Lagos- Faro mit dem Zug ca. 90 km 31.01.24

Auf die Plätze, fertig,los…wir machen ein Wettrennen von unserer Unterkunft bis zum 3 km entfernten Bahnhof. Ich nehme das Rad und Marcus lässt sich mal wieder abholen. Zeitgleich geht es los, ich habe es schon einfacher, Berg runter, rollen lassen, an der Promenade Blick zur Klappbrücke…Sie ist gerade geschlossen, so dass ich mein Rad darüber schieben kann, danach noch 400 m und „Erster!“

Marcus Wagen hält 2 Minuten später an und sowohl Marcus als auch Fahrer staunen nich schlecht als sie mich sehen.

Inzwischen bin ich Zug Profi, Rad verladen, Ticket im Zug lösen und schon geht es an der Küste entlang meine ganze gefahrene Strecke rückwärts und das in knapp 2 Stunden.

In Lagos haben wir uns das exquisite Flughafenhotel für 2 Nächte gegönnt und das kann sich sehen lassen.

Trotz Pool, Spa und Whirlpool machen wir noch einmal den Abstecher zum Naturschutzgebiet und sehen Flamingos.

Den Sonnenuntergang am Strand genießen wir mit einem Bier.

Da will man doch gar nicht nach Hause fliegen, na ja einen Tag haben wir noch zur Verfügung bevor auch wir wieder abheben.

Küstenwanderung von Lagos nach Praia da Luz, ca. 14 km 30.01.24

Noch einmal an der Küste wandern, der Sonne entgegen mit herrlichen Ausblicken auf die Klippen. Eine beliebte Tagesetappe von Lagos nach Luz auf dem Fernwanderweg Rota Vicentina ist heute sozusagen unsere Hausrunde.

Wir fangen an den Holzstegen zu den Aussichtspunkten an und fotografieren immer weiter.

Marcus hat die Küste noch genaustens in Erinnerung, denn 2019 sind wir hier mit dem Ausflugsboot langgeschippert.

Ponta da Piedade ist in der Tat nur ein Fotomotiv und Anlegeplatz für Boot, einen Strand sucht man hier vergebens.

Auf dem letzten Foto sieht man noch die Steintreppe, die wir runter und wieder raufgekraxelt sind.

Wir umrunden das Kap mit Leuchtturm und haben den nächsten Strand vor der Steilküste schon gesichtet.

Zu viele Fotomotive lassen mich immer etwas hinter Marcus zurückbleiben.

Am gefühlten endlos Sandstrand von Porto Mos gibt es Super Bock in XL.

Danach machen die Fotos gleich doppelt so viel Spaß.

Wieder hoch auf die Klippe geht’s über das Plateau, an der schwarzen Klippe vorbei bis man schon den Strand von Luz erspähen kann.

Das Strandstädtchen Luz hat traurige Berühmtheit, denn hier verschwand vor 17 Jahren die kleine Maddie auf mysteriöse Art und Weise.

Eine Erinnerungsstätte haben wir nicht gesehen und trotzdem wird Praia da Luz einen bitteren Beigeschmack behalten. Der Strand mit den farbintensiven Felsen und der schwarzen Klippe lassen uns bis kurz vor Sonnenuntergang hier verweilen, bevor wir den Bus nach Hause nehmen.

Eine schöne Tagesetappe war das heute, wir haben etwas Sonnenbrand und Marcus hat sich eine Blase gelaufen, die schönsten Erinnerungen sind halt kostenlos.

Lagos Sehenswürdigkeiten 29.01.24

Neben den Bootsfahrten zu den Höhlen an der Küste gilt der Zoo von Lagos als Touristenattraktion mit Schildkröten…

Es gibt hier die meisten Hornvögel, die ich jemals in einem Zoo gesehen habe. So viele Tukanarten, dass Marcus dauernd nachlesen muss, wo die Tukanart auf der Welt beheimatet ist. Im australischen Teil des Zoos treffen wir auf die Papageien, die schon in Brisbane auf Marcus Kopf gesessen haben. Auch der lachende Hans ist hier und verteidigt mit lautem Lachen sein Revier.

Mit dem Bus fahren wir wieder nach Lagos, diesmal zum Hafen.

Und erwischen an der Meia Praia ein wenig Sonne.

Über die Klappbrücke schlendern wir wieder in die Stadt und genehmigen uns Kaffee und kalte Schnauze.

Insgesamt sind wir heute wieder um 12 km zu Fuß unterwegs gewesen, voll verrückt für einen ehemals geplanten Fahrradurlaub.

Portimao – Lagos ca. 25 km 28.01.24

Die neue Unterkunft in Lagos hat erst um 16 Uhr check in und daher vertreiben wir uns die Zeit in Portimao mit Nützlichem.

Ich wähle den schlechtesten aber nächstgelegenen Waschsalon. CLEANY macht mich wahnsinnig, in der Waschmaschine werden nur 1 Euro Münzen genommen und ich habe nur Scheine. Im Sparmarkt kaufe ich eine Klappzahnbürste und bekomme Maschinengeld zurück. Am Ende des Waschgangs merke ich, dass für den Trockner jetzt 50 Cents Münzen brauche. Also wieder in den Spar und einen Schokoriegel kaufen.

Um 12 Uhr ist dann alles bereit für den Quartierwechsel, während ich mit meinem Drahtesel losreite, wartet Marcus wieder auf seinen nächsten Kutscher. Der feine Herr ist natürlich vor mir an unserem neuen Gemach, das wir aber erst gegen 15 Uhr beziehen können.

Lagos also, der Ort mit den Reiseprospekt Stränden. Die ganze Küste wird zugebaut, stylische Wohnungen und Häuser mit Pool und Meerblick, insgesamt viel Beton und Glas. Wir sind zu Fuß unterwegs und kommen an den Traumstrand Camilo nicht ran, alles wird mit neuen Holzplanken versehen und das letzte Treppenstück ist noch nicht fertig. Ich bin so enttäuscht.

Bleiben noch die Strände Dona Ana und Pinhoa, aber das Licht stimmt nicht mehr für gute Fotos.

Stattdessen schauen wir uns Lagos und seine Altstadt an.

Marcus macht Faxen und sollte eigentlich nicht mit aufs Foto.

Es gibt schöne Streetart und so suchen wir uns die besten aus.

Bei den küssenden Schnecken, küssen wir uns auch. Aus dem blühenden Schlafbaum der Spatzen töst zwitschernder Applaus.

Praia da Rocha nach Alvor Küstenwanderung 27.01.24

Dass wir 14 km an der Küste gewandert sind, haben wir gar nicht gemerkt, denn die Küste verändert sich dauernd mit ihren fragilen Felsen. Es liegen Brocken im Meer und von oben betrachtet ist alles ein Kunstwerk.

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt und da Menschen die Angewohnheit haben, etwas bekanntes in den Felstrümmern zu sehen, haben sie den Stränden Namen gegeben.

Es gibt den Uboot Strand…

Der schwarze Klotz hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Uboot.

Der andere Strand ist der mit den 3 Elefanten

anhand der schlürfenden Rüssel ist es nachvollziehbar.

Aber eigentlich sind die Strände alle außergewöhnliche, manche mit Felstoren…

Und zwischendurch ein Wanderweg durch einen Eukalyptuswald, sehr mit Australien vergleichbar.

Nach diesem Felsenfenster ist es vorbei mit der Brockenküste und endlose Sandstrände folgen.

In die Küste kann man sich einfach nur verlieben. Im Fischerstädtchen Alvor trifft Marcus auf eine Einheimische, die ihren rechten Arm noch weniger bewegen kann als er.

Unser bolt Fahrer erzählt auf dem Rückweg zum Hotel von Orcas an Portugals Küste und von Delfinen, die in den Fluss geschwommen sind und nun aufgrund der Gezeiten nicht mehr ins Meer zurückkehren können. Irgendwie sind wir k.o. und verbringen den Nachmittag auf unserer Terrasse mit Meerblick und lassen die Wanderung Revue passieren. Morgen geht es weiter nach Lagos.

Carvoeira- Portimao-Praia da Rocha 26.01.24

Wir drehen noch eine Abschiedsrunde um den Strand in der Nähe unser Unterkunft.

Marcus spielt mit dem Bordercollie, der wie verrückt hinter dem Ball herhetzt, während ich mit Herrchen über Drohnen fachsimpele. Es ist Brutzeit bei den Möwen und Drohnen können sie gar nicht leiden. Bei Sichtung einer Drohne wird der Schwarm zusammengetrommelt und man geht auf Drohnenjagd. Zuerst wird die Drohne angekackt, dann der Fernpilot und zum Schluss wird die Drohne angegriffen und der Pilot verfolgt. 

Wir machen einen Kurzflug und trollen uns wieder. Das Ziel heute ist Portimao, genauer Praia de Rocha. Nur 1 Stunde Radfahrzeit für mich

und 22 Minuten für Marcus im bolt Wagen, dafür verpasst er diese Fotostopps.

Den Strand Praia Caneiros

und das Reklamegemälde von Portimao

Dafür checkt er als erster im schicken orientalischen Hotel ein

Zusammen gehen wir an der Küste entlang und fotografieren die verschiedensten Strände auf der 6 km Wanderung.

Eigentlich hatte ich mir ein neues Handy gewünscht, bei dem es so nette Funktionen gibt, die Leute auf Fotos verschwinden lässt und es so aussieht als wäre man allein hier.

Hier ist das allerdings gar nicht nötig, es ist so leer.

Marcus hat inzwischen so Spaß an der Bolt App, dass er uns einen Wagen zum Chinarestaurant bestellt. Für 3,50 € werden wir im Tesla mit 256 PS in die Sitze gedrückt und können diesen billigen Luxus nicht fassen. Als Marcus anfängt dem Fahrer zu erklären, dass der Wagen mit der Katapultachterbahn im Phantasialand zu vergleichen ist, sind wir schon am Restaurant angekommen.

Carvoeira-Portimao-Faro und alles retour 25.01.24

Im deutschen Ärztehaus von Carvoeiro fällt der Arzt die Entscheidung und nimmt Marcus aus dem Radrennen. Die Schulter ist so beeinträchtigt, dass nichts mehr geht, dafür gibt es Schmerzmittel, Salbe und Cortison auf Rezept.

Im Hotel schnappe ich mir Marcus Rad, Helm und Ladegerät und fahre nach Portimao.

Dort steige ich in die Bahn, pfeife den Japaner mit seinem Rad zu mir und zusammen hieven wir unsere Räder in die Bahn. 3 Bahnhöfe später pfeife ich den Inder mit seinem Rad zum Verladeabteil und helfe ihm mit seinem Rad. Bis Faro sitzt er neben mir und er erzählt von Europa und wo er überall schon gearbeitet hat, in Portugal ist er geblieben, obwohl der Verdienst nicht gut ist, aber die Sonne und das Meer wiegen es auf. In Faro gebe ich das Rad bei der Vermietungsagentur wieder ab und nehme direkt den nächsten Zug zurück nach Carvoeiro. 

Marcus schlendert während meiner Abwesenheit an der Küste herum, fotografiert nur Müll

und diese Katze

Nebenbei trainiert er mit Dröhnchen, die in ihrem Koffer hockt und hin und her geschleudert wird, eine Übung um die Schulter zu entlasten.

Ich kann noch berichten, dass Zug fahren in Portugal gut und günstig ist und man so schön durch die Landschaft rumpelt. Man sieht dabei Orangenplantagen ohne Ende oder die Klapperstörche, die gerade in Paarungsstimmung auf ihren Nestern so schön klappern.

Um 18 Uhr sind wir wieder zusammen im Hotel und werden uns wieder ein köstliches Essen genehmigen in dem super Restauraunt.

The Walk von Carvoeiro nach Benagil 24.01.24

Heute haben die Räder Pause und wir machen die Küstenwanderung direkt vor unserer Haustür zum Strand Benagil.

Marcus hat eh Schulterschmerzen und kann nicht so viel machen, zumindest heute nicht Rad fahren.

Der Weg ist eine Augenweide, ein Fotomotiv schöner als das andere.

Am meisten beeindruckt hat uns jedoch der Strand Praia do Carvalho mit seinem Zipfelfelsblock mitten im Meer.

Irgendjemand behauptete mal, du hast einen Ort nicht wirklich besucht, wenn du nicht zu Fuß da warst, heute trifft das mit diesen Ausblicken definitiv zu.

Gefühlt sind wir zur Unzeit im Benagil, denn der Bus fährt nicht ab hier oder erst viel später.

Das Handy schlägt „bolt“ vor und wir buchen unsere erste Fahrt mit der App für einen Spottpreis und können in Echtzeit verfolgen, wie weit der Fahrer noch von uns entfernt ist.

Felipe begrüßt uns wie alte Freunde und setzt uns 10 Minuten später an unserem Hotel ab. Somit bleibt Zeit, the Walk noch zur anderen Seite zu machen zu dem Fotopunkt, an dem Heiratsanträge gemacht werden…

Algar Seco ist über den Muschelfelsenweg zu erreichen und für uns ein Katzensprung.

Das Doppelfenster ist einfach ein Wunder der Natur.

Die Algarve ist so beeindruckend und so farbenprächtig, da fehlt nur noch ein buntes Foto von Carvoeiro selbst.

Hoffentlich geht es morgen mit Marcus Schulter besser, denn wir wollten noch weiter diese schöne Küste erkunden.

Falesia nach Carvoeiro, 41 km, 23.01.24

Bei 21 Grad kann man locker in Radlerhose und Tshirt fahren, dazu entscheiden wir allerdings erst nach 8 km in Albufeira am Hauptstrand.

Am Katzen Jetty genau auf der anderen Seite des Strandes überlegen wir uns die beste Route nach Armacao de Pera.

Wir nehmen den alt bekannten Weg über die Holzplanken am Naturschutzgebiet. Ich bin ganz begeistert, dass man den Weg mit nagelneuen Stegen bis nach Armacao de Pera erweitert. Beim Näherkommen klafft jedoch eine 2 m Lücke zwischen alten und neuem Steg über dem Fluss. Wir nehmen den Umweg und stärken uns erst einmal mit einem Bier.

Den Abstecher zur weißen Kapelle nehmen wir auch noch mit

und lassen Dröhnchen eine Runde fliegen.

Das schönste, das man an der Algarve besichtigen sollte, ist die Meeres Höhle Benagil. Bootstouren werden an jeder Ecke angeboten, allerdings nicht im Winter.

Wir versuchen es stattdessen mit Dröhnchen.

Hier ist was los, als ich Dröhnchen starte kreisen noch 2 weitere Drohnen über der Höhle, aber hineingeflogen ist nur meine.

Das war aber auch eher Fliegen auf Sicht, weil das GPS Signal abgerissen war. Der Strand von Benagil ist eher Nebensache, denn alle wollen nur die Höhle sehen.

Ab hier ist es nicht mehr weit bis zur ausgewählten Unterkunft in Carvoeiro. Aufgrund der Unterbringung der Räder gibt man uns ein Zimmerupgrade, da man keine gesicherte Abstellmöglichkeit hat. Wir bekommen ein 100qm Haus mit Küche, Wohnzimmer, 2 Bädern und 2 Schlafzimmern.

Das ganze Haus ist leider kalt und so heizen wir die Hütte mit den 3 Klimaanlagen ordentlich durch. Um 17 Uhr ist das Wasser weg, eine defekte Leitung an unserem Hotel Komplex lässt keine Dusche zu.

Wir gehen noch zum Strand von Carvoeiro und fangen die letzten Sonnenstrahlen ein.

Es ist 19:15 Uhr hier, in Deutschland 20:15 Uhr und aus den Wasserhähnen kommt immer noch kein Tropfen Wasser.

Von Faro nach Falesia 22.01.2024

Morgens verspricht der Tag schon gut zu werden, die Sonne strahlt irgendwie noch intensiver und ich richte mich auf Frühling ein.

Gestern hatten wir es endlich kapiert, wir haben Übergewicht, also nicht wir allein, eher unsere Klamotten am Rad. Wir reduzieren Gepäck, Winterjacke, Leggins, Buch, Kameraequipment, das 3. Paar Schuhe, Jeans…der Fahrradverleih um die Ecke machts möglich. Die Räder sind danach auch etwas besser zu fahren und sind stabiler.

Von Faro geht’s landschaftlich schon schön los, durch den Stadtpark bis zum Park Ria Formosa. Über Holzplanken radeln wir im Chamäleon Habitat dahin und ich entdecke doch in der Tat eins.

Unser heutiges Ziel ist Falesia, ein Strandabschnitt der Algarve, der mit seinen ockerfarbenen Felsklippen eine Traumkulisse bietet. Doch zunächst tasten wir uns langsam voran und zwar ganz nah an der Küste.

Wir passieren mondäne Häfen mit Yachten so weit das Auge reicht, umrunden den Kreisverkehr mit dem Oktopus,

Schaukeln bei Quarteria auf der Riesenschaukel.

Von weitem sehe ich schon das Objekt meiner Fotografenbegierde, ein Gebüsch an der Felskante. Marcus hat nicht viel Verständnis für das Gestrüpp und besteht auf die Unterkunftssuche.

Der Strand Falesia gehört eigentlich zum Hauptort Albufeira, eine Touristenhochburg, bei den Stränden und Klippen kein Wunder.

Wir checken in einem 4 Sterne Hotel ein und ziehen direkt wieder los, zu Fuß mit Kameras und Dröhnchen.

Ich kann sie sehen die Haiflosse, ganz eindeutig es ist eine Haiflosse.

Marcus ist etwas überrumpelt von der Flosse

dabei ist es nur Gestrüpp, mein Gestrüpp !!!

Wir warten noch am Strand bis die Sonne ins Meer eingetaucht ist, ein wunderschöner Tag war das heute.