drehen wir um und fahren an der Promenade mit dem berühmten Sandeman Haus

bis zum Atlantik.

Es ist schon wärmer geworden und eine kleine Abkühlung mit Eis und Bier kommt da sehr gelegen.

Danach trauen wir uns in den bitterkalten und tobenden Atlantik. In Porto badet man doch lieber direkt im Douro, der kaum Strömung hat und nicht so kalt ist, obwohl der Atlantik hier ordentlich in den Fluss reindrückt und ihn abkühlt. Dafür ist der Sand hier ebenfalls kochend heiß.

Am Fluss findet man keine Touristen, hier baden die Städter samt ihren völlig begeisterten Hunden.

Der Hunger treibt uns wieder auf die andere Seite des Flusses. Als Radfahrer benutzt man hier die Mitte der Schienen, bis man von der alten Straßenbahn von den Gleisen gedrängt wird. Zum Glück klingeln sie, bevor sie schubsen.

Bei 34 Grad sind wir wieder an der Küste und sehen keinen einzigen Schattenplatz für uns am Strand.

Jeder noch so kleiner Schattenplatz ist ein willkommenes Geschenk, Bäume sind da sehr beliebt.

Wir bahnen uns den Heimweg über die schattigen Pfade durch den Stadtpark.

Es sind noch 8 km bis zur Ferienwohnung und die ziehen sich endlos dahin, denn die Sonne bruzzelt uns wie Steaks. Ich bin völlig fertig von den Steigungen, der Sonne und den 45 km Fahrtstrecke, die wir heute durch Porto geradelt sind.

Wir kommen gerade rechtzeitig zur Nationalhymne der Österreicher und verschieben unsere Abend-Spaghetti Bolognese auf die Halbzeit.

Danke, dass ihr wieder dabei wart, morgen checken wir uns aus der Ferienwohnung aus, bringen die Fahrräder dem Verleiher zurück und werden um 17 Uhr nach Deutschland abheben.

Unser nächstes Ziel ist im Oktober Griechenland und zwar mit meinen ehemaligen beiden Schülerinnen.  Zu besonderen Anlässen, hatten wir immer was schönes unternommen…Toja hat geheiratet, der beste Grund eine Mädelstripp mit Kater ( Marcus) zu machen. Das wird ein Abenteuer, so oder so

01.07.2026 Porto ohne Rad

Einen ruhigen Tag haben wir uns heute gemacht, allerdings hat er 11 Stunden außerhalb der Ferienwohnung gedauert.

Angefangen haben wir im Zoo von Porto, vor 4 Jahren waren wir schon mal hier und das ist der Grund zum Wiederkommen!

Auf der Welt gibt es nicht viele Löwentunnel, wo man den Tieren so nah kommt und darum ist der Zoo von Porto schon sehr besonders.

Für die VIP Tour hätten wir einen Tag vorher buchen müssen, wir bekommen aber trotzdem mit wie eine Kindergartengruppe mit selbst  bemalten Kartons den Löwen ihr Fresschen durch den Pfleger ins Gehege werfen lässt.

Heute ist es wirklich heiß in Porto und die Tiere suchen lieber den Schatten auf. Ich habe trotzdem ein Südafrika Dejavue mit Löwen, Zebras, Hyänen, Giraffen und Nilpferden.

Vom Zoo aus kann man 900 m bis zu einem der Badestrände direkt am Douro gehen und das machen wir doch glatt und springen in den Fluss.

In der Beachbar versteht man nur portugiesisch, da hilft es auch nicht, wenn man mit der Übersetzungsapp nach einem Gericht ohne Knoblauch fragt, die Antwort ist nämlich dann wieder im fließenden Portugiesisch.

Wir finden heraus, dass es entweder Fisch oder Fleisch gibt und wir bestellen dann einmal Fisch und einmal Fleisch.

Sehr lecker alles und es bleibt so gut wie nichts übrig.  Nach dem Essen pennen wir wieder am Flussufer ein und werden von einer Schiffswelle geweckt, die uns fast die Handys weggeschwemmt hätte.

Wir bestellen auf den Schreck ein Uber und lassen uns in Porto’s Altstadt fahren.

Am Hafen buchen wir eine Bootstour unter 6 Brücken hindurch und da wird mir einiges klar…so nen EiffelTurm stellt man nicht einfach so in Paris hin, man übt sich als Ingenieur und Brückenkonstrukteur zuerst in Portugal. Die beiden Stahlbrücken hier stammen aus Eiffels Feder, die dritte inzwischen die wir gesehen haben.

Die Touricruise gefällt uns sehr gut.

Nach 50 Minuten legen wir wieder an, hüpfen als erstes von Bord und verschwinden hinter die Stadtmauern, sprechen den fett und hässlich gewordenen Ronaldo an und bekommen einen Platz direkt vor dem Fernseher seiner Bar eingerichtet. Kongo spielt gegen England und führt gerade mit 1 : 0.

In der Nachbar – Bar ist die Übertragung etwas schneller und während wir noch ratlos auf dem Bildschirm schauen, feiern drüben die Gäste Harry Kane schon ab für seine Tore.

Nach dem Spiel gehen wir noch die 2,5 km durch Porto zur Ferienwohnung, in Porto heißt das:  vom Flussufer immer bergauf.

Morgen fahren wir wieder Fahrrad, so ein ruhiger Tag ist uns doch zu anstrengend.

30.06.2026 Rund um Porto

Heute beginnen wir den Tag, indem wir gestern zurückspulen: Ferienwohnung verlassen, mit dem Uber wieder zurück zum Hotel am Flughafen fahren, Fahrräder aus der Tiefgarage holen und nach dem Weg über die Brücke suchen…

Diesmal finden ihn und landen am Atlantik. Ich will wieder zur Anemone.

She Changes, auch bekannt als „Anemone“, ist eine wunderschöne und beeindruckende Skulptur mit internationalen Auszeichnungen, die von der berühmten amerikanischen Künstlerin Janet Echelman entworfen wurde. Sie befindet sich in der Nähe des Hauptstrandes von Porto (Matosinhos) und gilt als eine der schönsten Skulpturen, die in den letzten Jahren in Europa errichtet wurden. Vor allem nachts können wir hier die ganze Pracht genießen.

Wir durchradeln noch den Pavillon an der Promenade.

An der Flussmündung spielen wir noch das Duschspiel in Leuchtturm Nähe.

Die Räder und Marcus hat es erwischt.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Brücke Dom Luis I.

Die Brücke hat neben der oberen Ebene auch eine untere, die für Fußgänger vorgesehen ist.

Wir queren den Douro…

In Porto Fahrrad zu fahren ist wirklich eine selten dämliche Idee, wenn man kein E-Bike hat oder nicht nur am Flussufer fährt. Porto ist so hügelig, dass einem die Oberschenkel quasi in Flammen aufgehen, wenn man wieder mal einen Berg hochradelt.

Ich wollte aber unbedingt noch eine Pavlova essen und die gab es früher in dem Einkaufszentrum und sie war so köstlich, dass wir die Anstrengungen in Kauf nehmen.

Die ganze Mühen umsonst, der Laden hat dicht gemacht. Stattdessen trösten wie uns mit Mousse au Chocolate mit Früchten und einer Grillplatte.

Noch ein paar Kilometer an der Küste Richtung Lissabon liegt dann dieser Strand mit Kapelle.

Die Capela do Senhor de Pedra ist eines der beliebtesten Fotomotive in Porto’s Umgebung

Zurück nehmen wir den Zug, denn der Gegenwind ist einfach zu stark.

Wir sind mal wieder erst abends in der Ferienwohnung und brauchen Streichhölzer zwischen den Augen, um das Fußballspiel von Frankreich noch zu sehen.

29.06.2026 Povoa de Varzim nach Porto geplant 43 km

In Porto erwartet uns für unsere letzten 4 Nächte eine schnuckelige Ferienwohnung mit Balkon, Klimaanlage,  Waschmaschine und großem Fernseher, auf dem die Fußballspiele der WM abrufbar sind.

Was sich wie ein Heimspiel anhört, verlief heute nicht ganz so rund.

Es ist heißer als sonst und wir radeln zunächst schön an der Küste lang.

Wir machen lustige Fotos und bewundern immer wieder die liebevolle Gestaltung der Städte mit Blumen.

Das Navi bringt uns heute um den Verstand, denn die Holzplankenwege schlägt es uns dauernd als Route vor. Diese sind inzwischen den Pilgern vorbehalten und jegliche Benutzung mit Rädern ist verboten.

So fahren wir Umwege und verlieren uns sogar unterwegs, weil Marcus natürlich schneller ist und Berge besser auf dem Rad schafft, während ich es schieben muss.

15 km vor Porto geht nichts mehr 2 Brücken sind für uns augenscheinlich unpassierbar, eine Brücke wird komplett instandgesetzt und die andere ist eine Autobahnbrücke und ein extra Weg für Fußgänger und Radfahrer scheint es nicht zu geben.

In unserem ersten Hotel nach Ankunft am Flughafen fragen wir um Rat. Es gibt Ersatzbusse , aber ob die uns mit den Rädern und dem vielen Gepäck mitnehmen ist sehr fraglich.

Ich schiebe einen 10 Euro Schein über die Theke des Hotels und wir fahren die Räder in die Tiefgarage, bestellen uns ein Uber und lassen uns zur Ferienwohnung fahren. Die Fahrt habe ich durch einen Buchungsfehler auch 2 Mal bezahlt.

Dafür ist die Wohnung wirklich top und wir fiebern dem Deutschlandspiel entgegen.

Morgen ist dann wieder ein neuer Tag und wir holen vielleicht unsere Räder wieder ab, obwohl sie in der Tiefgarage ganz gut stehen.

28.06.26 Esposende nach Povoa de Varzim

Um 10 Uhr ist auschecken aus unserem Appartement, wir verschenken noch unsere halb gegessene Käsepackung an ein deutsches Paar und sind uns einig, dass Portugal echt schön ist.

Heute will ich unbedingt Speedy sehen, bzw. sein Memorial.

„Paulo „Speedy“ Gonçalves zählt zu den größten Legenden des portugiesischen Motorradsports.
Geboren in der Gemeinde Esposende, genauer gesagt in der Pfarrei Gemeses, verstarb er am 12. Januar 2020 in Saudi-Arabien nach einem Sturz während der siebten Etappe der 42. Rallye Dakar.
Paulo Gonçalves blickt auf eine beeindruckende Motorsportkarriere zurück und gewann 23 Titel in Motocross, Supercross und Enduro. Er wurde 2013 Weltmeister im Cross-Country-Rallye-Sport und nahm an 13 Ausgaben der Rallye Dakar teil, wo er 2015 einen bemerkenswerten zweiten Platz belegte.

Die heutige Strecke ist nicht weit und führt meist am Meer entlang.

An diesem Surferstrand stehen Mietzelte und zwar gegen den extremen Wind, denn ohne Schutz  bekommt man ein Peeling, das sich gewaschen hat.

Ich kann nur von den unterschiedlichen Weg Beschaffenheiten berichten, die Besten sind natürlich die Tartanbahnen, extra für Radfahrer, geteerte  Feldwege und Straßen gehen auch noch , Holzstege sind meistens verboten aber gut zu fahren, aber echt schlimm wird es bei Kopfsteinpflaster. Portugiesen haben leider ein Faible für Kopfsteinpflaster und man wird die ganze Zeit durchgeschüttelt. Sandpisten sind ganz übel, da schiebt man am besten oder man fällt inklusive Rad um.

Aber schöne Strände haben die Portugiesen, das muss man zugeben.

In Povoa de Varzim entscheiden wir uns für ein modernes Hotel in Strandnähe und haben uns schon vorher gewundert, warum es so wenig Zimmer gibt…das ist der Grund.

Heute wird auf den Straßen ein Fest zu Ehren von Petrus, dem Heiligen der Fischer gefeiert. Die ganze Stadt steht Kopf und hat sich in blau gelb rausgeputzt. So richtig schön wird es wohl abends, wenn Pyro Show und das Lichtermeer eingeschaltet wird. Morgen ist hier Feiertag und alle haben frei.

Gegen 20 Uhr stürzen wir uns ins Getümmele und haben die Wahl zwischen Sardinien oder Schweinesteak im Brötchen. Wir nehmen Bifana, denn Fisch ist nicht ganz so unser Ding.

Überall sind die Grills an und man wird direkt mit durchgeräuchert. Es gibt noch Feuershows und als Höhepunkt das Feuerwerk um Mitternacht.

Das werden wir wahrscheinlich verschlafen.

Macht nix, es war auch so ein schöner Tag.

27.06.2026 von Praia de Ancora  nach Esposende

Wenn der Morgen schon mit einem Herz anfängt, kann er doch nur gut werden. Wir haben Sonnenschein, das Meer vor der Nase und einen sehr abwechslungsreichen Weg vor uns, also runter von der Bank ,auf geht’s!

Der morgendliche Spaziergang auf den Aussichtsberg hat sich gelohnt.

Der Küstenort Ancora hat uns sehr gefallen mit seinem Fluss und den Dünen.

Über viele Holzplanken geht es heute und es rollt fast wie von selbst, die Oberschenkel und die Waden scheinen sich an die tägliche Belastung gewöhnt zu haben.

Ich glaube ich habe noch nie so ein Meer aus Sonnenblumen gesehen.

Wir kommen auf unserer Tour in Viana do Castelo an der Eiffel-Brücke vorbei, sie ist der liegende Eiffel Turm, zumindest war der Konstrukteur der selbe.

Und über diese Brücke müssen wir uns mit den Autos quetschen und die haben sich schon unserem Tempo anzupassen, denn überholen ist aufgrund der Enge kaum möglich. Und die erlaubten 30 km/h erreichen wir die Brücke hoch nicht.

Geschafft und es kann weitergehen..

Esposende erreichen wir nach insgesamt 50 km auch erst wieder gegen 18 Uhr und wir haben nichts vorgebucht.

Das Städtchen ist so auf Pilger und Surfer eingestellt, dass man hier Betten buchen kann ( in Schlafsälen).

Ein Appartement machen wir noch ausfindig und der Chef gibt uns Rabatt, weil wir persönlich nach der Unterkunft gefragt haben und nicht über die App gebucht haben.

Zu faul sind wir, uns wieder auf die Räder zu schwingen und kochen Spaghetti mit Tomatensoße in der eigenen Küche, schmeckt auch mal wieder gut.

26.06.26 von Vigo nach Vila Praia de Ancora

Die meiste Zeit macht man sich Gedanken über Dinge, die dann eh nicht passieren. Wir hatten uns überlegt mit dem Zug wieder zurück zur Grenze zu fahren und dann auf portugiesischer Seite den Pilgerweg bis Porto zurück zu fahren.

Leider wird die Bahntrasse gerade komplett erneuert und daher geht jetzt jeder Transport  mit Bussen. Um 11 Uhr betteln wir die Busfahrerin an uns mit den Rädern doch bitte mit nach Tui zu nehmen. Sie nickt nur wohlwollend und wir verstauen alles brav im Gepäckraum des Busses. Sogar ohne Vorderräder auszubauen.

Wir verfolgen die Strecke mit dem Handy und sehen wie der blaue Punkt sich Tui annähert, 17 km vor unserer Haltestelle ist Schluss. Im Bus ertönt ein Warnsignal und der linke Vorderreifen ist platt wie eine Flunder.

Der Ersatzbus wird geordert und alle steigen um, außer wir…wir fahren die 17 km einfach selbst, denn es geht recht viel bergab. Wir sind wieder auf dem Pilgerweg, also auf einem der vielen, dieser geht nicht an der Küste sondern über die Berge und durch die Wälder.

Jetzt kommen uns die Pilger alle entgegen und sie grüßen alle. Manchmal habe ich das Gefühl auf den Azoren zu sein, denn die Hortensien sind so riesig am Wegesrand.

17 km laufen gut über Brücken und schönen Wäldern.

In Portugal ist der Weg noch einfacher zu radeln, neben dem Fluss immer Richtung Meer.

Fotomotive sind hier eher selten und wenn sind sie verrostet ( hihi).

Gegen spätem Nachmittag sind wir dann an der Mündung des Minho, nur heute auf der portugiesischen Seite.

Durch ein sandiges Waldstück geht es dann endlich zum Atlantik.

Die kleine vorgelagerte Insel ist mit ihrem Fort sehr ungewöhnlich, erinnert mich irgendwie an die Gefängnis Insel Alcatraz vor San Francisco.

Alle leben hier von den Pilgern, Restaurants, Herbergen und viele Privatleute hängen Eisschilder vor die Tür, um die Endlos- Geher anzulocken.

In dem schönen Küstenort Ancora bekommen wir das letzte Zimmer, denn gleichzeitig ist hier ein Jugendfußballturnier im Ort und das Hotel gleicht eher einer Jugendherberge mit herumrennenden Kindern überall.

Bei strahlender Abendsonne treibt es uns noch zum Strand für eine Pizza mit Meerblick .

Rund 60 km hätten wir auf dem Tacho, wenn wir einen hätten, aber morgen, ja morgen fahren wir weniger.

25.06.26 auf Jules Vernes Spuren

Jules Vernes … Jules Vernes, wer war das noch mal ? Der französische Schriftsteller hat Vigo berühmt gemacht …Die Verbindung zwischen dem berühmten Schriftsteller Jules Verne und der Küstenstadt Vigo ist tiefgreifend: In seinem Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer“ widmete er der Bucht von Vigo ein eigenes Kapitel, in dem Kapitän Nemos U-Boot Nautilus dort nach versunkenem Piratengold sucht.

In Hafennähe gibt es eine Bronzestatue mit einem Riesenkraken und einem Mann, der darauf sitzt als Erinnerung an Jules Vernes.

Es regnet so nervig, dass wir kein Foto schießen und hadern mit der nächsten Entscheidung.

Nennt mir spanische Inseln, ohne Balearen oder Kanaren…okay, ich wusste es vor der Reisevorbereitung unseres Radtrips auch nicht…vor Vigo liegen die zauberhaften Cies Inseln mit weißen Stränden und Eukalyptus Wald. Aber bei Regen, wer will sie da schon besuchen, zumal die Fährfahrt eine Stunde dauert und man so schnell dann auch nicht wieder zurück kommt?

Die Cies waren eigentlich mein Grund in Vigo abzusteigen, ach was soll’s: „glüh Kreditkarte!“ Jules Vernes fand es schließlich auch toll auf den Inseln und hat eine Gedenktafel bekommen.

Marcus besorgt inzwischen Regenponchos und die braucht im Nachhinein niemand.

Pünktlich zur Anlandung an den Inseln kommt die Sonne raus und beschert uns einen Traumtag.

Der Nationalpark erlaubt keinen Müll und kein Füttern der Brutvögel und darum sieht es hier auch so schön aus.

Zu den verschiedenen Aussichtspunkten wandert man durch den Eukalyptus Wald und es riecht wie in Australien.

An der Vogelbeobachtungsstation brütet doch direkt eine Möve daneben im Schilf.

Am höchsten Punkt der Insel kann man die Trennung von See und Meeresbucht am besten ablichten.

Etwas später sind wir selbst am Strand und Marcus springt ins Atlantik kalte Wasser.

Sieht schon gut aus hier auf den Cies, oder? !

Noch ein anderer Ausblick gefällig?

Dann können wir uns ja der Tierwelt auf der Insel widmen.

Die Möven ziehen gerade ihre flauschigen Küken groß und die Echsen schauen zu.

Nach 5 Stunden verabschieden wir uns von den schönen Inselchen und setzen wieder zu Jules Vernes über.

Im Sonnenlicht macht die Statue jetzt auch wirklich was her.

Das schönste Haus in Vigo ist zweifellos das “ Ei“, kein Wunder, denn die Assoziation zum Faberge Ei bleibt einfach nicht aus.

In der futuristischen Mall decken wir uns noch mit Bier ein und warten auf unserer eigenen Dachterrasse auf den Anpfiff des Deutschland Spiels.

Wenn wir heute noch gewinnen, bleibt der Tag unvergesslich, ach,  eigentlich bleibt er das auch so.

24.06.26 von A Guarda nach Vigo ca. 65 km

Wir fahren zunächst in die falsche Richtung und das mit voller Absicht…die Flussmündung des Rio Mino wollten wir uns noch kurz anschauen und einen Blick auf Portugal erhaschen.

Schön sieht es hier aus, macht richtig Lust auf einen Strandtag.

Ein letzter Blick zum Fluss und Meer Mix und dann schwingen wir uns auf unsere lange Strecke bis Vigo.

Die Strecke habe ich hier auf einer Karte zum Nachverfolgen fotografiert.

Ist auf der Karte einfach, nur die Küste hoch, im echten Radlerleben muss man so manchen Hügel hochschieben.

Vor uns liegt der gemeinsame Rad und Pilgerweg und wir passieren sie, die humpelnden Pilger, die sich mit Bandagen , Tapes und Gehhilfen mühsam Richtung Santiago de Compostela für die Strecke gerüstet haben.

Jede Gelegenheit für den Kauf von Nahrungsmitteln wird unterwegs genutzt und man vertilgt auf dem Mäuerchen sitzend sein Bier mit Banane.

Das Wetter ist diesig, 19 Grad und damit ideal fürs in die Pedale treten.

Bis Compostela sind es ab hier noch 156 km

Ob, wir uns wirklich noch bis dahin durchschlagen werden?

Wenn man so einen langen Weg über Tage geht, gibt es anscheinend nur eine Regel: mitnehmen was geht: bei jeder Bude anhalten und Getränke und Essen kaufen oder jedes auf dem Weg befindliche Klo benutzen, auch wenn man gar nicht muss.

In Baiona sollte man die Statue fotografieren, um zu beweisen, dass man dort war. Sie ist übrigens begehbar, das haben wir aber nicht geschafft.

Die Strände sind menschenleer und schimmern doch so verlockend goldgelb.

Um 18:30 Uhr kommen wir in Vigo an. Seit 11 Uhr sitzen wir auf dem Sattel und hadern immer mal wieder mit unserer Vorausbuchung des Hotels in Vigo.

Die schmerzenden Knie, der krampfende Allerwerteste sind beim Anblick der Dachterrasse unseres Hotelszimmers schnell vergessen.

So richtig genießen können wir ihn wohl erst morgen, denn mir fallen allein beim Bloggen dauernd die Augen zu.

R(o)adtrip an der Atlantikküste ab Porto 23.06.26

Wir verlassen den Brutkasten Deutschland, nachdem wir noch schwitzend in der Bahn allen möglichen Luftzufuhrmethoden zugeschaut haben. Der neueste Trend ist mit der Powerbank einen Miniventilator zu betreiben und ihn sich vors Gesicht zu halten und dabei doof aus der Wäsche zu gucken. Ich hätte nie gedacht, dass man Deutschland wegen der Hitze gegen Portugal eintauscht.

2,5 Stunden nach Abflug in Köln mit perfektem Flug über Brühl mit Blick auf Schloss und Schlosspark, Phantasialand und die Seenplatte im Ville Wald, landet man doch tatsächlich leicht fröstelnd im T-Shirt auf portugiesischen Boden.

Am nächsten Morgen stimmen die Temperaturen, allerdings hängen die Wolken nicht fotogen am Himmel rum.

Die Biobikes sind in Porto reserviert und diese schieben wir rund 800 m zum Bahnhof hoch, da Porto extrem hügelig ist.

Wieder so ein neu modisches dummes Wort „Biobikes“ bedeutet, dass man das Gefährt noch allein mit Muskelkraft bewegt, ob schiebend oder fahrend ist dann auch egal.

Wir gönnen uns auf die Strapazen direkt wieder eine Auszeit in der  Time Out Food Hall.

Am Ticketschalter des Bahnhofs spiele ich eher Lotto und wähle die letzte mit der Bahn erreichbare Stadt an der portugiesisch-spanischen Grenze. Valenca ist unser neues Ziel bei inzwischen einsetzendem Regen, die beste Idee. Unsere Räder haben Platz neben dem Rennrad des Portugiesen im gelben Trikot, ohne uns hätte er aber seine gewählte Etappe vergeigt, denn er saß doch in der Tat im falschen Zug.

Die Landschaft, die dahinschlurfenden Pilger und die Radfahrer auf dem Velo 1 ziehen am Fenster des Zuges vorbei. In Valenca wechseln wir mühelos über die Brücke die Flussseiten des Rio Mino und landen in Spanien.

So weit so gut, der Radweg Velo 1 führt bis nach A Guarda allerdings in hoch, runter, kreuz und quer. Nach 10 km streike ich und wir nehmen die direkte Verbindung über die Straße.

Total fertig, verschwitzt und das Ronaldo Spiel verpassend kommen wir in A Guarda an. Geschätzt sind wir nur 35 km gefahren, das Biobike ist halt auch nicht mehr zeitgemäß.

Zu unserem Übernachtungsörtchen A Guarda hat Marcus auf der Zugfahrt doch tatsächlich die KI gefragt, die machte sich direkt Sorgen über unsere Wahl, da Marcus keine Meeresfrüchte mag und doch so schnell Durchfall bekommt, dabei sieht es im Prospekt doch so schön aus.