Heute haben wir unsere Mission vollendet, 606 km mit dem Rad von Mainz bis zum Starnberger See zu fahren.
Durch Wälder, entlang von den Flüssen Rhein, Main, Tauber, Wörnitz, Donau, Lech, Amper und Würm und durch so viele Städte mit Postkartenmotiven.Von Mittwoch bis Mittwoch jeden Tag auf dem Sattel bei herrlichstem Wetter.
Wir haben so viel gesehen und die viele Schönheiten unseres Landes entdeckt.
Es war ein unvergessliches Woche mit viel Spaß trotz lädierten Popos.
Nachmittags toben wir mit der Familie im 25 Grad warmen Starnberger See herum und ich vergesse zu bloggen.
Die ersten Meter von unserem Hotel entfernt kommt mir ein braungebrannter Mann nur mit einer roten Minibadehose bekleidet entgegen, das macht die Entscheidung leicht lieber am Lech langzufahren anstatt durch die Stadt.
Schön ist der Radweg , meist im Schatten und überall kleine Seen.
Nach 19 km legen wir den ersten Trinkstopp ein und kämpfen mit den Wespen um unsere Johannisbeerschorle.
Augsburg ist irgendwie wie Las Vegas, rundherum ist nur Pampa und Niemandsland und dann ist da plötzlich die große Stadt mit allem drum und dran. Demzufolge fahren wir von Augsburg weg wieder durch Pampaland, der nächste größere Ort ist Fürstenfeldbruck.
Bis dahin also Maisfelder, Auenland und Felder mit Zwiebelkirchen. Als ich kurz vor einem Fahrsteik bin, treffen wir auf den Fluss Amper mit schöner Badestelle.
Marcus springt hinein und treibt davon…wie hier üblich 😂. Nach ein paar Metern gibt es einen Ausstieg und man läuft über eine Wiese und das halbe Dorf zurück.
Das ideale Vergnügen und die beste Abkühlung:“ ,Amper du gefällst mir!“
Der Radweg führt bis nach Olching und ist sehr schnuckelig mit den Brücken
In Fürstenfeldbruck trifft Marcus auf seine ehemalige Unterkunft während des Papstbesuch in Bayern.
In Olching springen wir sogar noch in den Baggersee Olchinger See.
Marcus scheucht mich noch kilometerweit zu Fuß bis zu einem Biergarten direkt an der Amper. Auf dem Weg dorthin verfluche ich ihn wegen des einsetzenden Gewitters und des langen Weges, aber dann gibt es dort
und der Ärger ist sofort verraucht. Selbst der Rückweg im Regen macht mir nichts mehr aus, denn was wird in Erinnerung bleiben ? Dieser schöne Regenbogen am Ende eines bunten Tagesprogramm.
Bevor es mit dem Radeln losgeht, klettern wir noch 90 m, bzw 350 Stufen in die Spitze des Glockenturms „Daniel“.
Schon ein wenig anstrengend, aber was tut man nicht alles für einen Ausblick über die Stadt.
Am Fuße des Turms stellen wir uns der Tatsache, dieser Weg (bis nach Augsburg) wird kein leichter sein bei 31 Grad.
In Harburg bei km 30 machen wir Rast und decken uns mit Getränken ein.
Wir fahren längs des Flusses Wörnitz bis dieser bei Donauwörth in die, na …genau Donau mündet.
Hier ist so ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft und wir machen so seltsame Sachen wie den Kopf unter den Wasserschwall eines Trinkwasserbrunnens zu halten oder gleich das T-Shirt reinschmeissen, um es klitschnass wieder anzuziehen.
Bei km 60 treffen wir auf unseren letzten Fluss für heute, der Lech, er führt uns bis Augsburg.
Vor lauter Bierdurst stranden wir 6 km vor unserem Ziel an einem Supermarkt und kaufen uns das typische Helle. Der geschlossene Biergarten lässt uns unter einen Baumdach die eigenen Korken knallen. Nebenbei verdienen wir uns noch Weintrauben, ein Paket Nüsse und eine Flasche Apfelsaft, nur weil wir auf Fahrrad und Tasche des westafrikanischen Gabelstaplerfahrers kurz aufpassen, während er sich das gleiche Bier im Supermarkt kauft. ( Wir hätten es auch umsonst getan), aber er bestand darauf.
Um 18 Uhr checken wir im Hotel ein und um 19 Uhr sitzen wir in der Straßenbahn durch Augsburg.
Und was verbindet man mit Augsburg ?
Natürlich die Augsburger Puppenkiste
Heute leider Ruhetag. Nach den letzten Fotos von Augsburg haben wir endlich Zeit zu essen.
Morgens gibt Marcus das Ziel vor, 95 km bis Donauwörth. Der Mann hat nen Knall bei über 30 Grad und so geht’s im Schneckentempo erstmal bis Feuchtwangen.
Nach 30 km auf dem Sattel trudeln wir in Dinkelsbühl ein und staunen nicht schlecht über die schönste Altstadt Deutschlands (2014 vom Magazin Focus dazu erkoren).
Ein blinder Passagier fährt eine Weile auf meinem Bein mit und springt erst an der Stadtgrenze wieder ab.
Nach der Stadtmauer ist Zeit fürs Verhandeln und ich handele Marcus 20 km runter, stattdessen ist unser neues Übernachtungsziel Nördlingen. Habe ich noch nie von gehört, obwohl hier der Fussballer Gerd Müller geboren wurde.
Marcus erklärt mir, dass wir durch Europa‘ s riesigen Meteoriten Krater fahren. Wenn man sich einmal auf der Stelle im Kreis dreht kann man es sogar sehen., überall Kraterrand.
Die Stadt Nördlingen macht heute aus dem Nachmittag eine runde Sache, nicht nur wegen des Freibades mit Kraterrandblick sondern auch wegen der Stadt selbst.
2, 7 km kann man auf der Stadtmauer um die Stadt laufen.
Wir schaffen allerdings nur ein Drittel und genehmigen uns lieber einen Schlummertrunk.
Inzwischen kennen wir unsere MitRadler, man trifft sich irgendwie immer auf der Strecke in den Cafés oder im Biergarten.
Im 50 km entfernten Rothenburg vergessen wir die Zeit und fotografieren diese romantische Stadt
Ab jetzt wird es kritisch, in Rothenburg kosten die Zimmer ab 300 € aufwärts, in der Umgebung finden wir auch nichts über die Internetportale.
In Schillingsfürst versuchen wir unser Glück, den steilen Berg kämpfen wir uns hoch, den Akku schöpfen wir nicht voll aus, man weiß ja nie, ob wir dort ein Zimmer bekommen.
Hotel Post ist ausgebucht, Hotel Adler auch und was nun ? Im 14 km entfernten Aurach gibt es noch ein Zimmer in einem Autobahnhotel.
Wir buchen und kommen ziemlich erschöpft an. Das automatische Hotel, das bei der Eingabe des richtigen Codes eine Zimmerkarte ausspuckt, bemängelt dauernd unsere Eingabe. Telefonisch erreichen wir die Hotelchefin, bekommen die Karte und ein schönes Zimmer.
Heute Abend schauen wir lieber Olympia anstelle uns noch etwas zu bewegen.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es auf die erste Distanz nach Wertheim, 35 km immer links und rechts am Mainufer entlang.
In Wertheim mündet die Tauber in den Main und für uns der Zeitpunkt sich vom Main zu verabschieden und der Tauber zu folgen.
Die neue Strecke ist ein Mix aus romantischer Straße und liebliches Taubertal.
Allerdings finden wir die vielen kleinen Anstiege gar nicht so lieblich sondern leidlich, wenn man es mit dem Mainradweg vergleicht.
Die Fechterstadt Tauberbischofsheim besuchen wir für einen Fotostopp, um die letzten 20 km ordentlichen in die Pedale zu treten.
Bad Mergentheim macht was her mit Park, Schloss und romantischer Innenstadt.
Da wir das günstigste Hotel am Platz genommen haben, genießen wir noch so verrücktes Essen wie Melonensalat mit Schafskäse und planen mit dem Bier in der Hand die Route für morgen.
Die erste Zugverbindung lassen wir sausen, da die andere mit 2 Expresszügen schneller ist. Im Nachhinein ist man dann immer schlauer.
Von Brühl bis Koblenz geht es mit der Bahn richtig schnell. Ab Koblenz Hbf herrscht allerdings Chaos, Gleiswechsel des Zuges nach Frankfurt und wir mit unseren Fahrrädern mittendrin im Menschenstrom. Anstehen am Aufzug haben wir aufgrund der langen Schlange direkt verworfen, also Rolltreppe mit den schweren Rädern runter und am anderen Gleis wieder hoch. Der Zug fährt ein und hört gar nicht auf Menschen auszuspucken, allerdings drängen die Massen jetzt im Gegenstrom in den Zug hinein. Wir schaffen es so gerade mit den Rädern hinein und stehen dicht an dicht mit den Mitreisenden. Dann erschallt die Durchsage nur für uns “ Die Reisenden mit Fahrrädern verlassen jetzt den Zug!“ Der krasseste Rauswurf, den ich je erlebt habe. Also doch die Bimmelbahn bis Mainz.
Ein kurzes Stück am Rhein entlang bis zum Mainspitz, die Mündung in den Rhein.
Ab Kilometer 0 sind es am Main noch ca. 40 km bis nach Offenbach.
Frankfurt zeigt sich mit seiner Skyline im schönen Sonnenschein nach einem ordentlichen Regenschauer, dem wir an einer Tankstelle unter Sonnenschirmen entgangen sind.
In Offenbach blicken wir noch einmal auf Frankfurt und fanden den Tag trotz Widrigkeiten einen guten Auftakt bis zu unserem Ziel Starnberger See.