R(o)adtrip an der Atlantikküste ab Porto 23.06.26

Wir verlassen den Brutkasten Deutschland, nachdem wir noch schwitzend in der Bahn allen möglichen Luftzufuhrmethoden zugeschaut haben. Der neueste Trend ist mit der Powerbank einen Miniventilator zu betreiben und ihn sich vors Gesicht zu halten und dabei doof aus der Wäsche zu gucken. Ich hätte nie gedacht, dass man Deutschland wegen der Hitze gegen Portugal eintauscht.

2,5 Stunden nach Abflug in Köln mit perfektem Flug über Brühl mit Blick auf Schloss und Schlosspark, Phantasialand und die Seenplatte im Ville Wald, landet man doch tatsächlich leicht fröstelnd im T-Shirt auf portugiesischen Boden.

Am nächsten Morgen stimmen die Temperaturen, allerdings hängen die Wolken nicht fotogen am Himmel rum.

Die Biobikes sind in Porto reserviert und diese schieben wir rund 800 m zum Bahnhof hoch, da Porto extrem hügelig ist.

Wieder so ein neu modisches dummes Wort „Biobikes“ bedeutet, dass man das Gefährt noch allein mit Muskelkraft bewegt, ob schiebend oder fahrend ist dann auch egal.

Wir gönnen uns auf die Strapazen direkt wieder eine Auszeit in der  Time Out Food Hall.

Am Ticketschalter des Bahnhofs spiele ich eher Lotto und wähle die letzte mit der Bahn erreichbare Stadt an der portugiesisch-spanischen Grenze. Valenca ist unser neues Ziel bei inzwischen einsetzendem Regen, die beste Idee. Unsere Räder haben Platz neben dem Rennrad des Portugiesen im gelben Trikot, ohne uns hätte er aber seine gewählte Etappe vergeigt, denn er saß doch in der Tat im falschen Zug.

Die Landschaft, die dahinschlurfenden Pilger und die Radfahrer auf dem Velo 1 ziehen am Fenster des Zuges vorbei. In Valenca wechseln wir mühelos über die Brücke die Flussseiten des Rio Mino und landen in Spanien.

So weit so gut, der Radweg Velo 1 führt bis nach A Guarda allerdings in hoch, runter, kreuz und quer. Nach 10 km streike ich und wir nehmen die direkte Verbindung über die Straße.

Total fertig, verschwitzt und das Ronaldo Spiel verpassend kommen wir in A Guarda an. Geschätzt sind wir nur 35 km gefahren, das Biobike ist halt auch nicht mehr zeitgemäß.

Zu unserem Übernachtungsörtchen A Guarda hat Marcus auf der Zugfahrt doch tatsächlich die KI gefragt, die machte sich direkt Sorgen über unsere Wahl, da Marcus keine Meeresfrüchte mag und doch so schnell Durchfall bekommt, dabei sieht es im Prospekt doch so schön aus.

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