Wie das so ist bei Reisetagen, es gibt nicht viel zu berichten. An der Tankstelle vorm Flughafen, schlägt Marcus mir die Fahrzeugtür vor den Kopf, besser denken kann ich danach auch nicht.
Der Tankwart poliert noch unsere augenscheinlichen produzierten Kratzer am Auto weg und so wird es ohne Beanstandung entgegengenommen.
Das einzig außergewöhnliche war der Security Check, ich musste meinen Rucksack kontrollieren lassen. Ich sagte, dass sei kein Problem und ich dachte auch es wird keins. Das zu beanstandende Stück musste ich selbst herausfischen und dann schwarnte mir schon, um was es geht.
Mein Unterwasserhalterung für die Actionkamera wurde für etwas anderes gehalten. Auch als ich versicherte, dass es kein Frauenspielzeug ist, hatte sich der Gedanke an etwas unanständiges so sehr bei der Security Dame eingebrannt, dass selbst die Vorführung mit dem Einlegen der Kamera nichts brachte. „Is it good ?“ Ähm, was soll ich jetzt antworten? „You can film under water turtles and fishes! „Hmm, is it good and where can I buy it ?“
Als nächstes wurden meine Kaugummis kontrolliert und ich habe es wieder missverstanden. Ich dachte ich müsste eins essen, um zu beweisen, dass es kein Gift oder Sprengstoff ist, dabei wollte sie eins probieren. Ich musste ihr sogar eins in die Hand geben. Das war echt seltsam.
Wir fliegen nur 45 Minuten und lassen die Reise Revue passieren. Wir hätten rückblickend nichts anders machen wollen, es war alles gut terminiert und wir haben alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten.
Es war ein absoluter Traumurlaub, schön dass ihr uns begleitet habt .💗🤗
Der alt bekannte Guide geht unter neuem Namen ins Rennen: Kater Jones Safaris hört sich auch irgendwie vielversprechender an. Die üblichen Safaris beginnen ab 5 Uhr, Kater Jones hat dazu seine ganz eigene Theorie: niemand will verschlafene Tiere sehen, die erst ihre Morgentoilette verrichten müssen und dann zur Fellpflege übergehen, bevor sie überhaupt aus dem Bush kommen.
Also wieder Einfahrt um 8:40 Uhr am Phabeni Gate. Es ist Samstag und die üblichen Safariwagen sind nicht zu sehen, generell ist es sehr ruhig heute.
Für den Kruger hatten wir uns extra den SUV gemietet, allen Gerüchten zum Trotz den braucht man hier nicht. Die Hauptrouten kann man mit einem Ferrari fahren, so gut sind die Straßen hier.Wir haben ausgeheckt, dass wir im Park die ungeteerte Straße zum Numbi Gate nehmen, dessen Zufahrt als gefährlich gilt und von Touristen nicht genutzt werden soll wegen der Überfalle. Das gilt natürlich nicht mehr, wenn man schon drin ist im Park.
Außer einem Raubvogel, der einen Mistkäfer aus dem Kackhaufen eines Elefanten pickt ist eigentlich nichts los hier.
Als wir uns beginnen zu langweilen, steht ein Auto auf der Straße und ein Elefant davor und geht immer weiter auf das Fahrzeug zu , da wir knapp dahinter sind, hauen wir mit unserem Frontmann den Rückwärtsgang rein und fahren rückwärts bis der Elefant keine Lust mehr hat Touristen zu erschrecken.
Marcus hat sich mittlerweile Wissen über den Park angeeignet und trägt gekonnt vor:
„Der Nationalpark ist vergleichsweise so groß ist wie Sachsen-Anhalt und wurde 1898 gegründet.
Es gibt unterschiedliche Vegetationszonen, von dichten Wäldern bis offenen Savannen, aber eigentlich ist jeder Besucher nur an den Tieren interessiert und so viele gibt es von jeder Art ungefähr:
Büffel 27.000
Nashörner 9.350
Wildhunde 350
Zebras 18.000
Krokodile 3.000
Flusspferde 5.500
Giraffen 5.114
Elefanten 12.000
Löwen 1.500
Leoparden 1.000
Geparden 200
Und da wir gerade so schön dabei sind vom Park zu schwärmen, bekommen wir doch glatt eine Eskorte von Elefant 713.
Unser heutige Route führt weitestgehend am Sabie River entlang und das zahlt sich aus.
Wasserbüffel
Elefantenherden
Giraffen fast zum Anfassen
Affenbanden
Leopardenschildkröte
Wasserschildkröte
Meerkatzen
Krokodil
Flusspferde ( leider schlecht zu erkennen)
Gnus
Schmetterling
Diese Giraffenbegegnung war die schönste heute.
Die Safariwagen halten inzwischen sogar bei uns an und schauen, welches Tier wir erspäht haben.
Kater Jones Safari würde ich immer wieder buchen und ist immer noch der günstigste Anbieter 😉.
Heute wollte wir es ruhig angehen, ein bisschen Wäsche waschen, bzw. waschen, trocknen und falten lassen und währenddessen den Reptilien Zoo mit Schlangen und Schildkröten besuchen.
Pünktlich um 10 Uhr stehen wir vor einem weit geöffneten Schlangenmaul, aber der Eingang bleibt versperrt, denn heute ist Ruhetag.
Quasi um die Ecke bei unserem Hotel gibt es aber eine Krokodilfarm, die Führungen anbietet, na gut dann halt Krokodile.
Als wir über die schmale Brücke fahren, sehen wir zum ersten Mal wie schön unser Flusshäuschen in die Landschaft integriert wurde.
Die Krokodil Tour geht erstmal harmlos los mit Theorie und Krokodilhäuten zum anfassen, bzw Faxen machen.
Marcus kann sich nicht entscheiden, ob es Patronengurte werden sollen oder eine Badeanzug für Männer.
Ich darf dann auf einem ganzen Krokodil Vorleger posieren.
Das ganze hier ist eine Farm, hier werden Krokodile sozusagen am Fließband, 24 Stunden am Tag lang produziert. In der Legezeit von drei Monaten gibt es viel zu tun: Eier wegnehmen und in die Brutstation umsiedeln. Da Krokodile Nestpflege betreiben, muss das Mama Krokodil abgelenkt werden, Marcus hat schon ne Idee wie.
An den ersten Becken gibt es die Teenager, die für den Menschen ungefährlich sind, aber nicht den Eindruck machen.
Ein Baby Krokodil dürfen wir sogar anfassen und seinen weichen Bauch streicheln.
Besondere Fakten sind mir hängen geblieben:
Ein Nilkrokodil kann:
ein Jahr ohne Futter überleben
bis zu 2 Stunden ohne zu atmen unter Wasser bleiben
durch das offenstehende Maul seine Körperwärme regulieren
in der freien Wildbahn Gewässer sauber halten, indem es die Kadaver verspeist
seinen Gegner nicht nur durch einen Biss, sondern Hauptsächlich durch die sogenannte Todesrolle töten, dabei wird das Opfer dann unter Wasser gezogen und ertränkt
1000 kg schwer werden und 6 Meter lang
bis zu 70 Jahre alt werden
bis zu 60 Eier legen ( größte Anzahl eines Eigeleges war 81 Eier)
Marcus fragt natürlich nach Überlebenschancen bei einem Krokodilangriff.
Die Schwachstelle sind die Augen. Hat man rein zufällig einen Kugelschreiber dabei, könnte man diesen dem Krokodil in die Augen rammen und es lässt von seinem Opfer ab.
Marcus ärgert mit der Melodie von Mission Impossible pfeifend eins der Krokodile und erschreckt sich dann doch als es angreift.
War schon interessant heute hier, ich möchte trotzdem kein Krokodil sein, das für Gürtel, Handtaschen oder wegen des Fleisches gezüchtet wird.
Zurück in der Anlage, chillen wir endlich mal, auf der Stelzenterrasse mit Blick auf die Elefanten oder schwimmen ne Runde in einem der Pools.
Ein fast ganz normaler Urlaubstag😉, fehlen nur noch unsere Flusspferde, die gleich zum Grasen kommen.🦛🦛🦛🦛
Das hat man davon, wenn man sich den günstigsten Guide für den Kruger Nationalpark aussucht. Schon beim Frühstück benimmt er sich voll daneben. “ Ah wir frühstücken mit einem Flusspferd!“ und deutet mit einer Kopfbewegung auf die vollschlanke Touristin hin, die sich ihr Croissant schmecken lässt.
Bei der Abfahrt wird dann das gesamte Gepäck kontrolliert: alles muss in Greifweite sein, also alles hinter die Sitze nicht in den Kofferraum. 2 Gallonen, eine gefüllt mit Wasser, eine leer ( als eventuelle Toilette zum Aufschneiden), falls man stehen bleiben muss und nicht aussteigen darf. Taschenmesser, Fernglas, Kekse ohne Verfallsdatum, ich glaube das wird ein Survivaltrip.
Die Anfahrt zum Park ist nur 20 Minuten und die Schlangenlinienfahrt akzeptiere ich dann doch, weil wir den großen Schlaglöchern auf der Teerstraße ausweichen müssen. Am Einlass Phabeni Gate gibt es dann einen kurzen Schlagabtausch zwischen Guide gleichzeitig auch Fahrer und den Rangern, was bei einer Reifenpanne zu tun ist. “ Anrufen, nicht aussteigen, wir helfen dann, Notfallnummer hast du ja!“
Es geht los und es direkt wow. Wir sehen den ersten Elefantenarsch,
dann Giraffen ,
ganz viele Kudus oder was auch immer, bei unserem Guide ist das einfach nur Wild und benötigt keine weitere Beschreibung.
Am Wasserloch, das eigentlich eher ein See ist, zeigt er auf einen Rücken, der sich aus dem Wasser aufbäumt und verkündet stolz; „Delfin!‘
Die Delfine sind kämpfende Flusspferde, der Mann hat nen Knall.
Den ersten Stop machen wir im Camp Skukuza
für die Toilettenpause und einen Kaffee mit Blick auf die kleine Flusspferdfamilie mit frisch geborenem Baby. Super cool.
Über dem Fluss ist die alte Eisenbahnbrücke mit dem rostigen Zug. Der Guide meint zu dem Zug nur, dass der öfter da steht und wahrscheinlich wieder eine Panne hat.
Oh man, der Zug steht da immer! In ihm ist ein Luxushotel verbaut, sogar mit einem Pool auf einer Brückenstelze. Kostenpunkt für eine Übernachtung all inklusive schlappe 600 Euro aufwärts.
Es geht weiter auf der Strecke Richtung Tshokwane . Teilweise fahren wir einfach den richtigen Safari Autos hinterher, da die sich über Funk die gesichteten Tiere zusprechen. Wir haben keinen Funk, aber der Stau der Safarifahrzeuge lässt den Blick auf den Leoparden nicht mehr zu. Dafür bekomme ich dieses Foto zugeschickt, das ist von der Herrentoilette im Park. Ja, was soll man dazu sagen ?
Uns gefällt die Elefantenkarawane, die vor uns die Straße quert.
Der Chefpavian,
der auf seine Affenbande aufpasst und daher direkt seinen Ausguck an der Straße gewählt hat.
Wir sehen Zebras,
einen Vogel mit blauem Gefieder,( ich frag schon gar nicht mehr, was das für ein Vogel ist.)
die Geier in den Bäumen und am Fluss hockend.
Der Tierreichtum besonders an Elefanten und dieser komischen Reh Art ist enorm.
Beim Mittagsstopp treibe ich mich kurz im Shop rum und bekomme direkt einen Anranzer : “ Selbst schuld, wenn man lieber Souvenirs shoppt, wenn hier draußen die Hyäne rumschleicht!“
Ich kann sie noch auf der anderen Flussseite sehen, aber so nah, leider nicht.
Dafür sehe ich noch den Tausendfüßler.
.Beim Blick aufs Handyfoto wird er direkt als Hundertfüßler herangestuft. Ich könnte ja nachzählen.
Wir halten noch am Gedenkstein für Gründer des Nationalparks mit den Worten: das ist hier das Memorial für Freddy Krüger!
Bitte was ? Freddy Krüger ist der Typ aus den Horrorfilmen “ Nightmare on Elm Street !“ Der Mann hier heißt Paul Kruger.
Langsam senkt sich die Sonne und wir müssen bis 18:30 Uhr den Park verlassen haben. Noch einmal Halt machen bei den Flusspferden, an den Zebras vorbei und noch schnell die 3 Giraffen mitnehmen.
Der einzelne Elefantenbulle findet unser Auto gar nicht gut und kommt darauf zu, lieber Gas geben und ab durch die Mitte. Für das Einfangen dieser Szene war ich zu langsam.
Und was ist das Resümee des heutigen Tages? Marcus war der beste Guide und Fahrer heute, lustiger und abenteuerlicher hätte es nicht werden können. Vielen Dank dafür, das war großartig.
Nachdem ich mich bedankt habe, sagt er nur: gern geschehen und übrigens die Kühe grasen gerade wieder vor unserem Restaurant.
36 Grad wird es heute und man spürt es schon beim Frühstück auf der Terrasse. Wir beraten mit Hotelmanager Edward, wo wir uns abkühlen könnten. Der Forest Wasserfall ist zu gefährlich, der Weg ist zugewachsen und alles, was keinen Eintritt kostet, wird nicht bewacht, also lieber lassen. Wir verlassen zunächst einmal Graskop
und fahren grob Richtung Hazyview, wo unsere Unterkunft schon für 2 Nächte gebucht ist.
Hippo Hollow liegt perfekt an einem Fluss, zu dem tagsüber die Elefanten regelmäßig geführt werden und abends tauchen die Flusspferde hier auf.
Wir probieren es nochmal mit den Horseshoe Falls, die Wasserfälle, die wir wegen Gewitter ausgelassen hatten. Puh, das ist aber ein harter Brocken, ihn zu erreichen verlangt dem Auto und dem Fahrer echt was ab.
Das ist eine extreme Buckelpiste und wir sind froh, dass wir einen SUV haben. 2, 50 € Eintrittsgebühr und wir haben ein Traumschwimmbad für uns.
Nein, das ist nur das Vorbecken, wir müssen noch etwas durch den Wald gehen
und dann wissen wir, warum er Horseshoe heißt.
Das Wasser teilt sich durch einen Felsen genau mittig auf, so dass der Wasserfall zweistrahlig wird.
Wir duschen eher als dass wir baden, Hauptsache wir kühlen etwas ab.
Um 14 Uhr checken wir schon in unserer Unterkunft ein und finden das ganze Areal schon schick.
Unseren Mitbewohner Lurchi habe ich gerade zu Tode erschreckt, sonst wäre das Foto besser geworden. Er lebt unter unserer Terrasse und wollte mal gucken, wer die Neuen sind.
Wir müssen noch Bier besorgen und den Wagen tanken, denn morgen soll es in den Kruger Nationalpark gehen.
Ich stehe an der Kasse im Gedränge und dann gehen die Lichter aus. Der Supermarkt ist von einer Sekunde auf die andere stockdunkel. Es dauert aber nicht lange und das Licht geht wieder an. An den Kassen herrscht ab jetzt Chaos mit der Bezahlung, die Karten- Bezahlsystem sind offline.Alle sind hier völlig entspannt und warten halt ab.
Im Radio läuft die letzten Tage das Thema load shedding rauf und runter, der geplante Stromausfall war das letzte Mal vor 10 Monaten. Jetzt werden wohl doch wieder Slots für Stadtteile eingeführt. Teil A kein Strom von 15 Uhr- 18 Uhr.
Bei der Einfahrt in unsere Unterkunft werden wir schon gewarnt: No Power !
Es ist so ruhig hier, jetzt kann man die Vogelstimmen richtig intensiv wahrnehmen und das Bier genießen.
Beim Abendessen sehen wir ein einziges Flusspferd vorbeipaddeln, aber immerhin. Strom haben wir für unsere Klimaanlage und Kühlschrank jetzt auch wieder.
Die Nacht waren so hohe Temperaturen, dass wir schlecht geschlafen haben. Zwei Ventilatoren haben nicht ausgereicht um Abhilfe zu schaffen. Türen und Fenster dürfen nur unter Aufsicht geöffnet werden wegen der 🐍 Schlangen, die gerne ins Haus kommen. Trotz engem Zeitplan machen wir noch witzige Fotos von Marcus‘ dicken Beinen, dem Alienstuhl und ein cooles Biker Bild.
Schluss mit dem Quatsch, wir müssen los. Wir wollen die Abkürzung zum Ausgangstor nehmen, aber unsere Vermieterin hat ihren Pickup so geparkt, dass wir nicht vorbeikommen.
Wir fahren andersrum und verfahren uns auf der Farm, dabei haben wir doch eine Verabredung mit Jessica und sie erwartet uns pünktlich um 8:45 Uhr. Wir haben Stress und rufen Patricia an, sie lotst uns zurück. Auch das noch, die Strauße finden den Weg gerade super attraktiv, um darauf zu chillen.
Hupen interessiert ihn nicht die Bohne. Und jetzt ? Wir versuchen es nach kurzem Überlegen am Kopf vorbeizukommen, das ist dem Strauß dann doch zu doof und er steht empört auf.
Patricia fährt ihr Auto weg und wir haben freie Fahrt zu Jessica. Sie ist das weltweit bekannteste Waisenkind. Toni hat sie kurz nach ihrer Geburt als Findelkind aufgenommen und groß gezogen. Jessica findet ihren Ziehvater so toll, dass sie ihn einfach nicht verlassen will und sie hat Toni inzwischen zum Opa gemacht hat.
Bei Toni angekommen steht ihm die Trauer im Gesicht, das fast einjährige Baby ist seit gestern verschwunden. Er vermutet das schlimmste, dass der kleine Kerl von einem Krokodil gefressen wurde, denn ein Fluss mit Krokodilen führt direkt an Tonis Haus vorbei.
Jessica scheint das zu seinem Erstaunen noch gar nicht bemerkt zu haben. Warum auch ? Der Kleine taucht genau wie sie zur Fütterung bei unserem Eintreffen wieder auf und alle sind happy.
Jessica ist ein Flusspferd und widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass man das für den Menschen 2. gefährlichste Tier der Welt nicht zähmen kann.
Toni hat mit seinen inzwischen 3 Flusspferden den Gegenbeweis angetreten, Mama Jessica mit Baby und ein weiteres angeschwemmtes, gerettetes Baby sind handzahm. Sie lassen sich streicheln , füttern und saugen gerne die angebotene Flasche mit Rooibos Tee leer.
Fernsehteams rund um den Globus haben über Jessica berichtet, dass sie im Haus 5 Betten, etliche Sofas und x Küchentheken zerlegt hat. Aber böse konnte weder Toni noch dessen Frau dem süßen Koloss sein. Auf YouTube gibt es eine Reportage, die daran zweifeln lässt, ob Tonis Frau ihn aus Liebe oder nur aus Liebe zu Jessica geheiratet hat.
Nur die Frauen dürfen Jessica auch küssen, manche Küsse bleiben ewig in Erinnerung.
Toni bedankt sich noch bei uns, denn wir waren heute seine Glücksbringer, denn sein Enkel Loekoe ist wieder da.
Marcus muss Gas geben, denn wir sind zur Cruise auf dem Blyde River angemeldet. Irgendein Film wird hier gedreht und wir dürfen nur im Konvoi an der Filmcrew vorbeifahren. Mission Impossible 9 ist es übrigens nicht, der ist bereits abgedreht.
Allein für diese Bootsfahrt hat sich die ganze Gurkerei gelohnt. Tolles Panorama, ein Wasserfall mit einem tränenden Auge, Flusspferde, diesmal nicht zum Knutschen und Krokodile.
Vom Canyon fahren wir die Strecke von gestern wieder Retour, halten noch zum köstlichen Mittagessen an
und sind dann wieder auf der Pass Straße mit Tunnel.
Diesmal lassen wir den typischen Blyde River Aussichtspunkt aus und nehmen Lowveldview.
Jetzt aber endgültig „Tschüss Panamaroute“, du warst ein Traum.
Wir checken in unserem alten Hotel ein und werden wie beste Freunde behandelt, alle haben uns wiedererkannt und gefragt, ob wir Jessica getroffen haben Na klar haben wir das und es gab sogar einen Abschiedskuss.
Neuer Tag, neues Licht am Blyde River Canyon, so unsere Hypothese. Wir fahren als zum 3. Mal die 50 km lange Strecke zum Aussichtspunkt. Diesmal habe ich Zeit für Fotos vom größten Waldgebiet Südafrikas.
Und nach ein paar Kilometern sieht die Landschaft wieder ganz anders aus.
Wir löhnen wieder die Einfahrtsgebühr für Ausländer, obwohl Marcus die ganze Zeit zu verhandeln versucht. Aber die Kassiererin meint nur kühl: „all Internationals, who come here, are rich!“ 180 Rand please.“
Das Licht ist heute tatsächlich besser an unseren Fotospots.
Wir mühen uns mit einem Selfie ab, die neueste Technik macht es möglich, dass zuerst der eine ein Foto vom Partner macht und dann übernimmt der Partner das Handy und macht wiederum ein Foto. Die beiden Bilder werden mit Handytechnik zusammengefügt und es sieht aus, als hätte uns jemand gemeinsam fotografiert.
Ich frage dann doch lieber eine deutsche Touristin, geht einfacher und schneller.
Unser Ziel für heute ist der Canyongrund, dafür müssen wir aber über eine Stunde rund 90 km einmal um den Canyon
herumfahren, ein Teil der Drakensberge ist im Weg. Diese Strecke ist landschaftlich ein Hingucker, wird von Touristen jedoch kaum noch frequentiert.
Mit Blick auf eine Drakensbergkette essen wir zu Mittag.
Ab jetzt wird’s spannend, Marcus will bei Hippo Moon schlafen, eine Lodge mit eigener Farm und Tieren.
Die Buchung ist bestätigt und ich öffne das Rolltor.
Irgendwann folgen wir unserer Gastgeberin Patricia übers Gelände.
Und sind dann in einer Unterkunft, die so anders ist…
Hier ist Luxus in den Zimmern, ein Pool mit Blick aufs Wasserloch mit momentan anwesenden Straußen.
Damit nicht genug das Innere der Lodge ist eine Kunst und Oldtimer Sammlung, teilweise mit echten Requisiten aus allen möglichen Filmen.
Ed Hardy Original, ein Stuhl aus Alien und ein Motorrad von James Dean.
Es ist alles so surreal hier. Als unser Vermieter dann noch erzählt, dass der Blyde River Canyon Filmkulisse für Mission Impossible 9 ist, denke ich bin im falschen Film.
Für morgen haben wir die Bootsfahrt auf dem Blyde River gebucht und bekommen gerade eine Mail dazu, dass wir bis zum Boot selbst keine Fotos oder Videos machen dürfen und 40 min vor Abfahrt schon da sein sollen. Vielleicht sind ja Filmaufnahmen im vollen Gange, wir sind gespannt.
Wir bekommen auf der Terrasse ein köstliches Dinner serviert, das die 9 Haushunde am liebsten selbst verspeisen würden.
Und was jetzt kommt, würde mir eh keiner glauben,wenn ich nicht Beweisfotos hätte…
Wir sollen mit ins Badezimmer von Patricia kommen und dürfen ihr Bush-Baby füttern. Was auch immer ein Bush-Baby ist.
Ich stelle vor, das süßeste Bush-Baby aller Zeiten, ein Waisenkind, das von Menschenhand aufgezogen wird.
Bei der Reiseplanung zu Hause habe ich die Bilder vom Blyde River Canyon gesehen. Die drittgrößte Schlucht der Welt gehört bei den geführten Rundreisen durch Südafrika einfach mit dazu. Da wollte ich dann auch unbedingt hin. Heute ist es soweit, Marcus wird uns zu diesem Sehnsuchtsort fahren.
Auf der Panoramaroute, die 3 km nach unserem Ort zu den ersten Highlights führt, ist es wie in einer Waschküche, alles voller Nebelschwaden.
Das God’s Window fahren wir erst gar nicht an, Gott schläft eh noch und hat die Vorhänge vor seinem Fenster noch fest zugezogen.
Wir sausen direkt zum Blyde River Canyon durch und hoffen, dass die diesige Sicht von der Sonne aufgelöst wird. Wenn das Navi dann Stau auf der Route bis zum Aussichtspunkt anzeigt, liegt das meistens an den Kühen, die sich rein gar nicht um die Leichtigkeit des Autoverkehrs scheren.
Leider sind wir nicht die einzige, die hier das optimale Foto aus der Kulisse rausholen wollen.
Dieser Käfer spielt hier voll die Fotobombe!
Moment, der muss weg.
Ein paar Meter weiter ist der Aussichtspunkt auf die drei Rondavels, also die drei dicken Berge.
Manche Touristen halten sich auch nicht an die Hinweisschilder, nur um eine gute Figur vor den Bergen zu machen.
Marcus ist nicht wirklich mit den Fotos zufrieden, weil die Sicht nicht so klar im Canyon ist wie wir es uns erhofft hatten.
Wir fahren jetzt die Strecke wieder Stück für Stück zurück und nehmen dabei alle Fotostopps mit, die auf der Panoramaroute liegen.
Das Wunderwerk der Natur die Potholes sind Goldwert.
Denn hier ist tatsächlich Gold gefunden worden und jetzt ist das Ganze durch die vielen Touristen wieder eine Goldgrube, denn hier gibt es keine Sehenswürdigkeit ohne Eintrittsgeld.
Für das Mittagessen hat Marcus sich das hier ausgesucht, eine glatte Glanzleistung, es gibt hier sonst auf der Strecke keine Alternative.
Nächste Stopps sind Sturzflüsse, die von Klippen fallen. Was soll ich machen, ich kann hier doch nicht dauernd Wasserfälle präsentieren, aber so ist es nun mal. Berlin Falls ….
Mit Model
Lisbon Falls…
Und da es jetzt so schön sonnig ist, schauen wir bei God’s Window vorbei und das Fenster steht doch wirklich sperrangelweit offen.
Uns fehlt noch der Pinnackle Rock, der Felsen, der wie eine Nadel aus dem Heuhaufen heraussticht, wie beim Sprichwort.
Uns hat die Panoramaroute mit all ihren spektakulären Aussichtspunkten sehr gefallen und was sagt ihr dazu ?
Zum krönenden Abschluss gibt es noch einen kleinen Strauß und ein Zebra, allerdings nur auf dem Teller.
Bevor es heute richtig losgehen kann, fahren wir zu Point S.Hier gibt es Reifen in allen Größen und Formen, ein Paradies für Männer.
Wir checken nochmal unseren Reifen, ob der auch wirklich dicht ist. Nachdem der Reifenmechaniker an der Kaugummidichtung rumpult ( so sieht das ganze zumindest aus) ist der Reifen nicht mehr dicht und blubbert im Wasserbad. Also nochmal 10 Euro investiert und den Reifen vulkanisieren lassen. In der Wartezeit dürfen wir uns das Ausstellungsglas mit den ehemaligen Reifenbewohnern ansehen, die aber alle Hausverbot bekamen.
Mac Mac Pools sind unser Schwimmbad für heute. Der schöne Fluss hat kleine Wasserfälle und Becken produziert, die wirklich toll in der Landschaft liegen.
Und was macht Marcus wieder, nach Münzen suchen, dabei hoffe ich inständig, dass er sich den Fluch abgewaschen hat.
Als ich dann mein Bad nehme, ruft mir Marcus dauernd etwas von einem Wesen im Wasser zu. Er meint er hätte Mini Nessi gesehen, wegen der Mac Mac Pools, die haben doch bestimmt was mit Schottland zu tun. Ich glaube ihm kein Wort und schwimme dann doch tatsächlich mit einem schwarzen Riesensalamander. Mein Schrei hat den armen Kerl dann so sehr erschreckt, dass er sich zwischen den Felsen versteckt hat .
Bei den oberen Pools gibt es mal wieder den typischen Sightseeing Bilderrahmen vor dem Wasserfall.
Zu den Mac Mac Pools gehört natürlich noch wie immer ein Wasserfall, der stürzt sich aber so exquisit von der Canyonkante in die Schlucht, dass er mit unserem geheimen Wasserfall von gestern in Konkurrenz treten kann.
Ich finde ihn super beeindruckend, zumal ein Regenbogen im Aufprall entsteht.
Unsere Fahrt ist nicht lang bis Graskop und wir verhandeln im Hotel um den Übernachtungspreis, schauen uns drei angebotene Zimmer an und ich entscheide mich für das falsche. Im Zimmer findet eine Mückenparty statt und einige von ihnen haben sich mit Blut vollgesogen. Ich erschlage 10 von ihnen, bekomme Anti-Mückenspray und einen Anti- Mückenstecker. Wir konstruieren unsere Moskito Netze und sind recht zufrieden mit unserem Werk.
Unser Mittagessen ist zur Abwechslung mal wieder ein Burger, der ist aber bisher der schlechteste auf der Tour.
Zeit für den genialen Canyon von Graskop mit Wasserfall.
Diese Schlucht hat man touristisch aufbereitet mit gläserndem Fahrstuhl bis zum Canyongrund, Ziplining, Hängebrücken, Klippenwanderung
und der Adrenalin Leckerbissen, die Schaukel mit 70 m freiem Fall, bevor das Seil sich strafft und in die Schaukelbewegung übergeht.
Für uns bleibt der Fahrstuhl übrig, den Rest überlassen wir den Waghalsigen, allein schon wegen meiner Mutter 😉, sie muss sich nicht mehr als nötig Sorgen machen. Aber das Video dazu, kann man ja mal schauen, ob man sich auf diese Schaukel trauen würde.
Auf dem Canyongrund gibt es einen Holzplankenweg, der durch das Urwalddickicht führt.
Wieder im Hotel verzweifele ich an unserem Zimmer, denn es ist heiß und liegt auch noch über der Küche und stinkt.
Nach dem Marcus durch den Pool geschwommen ist, bringe ich ihm sanftmütig bei, dass wir mal wieder umziehen.
Wenn man sonst nichts im Urlaub zu tun hat, zieht man zwischendurch um und konstruiert neue Moskitonetzabspannungen.
Wir sind die ersten beim Frühstück und ich freue mich auf Porridge und selbst gebackenes Brot, beides habe ich gefühlt ewig nicht mehr gegessen. Als ich den letzten Löffel Joghurt genieße, legt uns unser Vermieter eine Karte hin. Mit den Worten: „ihr seid würdig!“ verschwindet er genauso schnell wieder. Gestern hat schon sein Kompagnon von dem geheimen Wunschort gesprochen, an den nur wenige Menschen dürfen. Ich fühle mich wie Leonardo DiCaprio in the Beach, wir dürfen also zu diesem Ort gehen. Marcus hat die Karte in der Hand und deutet die Hinweise zum Ziel.
Wir stapfen durch den Wald,
um das sumpfige Gebiet drumherum,
durch die Bambus Schneise.
Kurz darauf setzt das Rauschen in unseren Ohren ein, aber das sei ein Naturphänomen, auf das wir schon im Vorfeld vorbereitet wurden.
Und dann liegt er vor uns der geheime Wasserfall, der keinen Namen trägt und über Google Maps nicht zu finden ist. Ein Traum von einem Wasserfall breitet sich vor uns aus und bildet einen einladenden Pool zum Reinspringen.
Wir schauen uns grinsend an und denken beide das selbe: “ da rackern wir uns im Tsitsikamma Nationalpark über Stunden ab, um „den Wasserfall “ mit so vielen anderen Ottern zu sehen und dieser ist schöner, direkt um die Ecke und wir haben ihn für uns alleine.
Menschen, die in die Gunst kommen diesen Wasserfall zu sehen, werfen Münzen in den Pool und dürfen sich etwas wünschen. Marcus fängt an nach den Münzen zu suchen und wird im Rausch zu Gollom und hält mir stolz seinen Schatz hin. “ Dass darauf ein Fluch liegt,weißt du doch, man darf keine fremden Wünsche stehlen!“ Ihm ist es egal und wir sind um 12 Rand reicher (60 Cents).
In unserer Unterkunft melden wir uns von der Wanderung zurück, klauben unsere schmutzige Wäsche zusammen und fahren zur ortsansässigen Wäscherei. Um 14 Uhr bekommen wir alles gewaschen, getrocknet und gefaltet zurück.
In Sabie gibt es noch den Sabie Fall, der Wasserfall für die, die es eilig haben. Parken, ein paar Schritte gehen, Fotos machen und der Wasserfall ist im Kasten, bzw. auf dem Handy.
Heute geben wir das meiste Geld für die Wäscherei und die unterschiedlichen Wasserfälle aus, denn alle kosten Eintritt, je besser die Wegbeschaffenheit zur Sehenswürdigkeit, um so teurer der Eintritt.
Der Brautschleier ist auch so eine Schönheit, je nach Wind wirft der Wasserschleier sich anders zu Boden. The Bridal Veil Falls hat noch eine Besonderheit,
man kann sogar hinter ihn gehen, wenn man Matschschuhe und Dauersprühregen auf glitschig nassem Weg in Kauf nimmt.
Wasserfall Nr. 4 ist der Lone Creek Wasserfall und kostet am meisten, dafür ist es wirklich leicht ihn zu erreichen.
In der Nähe von Wasserfällen ist auch immer ein Hotspot für Schmetterlinge, sehr schöne Wesen.
Eigentlich sollte es heute noch der 5. Wasserfall sein, der Horseshoe Fall, aber es setzt ein ordentliches Gewitter ein, mit Blitzen, ohrenbetäubenden Donnern und dann sinnflutartige Regenfälle.
Ich glaube ja nicht an solche Geschichten mit Fluch und so, aber es scheint doch etwas dran zu sein. Marcus fährt die holprige Straße entlang und das Auto zeigt die Warnmeldung Druckverlust im Reifen an. Das ist mal wieder typisch Marcus, er ist der perfekte Reifenplattmacher. ( USA -Platten, Albanien-Platten) Wir schaffen es noch bis zur Tankstelle in Sabie. Bei strömendem Regen erkläre ich den Tankwarten, dass wir nach den Reifen gucken müssen. Der Hinterreifen auf der Fahrerseite verliert Luft, wir haben uns irgendetwas in die Lauffläche gefahren.
Während einer der Männer halb unter unserer Karre hängt und den Übeltäter im Reifen sucht, fällt Marcus ein, dass er Hunger hat. Mit den Worten:“ ich bin dann mal weg!“ Verschwindet er im Tankstellen Café.
Ich assistiere dem Autodoktor und nehme den rausoperierten Eisensplind entgegen. Der Reifen zischt und wird fast gleichzeitig mit einem Tupfer wieder verschlossen, noch einmal aufpumpen, fertig! Den veranschlagten Preis verdoppele ich schon aus Dankbarkeit. Als alles geregelt ist, kommt Marcus mit einem riesigen Muffin aus dem Café und futtert vor sich hin. “ Wieder alles gut ?“ Als hätte ich einfach nur das Auto volltanken lassen. „Ja, alles gut, bitte zur Wäscherei, wir müssen noch unsere Wäsche abholen.!“
Nun sitzen wir bei strömendem Regen in unserem Chalet und überlegen wie die Reise weitergehen soll, noch ein Blitz und bam der schlägt direkt in den Funkmasten ein.
Das Internet ist gekappt, WLAN und 2 unterschiedliche SIM-Karten richten nichts mehr aus. Wir begnügen uns mit diesem Ding, wie heißt das noch gleich? Ah, ja Buch, genauer gesagt Reiseführer. Ich hoffe nur, dass sich irgendjemand wundert, warum kein Beitrag heute kommt, denn ursprünglich sollte der Blog mal unser Backup sein.
‚Marcus und Regina sind in Sabie, da wird doch wohl nichts passiert sein ?!‘ Ach, die liegen bestimmt am Pool😉‘