26.06.26 von Vigo nach Vila Praia de Ancora

Die meiste Zeit macht man sich Gedanken über Dinge, die dann eh nicht passieren. Wir hatten uns überlegt mit dem Zug wieder zurück zur Grenze zu fahren und dann auf portugiesischer Seite den Pilgerweg bis Porto zurück zu fahren.

Leider wird die Bahntrasse gerade komplett erneuert und daher geht jetzt jeder Transport  mit Bussen. Um 11 Uhr betteln wir die Busfahrerin an uns mit den Rädern doch bitte mit nach Tui zu nehmen. Sie nickt nur wohlwollend und wir verstauen alles brav im Gepäckraum des Busses. Sogar ohne Vorderräder auszubauen.

Wir verfolgen die Strecke mit dem Handy und sehen wie der blaue Punkt sich Tui annähert, 17 km vor unserer Haltestelle ist Schluss. Im Bus ertönt ein Warnsignal und der linke Vorderreifen ist platt wie eine Flunder.

Der Ersatzbus wird geordert und alle steigen um, außer wir…wir fahren die 17 km einfach selbst, denn es geht recht viel bergab. Wir sind wieder auf dem Pilgerweg, also auf einem der vielen, dieser geht nicht an der Küste sondern über die Berge und durch die Wälder.

Jetzt kommen uns die Pilger alle entgegen und sie grüßen alle. Manchmal habe ich das Gefühl auf den Azoren zu sein, denn die Hortensien sind so riesig am Wegesrand.

17 km laufen gut über Brücken und schönen Wäldern.

In Portugal ist der Weg noch einfacher zu radeln, neben dem Fluss immer Richtung Meer.

Fotomotive sind hier eher selten und wenn sind sie verrostet ( hihi).

Gegen spätem Nachmittag sind wir dann an der Mündung des Minho, nur heute auf der portugiesischen Seite.

Durch ein sandiges Waldstück geht es dann endlich zum Atlantik.

Die kleine vorgelagerte Insel ist mit ihrem Fort sehr ungewöhnlich, erinnert mich irgendwie an die Gefängnis Insel Alcatraz vor San Francisco.

Alle leben hier von den Pilgern, Restaurants, Herbergen und viele Privatleute hängen Eisschilder vor die Tür, um die Endlos- Geher anzulocken.

In dem schönen Küstenort Ancora bekommen wir das letzte Zimmer, denn gleichzeitig ist hier ein Jugendfußballturnier im Ort und das Hotel gleicht eher einer Jugendherberge mit herumrennenden Kindern überall.

Bei strahlender Abendsonne treibt es uns noch zum Strand für eine Pizza mit Meerblick .

Rund 60 km hätten wir auf dem Tacho, wenn wir einen hätten, aber morgen, ja morgen fahren wir weniger.

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