Marble Mountains-Coconut Boat-Hoi An- Da Nang Drachenshow 16.01.26

Bei dem ganzen Stress haben wir unseren Hotelpool ganz außer acht gelassen, dabei sieht er so gut aus, …der Pool natürlich auch.

Um 11 Uhr holt uns Vu wieder ab und wir brausen zu den Marble Mountains. 5 Berge, die die 5 Elemente von Wasser, Feuer, Erde, Holz und Metall symbolisieren, die heilige Stätten sind, mit Pagoden, Tempeln und vielen Höhlen.

Zunächst kann man sich zwischen einem Aufzug und Treppensteigen entscheiden. Es ist heiß und wird zahlen den Aufpreis für den Lift, ein Glasaufzug mit 18 Leuten und man hat nur eine Sorge, lass mich in diesem Backofen nicht stecken bleiben.

Oben angekommen interessiert man sich ziemlich schnell für die Höhlen, denn hier geht ein angenehmer Luftzug und es ist kühl.

Die begehrteste Höhle ist die mit den zwei Lichteinfällen, bei richtigem Sonnenstand sieht das ganze wie ein Wasserfall aus. Wir haben als Unwissende auch zuerst den Wasserfall gesucht bis wir realisiert haben, dass das „weiße Wasser“ die Lichtkegel sind

Die Religionen haben sich hier auf den Bergen abgewechselt und die Höhlen haben sogar teilweise als Lazarett gedient.

Die fiesen Stufen zu solchen Sehenswürdigkeiten machen diese Besuche bei Hitze ein wenig unattraktiv, denn viele Besucher bleiben lieber im Schatten sitzen und lassen sich Obstsäfte reichen.

Im klimatisierten Auto von Vu fahren wir die Küstenstraße bis zu unserer Coconut-Boat Fahrt, eine kurzweilige Fahrt mit einem runden Bambusboot durch Mangrovenwald.

Was zunächst so heimlich bis romantisch anmutet ist kommerziell bis aufs I-Tüpfelchen durchorganisiert:

zuerst das Tourifoto, das alle Bootsunternehmen an ihren Stegen abrufen und verkaufen können,

der fingierte Fischer, der sein Netz nur für das Foto auswirft,

die Kreiselakrobaten, die ihr Boot gegen Bezahlung so schnell drehen, dass einem nur beim Zuschauen speiübel wird

und dann noch die großen Partyboote, die mit riesigen Lautsprechern Partymusik spielen und der Sänger den Refrain über Mikro mitgrölt.

Die Trinkgelder werden auf das nasse Paddel gelegt und kleben bis dahin super bis zum Besitzerwechsel.

Die halbe Stunde in der Nussschale war doch sehr amüsant und hat uns bunte Bilder beschert.

Es stimmt, was alle sagen, Hoi An ist einfach das schönste Städtchen Vietnams, zu verdanken hat Vietnam das ganze dem Architekten Kazimierz Kwiatkowski aus Polen, der die Restaurierung der Häuser vorangetrieben hat und Hoi An zum Weltkulturerbe hat aufsteigen lassen.

Hinzu kam noch eine geniale Erfindung, Hoi An war schon immer für seine Laternen bekannt, jedoch waren sie an Touristen schwer verkäuflich, denn wie transportiert man diese zerbrechlichen Schönheiten.

Der Erfinder hat an der faltbaren Laterne getüftelt und so ist der Verkauf zum Kinderspiel geworden, wie ein Fächer ist die Laterne nun zusammengedrückt und entwickelt ihren Zauber auch beim Aufbau zu Hause.

Wenn über Hoi An die Nacht reinbricht, ist man spätestens dem Charme der Stadt erliegen.

Ein Laternenmeer entsteht mit den vielen Booten, die die Touristen über ihren kleinen Fluss schippern.

Jeder kauft vorher eine Wunschblume aus Papier, die mit einer Kerze im Inneren, den Wunsch symbolisiert.

Überall schwimmen die leuchtenden Hoffnungen der Menschen auf dem Fluss … und versuchen, die Boote der anderen anzuzünden.

Die 3 Stunden, die wir für Hoi An eingeplant haben, vergehen wie im Fluge.

Gegen 19 Uhr fahren wir zurück nach Da Nang vorbei an den vielen Geisterhotels, die gebaut aber nie betrieben wurden, Corona wird oft als Grund genannt,warum es nicht funktioniert hat.

In Da Nang haben wir kaum noch Zeit für den Nachtmarkt, denn der Drache ist bereit für seine Show um 21 Uhr.

Hier gibt es echt Frösche und Krokodil zu kaufen, wir nehmen lieber zwei Bier und drängen mit auf die Brücke.

Wenige Minuten bevor es losgeht, sperrt die Polizei die Brücke und die Menschen verteilen sich blitzschnell ums Drachenmaul, im gebührenden Abstand natürlich.

Er öffnet sein Maul und die Flamme lodert erst und dann kommt der Feuerstoß.

Dreimal hat der Drache🐉höllisches Sodbrennen, danach muss er sich im Strahl übergeben. Das scheint der eigentliche Nervenkitzel zu sein. Die plötzliche Gewissheit, dass man nicht richtig steht und eine komplette Dusche Flusswasser abbekommt.

Ich stehe genau richtig, Vu hat meinen Standort gewählt und ich kann nur grinsen,denn ich habe vorher schon in Drachenblut gebadet.

Nach diesem ereignisreichen Tag, bin ich nur noch ins Bett gefallen. Den Blogbeitrag habe ich dann morgens vor dem Frühstück verfasst, aber das ist  eh egal, ihr schlaft ja noch in Deutschland.

Ba Na Hills 15.01.26

Wir bekommen vom Hotel Vu empfohlen, einen Englisch sprechenden Fahrer. Der 25 jährige liebt es Touristen durch Da Nang zu fahren und dabei seine Sprachkenntnisse zu verbessern.

Unser Ziel ist heute die Ba Na Hills, eine bunte Fantasiewelt mit Märchenschlössern,

Buddha Tempeln, Jurrasic Parc, 3 D und 4 D Kinos, Shows und ein paar Fahrgeschäften. Richtig berühmt ist der Berg allerdings erst mit seiner Brücke geworden.

Ein Instagram Hype ist entstanden und ich bin diesem Hype vor unserer Reise auch verfallen. Ich will ein Foto von der Golden Bridge, die von den riesigen Händen gehalten wird.

Vu weist uns ein und erklärt uns mit welcher der 4 Seilbahnen wir am besten hochfahren und welches Paket man am besten bucht. Bevor es losgeht, haben wir schon das Buffet und das VIP Ticket mitbezahlt, damit haben wir jetzt die Erlaubnis uns bei Fahrten, Shows und Kinos vorzudrängeln.

Mit der Seilbahn geht es über einen Wasserfall, in der Ferne in den Wolken kann man die Hände schon ausmachen.

Oben angekommen, bahnen wir uns den Weg zur Brücke und nehmen dafür die QuerSeilbahn, vorbei an einem der Schlösser, die auch als Nobelhotels ausgestattet sind.

Und da ist sie, im schönsten Sonnenschein und Schäfchenwolken, super für eine Fotosession, wären da nicht die anderen Menschen.

Aber der Andrang ist noch erträglich, da gibt es ganz andere Bilder im Internet.

Das Buffet ist eine Massenabfertigung sondergleichen, viel Essen, sehr viel und wenn man den Teller endlich voll hat, ist es am Tisch angekommen kalt.

Im Eintrittspreis ist ein Gutschein für 2 Bier enthalten, wenn man sich die Travestie Show anschaut. Marcus hat die beiden Biere schon intus und ist bereit für ein Foto mit den Ladyboys aus Thailand.

Schon sehr anrüchig die Show, daher also das Mindestalter von 18 Jahren.

Marcus hat wohl am besten die Schildkröte gefallen, denn von ihr kommt er gar nicht mehr los.

So einen Tag muss man erst einmal sacken lassen und morgen noch einmal neu überlegen, ob er gut oder so lala war. Auf jeden Fall zu viel von Allem. Und die bauen noch aus…

Ich kann aber heute schon sagen, dass ich so happy bin mit den Fotos von der goldenen Brücke.

Da Nang 14.01.26

Marcus steht nicht auf, ihm geht’s nicht gut, also bleibt alles an mir hängen: ich frühstücke allein, lass die App auf vietnamesisch fragen, ob ich Müsli mit Banane für meinen kranken Ehemann aufs Zimmer nehmen darf ( was natürlich bejaht wird), unsere Schmutzwäsche zur Wäscherei bringen und nach der Abgabe des Rucksackes feststellen, dass im Rucksack auch meine 310 US Dollar in einem Portemonnaie sind….

Alte Regel: „mindest 90 % aller Menschen sind gut und Regel Nr. 2 Marcus nicht von einem möglichen  Faupax erzählen, das regt ihn nur auf!“

Um 9:30 Uhr gehen wir dann doch zusammen vor die Tür und machen einen Strandspaziergang.

Nicht viel los hier, an den Kilometer langen feinsandigen Stränden.

Von einem Taxi lassen wir uns zu einem Miniaturpark fahren und bei mir kommen doch glatt Erinnerungen an Südafrika hoch, als ich Jessica, das echte Hippo geküsst habe.

Verrückte kleine Ausstellung ist das hier…

Da Nang ist eine moderne Millionen Stadt, am  Han Fluss gelegen. Es gibt eine Vielzahl von Brücken, aber die spektakulärste Brücke ist die Drachenbrücke und damit auch das Wahrzeichen der Stadt.

An den Wochenenden erwacht der Drache pünktlich um 21 Uhr zum Leben und ist nicht mehr zu bändigen. Er speit Feuer und wird danach zum überschäumenden Wasserwerfer und schießt mit Wasserfontänen um sich. Zu nah am Drachen sollte man dann nicht stehen, sonst kann man schon mal eine ordentliche Dusche abbekommen.

Als wir über die Drachenbrücke gehen ist er lammfromm, sabbert nur ein paar Wassertropfen vor sich hin.

Einen Abend wollen wir das Spektakel aber miterleben…

Gegen Abend gönnen wir uns unsere erste Hot Stone Massage, wir hatten ja keine Ahnung, dass die Steine nicht nur auf dem Rücken liegen, sondern dass man damit auch massiert wird.

Die Masseuse fragt Marcus immer, ob er ok ist ?

Er antwortet auf Englisch/ Deutsch: “ Yes , I am ok, bis auf ein bisschen Durchfall!“

Durchgeknetet und halb thermalgeschädigt gehen wir zur Wäscherei, zahlen einen lächerlichen Preis von umgerechnet 4 Euro und bekommen auch noch  310 US Dollar zurück.

Hue-Lost Place- Zugfahrt nach Da Nang 13.01.26

Bei der Reiseplanung bin ich vorher über diesen alten Wasserpark gestolpert, der nie in Betrieb genommen wurde und dabei so cool aussieht.

Die Wasserrutschen sind in zwischen stark in Mitleidenschaft gezogen worden und die Palmen überwuchern sie zusehends.

Mit dem Taxi lassen wir uns hinbringen und kennen nur die Schilderungen aus dem Internet, dass die Anwohner eine fadenscheinige Eintrittsgebühr verlangen. Uns erwartet stattdessen ein top gepflegtes Gelände rund um einen See mit netten Gastgebern.

Man heißt uns willkommen und bittet uns doch die Anwohner, die sich so liebevoll um den alten Drachen kümmern, mit der Ausleihe eines Rades zu unterstützen. Das machen wir sehr gerne und radeln los. Zuerst kommen wir an den Wasserrutschen vorbei und ich rutsche ein Stück , man darf nur nicht weiter rutschen, sonst landet man doch noch im Wasser.

Dieser lost Place ist übrigens der berühmteste von ganz Vietnam und es herrscht hier eine sehr entspannte Atmosphäre, alle grüssen sich gegenseitig egal aus welcher Herren Länder und alle machen bereitwillig Fotos von den anderen, damit man sich nicht mit Selfies abmühen muss.

Die Seerunde ist nur 2 km und der Weg führt verschlungen um das Gewässer, so dass man den Drachen erst nicht sieht, dann taucht er aber auf, fast schon mystisch wie er dort auf dem See thront.

Es gibt mehrere Zugänge zu seinem Inneren…

Bis in sein Maul kann man aufsteigen und zwischen seinen Zähnen stehen.

Eigentlich wollte ich nur wegen des Drachens 🐉 nach Hue. Marcus kann meine Euphorie für ihn nicht so ganz teilen, lässt sich dann aber doch anstecken.

Mir zerzaust der Drache doch glatt die Haare…

Von Hue geht’s ab jetzt auf die Schiene, knapp 3 Stunden braucht der Zug, um sich vom Meeresspiegel bis hoch zum Wolkenpass zu kämpfen.

Eine super beliebte Touristenattraktion und der kostengünstige Weg für viele Vietnamesen zu anderen Städten zu gelangen.

Für 20 € zusammen fahren wir zwar rückwärts, sitzen aber auf der richtigen Seite  des Zuges um die atemberaubende Aussicht zu genießen.

Dichter Dschungel mit wilder Küste

auf der einen Seite des Passes wechselt genau nach der Spitze, an der Wetterscheide, in sanftere Strände und besseres Wetter.

In Da Nang erschlägt uns die Verkehrsdichte, die hohen Häuser und die vielen Menschen auf ihren Rollern. Wir haben uns in Da Nang für ein Hotel direkt am Meer entschieden, die Stadt selbst ist uns auch zu quirlig.

Unsere Suite liegt in der 12. Etage mit Meerblick, schicke Hütte! Und wo wir schon beim Luxus sind, ab heute werde ich meine Haare hier in Vietnam nicht mehr selbst waschen, denn dafür gibt es ja Wellness Center, die das gerne übernehmen inklusive Gesichtsbehandlung und Nacken -/ Schulter Massage.

Was für ein traumhaft schöner Tag war das heute.

…nie war mein Haar geschmeidiger,mag aber auch am Drachen gelegen haben.😉

Hue 12.01.26

Mein Kollege meinte einmal, dass er mit mir niemals Urlaub machen wollte, denn ich wäre wir ein Dackel auf Speed. Nach dem heutigen Tag muss ich ihm irgendwie Recht geben…

Wir fallen am Hotel schon auf die Touristenfalle „Rikscha fahren“ rein und zahlen für die kurze Fahrt zur Zitadelle für vietnamesische Verhältnisse zu viel.

Zuerst verstehen wir das System nicht, aber mit einem Brett wird einfach ein zweiter Sitz geschaffen und wir sitzen hintereinander auf einer Rikscha.

Die Zitadelle ist die Topsehenswürdig in Hue und man kann sie mit einem Audioguide besichtigen und wird mit allen Informationen zu den einzelnen Bauten, Kaisern und Königen gefüttert.

Das Gelände ist so riesig, dass man ein wenig überfrachtet wird mit Daten und Fakten…

Ich komme mir vor wie in der Schulzeit, im Geschichtsunterricht, wo ich einen Fensterplatz hatte und nur einen Bruchteil vom Lehrstoff mitbekommen habe.

Für den interessierten Leser kommt jetzt die Zusammenfassung zur Zitadelle in Fragmenten:

Weltkulturerbe, 1804 erbaut, 10 km Erdwall, 20 m Steinmauern, viele Kaiser, x Könige, kaputt durch Zyklone und Termiten, Krieg, total kaputt, Restaurationen…

Selbst mein Audioguide scheint es kapiert zu haben: “ sie merkt sich eh nichts, da kann ich es auch gleich sein lassen!“ und schaltet tatsächlich ab.

Man kann hier für 5.000 Dong (16 Cents) die Kois füttern, das finde ich super.

5 km gehen wir heute allein durch das Gelände der Zitadelle.

Nächste Sehenswürdigkeit bitte !

Die Pagode, sie ist ein paar Kilometer entfernt und die privaten Taxen sind hier so günstig, da lohnt das Gehen wirklich nicht.

Nach der Pagode hat Marcus ein richtigen Hungerast, aber die ersten Restaurants winken bei meinem Text bitte nicht scharf und kein Knoblauch direkt ab. In Zentralvietnam ist die Küche feuriger und Chilli Sauce steht hier auf jedem Tisch.

Kurz bevor wir aufgegeben wollen, findet Marcus eines der bewährten Garagenrestaurants.

Als wir uns für ein Essen entscheiden, steht der ganze Laden Kopf, Besitzer und Gäste sind nicht mehr auseinander zu halten, alle springen auf und rennen wild durcheinander. Bis wir die ersten Bissen im Mund haben, werden wir von allen beäugt und dann beruhigt sich die Lage.

Auf unseren Tellern ist Reis, ein Minikotelett, so etwas wie Kohlrabi , Möhren, Spiegelei und etwas Nudelartiges. Mit zwei Wasserflaschen zahlen wir mit Trinkgeld 2 €.

Die Strecke zurück fahren wir auf dem Parfüm Fluss mit für Hue typischen Drachenbooten.

Also wir beide allein mit Steuermann ohne andere Touristen.

Nachmittags gönnen wir uns eine Auszeit im Hotel, suchen dann einen Massagesalon, finden keinen und lassen uns stattdessen wieder in die Stadt in die Walking Street zum beliebtesten Restaurant fahren.

Marcus bestellt die Köstlichkeiten von Hue als Platte und für mich bereitet man extra ohne Schärfe und Knoblauch zu.

Marcus hat alles gegessen, obwohl er alles erst dokumentierte bevor er es sich in den Mund stopfte: “ sieht aus wie Gewürm in Kleister, schmeckt auch so!“

Es war ein gelungenes Abendessen für uns beide. Als letzte Sehenswürdigkeit bestaunen wir noch das Farbspiel der Bogenbrücke, die gefällt mir außerordentlich.

Wir beenden den Tag wie er begonnen hat mit einer Rikscha Fahrt bei Nacht durch die Stadt.

Halong Bucht – Hanoi- Hue 11.01.26

Also ohne Internet ist man in der heutigen Zeit einfach aufgeschmissen, wir sind an Bord etwas ratlos wie wir weiterreisen sollen…

Da hilft es auch nicht den Kapitän zu fragen, denn außer der Haltung und der Kapitänsmütze scheint er noch nicht viel zu kapieren.

Um 6 Uhr stehen wir auf jeden Fall bereit für Tai Chi und bewegen unsere Körper etwas unbeholfenen durch.

Das Gute am frühen Aufstehen ist, dass man den beeindruckenden Sonnenaufgang in der Bucht miterlebt.

6:30 Uhr das Early Bird Frühstück schmeckt mit Blick auf die Felsenlandschaft direkt doppelt so gut.

Auf dem Sonnendeck haben wir wieder Internet und das wilde Rumgeklicke geht los, Marcus hat den besten Flug von Hanoi nach Hue gefunden, heute noch um 19 Uhr. Kreditkarte gezückt und die Flüge sind im Sack. Das Transportproblem bis zum Flughafen lösen wir mit einer Nachricht an unsere Reisevermittlerin. Sie bucht uns die Fahrt Richtung Hanoi und an geeigneter Stelle den Weitertransport zum Flughafen einfach so, für lau…das wäre alles mit im Cruise Paket mit drin.

Wir nehmen Abschied von dieser unvergesslichen Reise durch die Felsenwelt, der  Luxus Kabine, nur der Kapitän will plötzlich mitkommen.

Um 12 Uhr sitzen wir im Van, um 1330 Uhr wechseln wir vom Van in das neueste Vietnamesische Auto, das es gerade gibt.  Vinfast habe ich noch nie von gehört.

Ein Bootsfahrt, eine Vanfahrt, eine Taxifahrt, einen Flug und noch eine letzte Taxifahrt für heute und wir haben 500 km vom Aufwachen an Bord  bis zum Einchecken um 22 Uhr im neuen Hotel zurückgelegt.

Obwohl wir ein teures Hotel mit Skybar ausgesucht haben , sitzen war dann doch bei der lustigen Streetfoodfrau auf den winzigen Plastikstühlen und essen frisch gefülltes Baguette, genannt Banh Mi, ein kulinarisches Überbleibsel der Franzosen und das gibt es hier wirklich überall.

Lan Ha, Halong Bucht Cruise 10.01.26

Einmal im Leben macht man so was, vielleicht. Wir nehmen als Anlass unseren 10. Hochzeitstag, den wir noch nachfeiern wollten. Wir checken also aus unserem Billig-Hotel aus und lassen uns zum Hafen fahren.

Um 12 Uhr ist Boarding auf der Venus, zu der wird man aber mit einem kleinen Zubringerboot eine halbe Stunde durch die Bucht gebracht.

Der Zeitplan ist schon eng getaktet, zuerst Mittagessen, dann Kabine beziehen

Zur Erinnerung “ 10. Hochzeitstag“…

dann fertig machen zur Bootstour zu einer Höhle.

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Weiter cruisen mit der Venus…Fotos schießen…

Kajaks zu Wasser lassen und paddeln

Kurz die Felsen in der Bucht gefühlt alleine für sich zu haben und an Bord im Pool abhängen, der zugegebenermaßen echt kalt ist.

In der Kabine Wasser einlassen und eine riesige Schaumparty in der Whirlpool Badewanne veranstalten.

Eigentlich ist um 18 Uhr Happy Hour, aber wann kommt man jemals wieder in den Genuss vom Bett aus zuzuschauen wie die Felsenwelt der Halong Bucht vor dem Fenster vorbeizieht.

Um 19.30 Uhr gibt es Abendessen.

In der Dunkelheit startet Achtern die Angel Competition nach kleinen Tintenfischen, wenn sie am Haken hängen gebem sie zum letzten Mal Tinte ab und werden im Sterbeprozess fast durchsichtig. Mir tun sie einfach nur leid.

Bleibt die Frage, starten wir jetzt noch die Karaoke oder bestaunen wir die Felsenlandschaft bei Nacht.

Tam Coc – Halong Bucht 09.01.26

Ich glaube es ist typisch deutsch, dass man dem ganzen Zeitablauf nicht traut. Um 7 Uhr soll morgen die Busfahrt bis zur Halong Bucht gehen und um 11 Uhr soll man schon beim Schiff sein.

Da das unsere teuerste Übernachtung aller Zeiten wird, wollen wir nichts riskieren und checken um 15 Uhr lieber aus und fahren mit dem Bus heute schon bis zu einem Hotel in der Halong Bucht. Da kann dann nichts anbrennen…

Doch zunächst bekommen wir am See ein köstliches Omelett und einen Früchteteller zum Frühstück serviert.

Eine halbe Runde um den See später haben wir uns mit frischem Bargeld und den Bustickets mit Abholservice von unserer Unterkunft eingedeckt.

Die Restzeit schlendern wir durch die Gegend und suchen nach der Filmkulisse von King Kong, denn die Drehorte waren hauptsächlich in Vietnam bei Tam Coc. Vielleicht auch dieser Felsen hier:

Ein kleiner Tempel ist auch noch in der Nähe

und diese typische Kulisse der Felsen mit See davor.

Um kurz vor 15 Uhr verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin, bekommen den halben Übernachtungspreis zurück und kommen noch ins Gespräch. Vietnam, Kambodscha und Thailand haben einen Touristenknick erfahren, nach Taifun, Überschwemmungen und dem immer wieder aufkommenden Konflikt an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha.

Auf meine Frage, ob es gerade hart für sie ist, meint sie nur „nein, warum wir haben ein gutes Leben, haben ein schönes Zuhause, jeden Tag zu essen und hier ist Frieden.“

Wir hätten bestimmt noch weiter geredet, aber da kam unser Abholservice um die Ecke gebraust, ein Rollerfahrer!  Mein Rucksack vorne eingeklemmt, Marcus Reisetasche hinten drauf und ab durch die Mitte ist er. Wir kennen das Spiel inzwischen und gehen dem Roller hinterher. Der taucht irgendwann wieder ohne Taschen bei uns auf und wir machen es einfach.

Ohne Helm sitzen zu dritt auf dem Roller und die kurze wilde Fahrt  bis zum Bootsanleger war doch sehr vergnüglich und in Deutschland kaum denkbar.

Bis zum Eintreffen des Busses spielt Marcus mit dem 69 Jahren alten Jeep rum, der tatsächlich noch fahrtüchtig sein soll.

Unsere Bustour soll 3 Stunden dauern und wir sind nur 3 Gäste an Bord. Aus der Fahrzeit werden 4 Stunden und der Bus hält an den unmöglichsten Punkten, nimmt Briefe und Pakete entgegen, lädt Farbeimer und Fliesen ein und aus und ständig kommen neue Leute dazu und steigen unterwegs wieder aus. Für 3 Leute hätte sich die Fahrt für den Bus, in dem 10 Leute Platz haben, auch nicht gelohnt.

Unser neues Hotel ist einfach -aber okay, man stelle sich vor 17 Euro für 2 Personen mit Frühstück.

Für das Abendessen gehen wir in das bestbewerteste Restaurant in der Nachbarschaft und bekommen das hier.

Von dem Essen erkennen wir nur den Reis auf Anhieb, die weißen Alieneier entpuppen sich als eingelegte weiße Auberginen, die vermeintlich grünen Algen ist Wasserspinat, vorne ist Tofu in Tomatensoße und dann noch Schweinerippchen.

Das war für unseren Gaumen sehr ungewöhnlich, aufgegessen haben wir aber so gut wie alles bei 8 Euro inklusive 2 Bier kann man schlecht was übrig lassen 😉.

Hanoi-Ninh Binh-Tam Coc 08.01.26

Ohne die Rollerflut würde Hanoi zum Stillstand kommen, es ist sowieso schon ein heilloses Verkehrschaos, also aus europäischer Sicht. Die Vietnamesen kommen prima zurecht zu dritt oder sogar zu viert auf dem Roller. Manch fliegender Händler schläft sogar auf seinen Gefährt, auf dem Rücken liegend mit dem Kopf auf dem Lenker. Ach ja und man zahlt hier Parkgebühren für Roller, die stehen dann super Platzsparend in Reih und Glied.

Unsere heutige Tour beginnt schon um 7 Uhr, unser Guide holt uns pünktlich im Hotel ab, überlädt seinen Roller mit unserem Gepäck und rauscht ab. 200 m weiter wartet der Bus um die Ecke und die Einsammel-Fahrt der anderen Touris beginnt. Der Roller stets voraus und unser Guide scheucht die Mitreisenden aus den Hotels.

Nach einer Stunde Fahrt aus der Stadt beginnen die Reisfelder und es wird ruhiger. Am Weltkulturerbe der Karstfelsenlandschaft halten wir um 10 Uhr an und bekommen eine Stunde Wanderzeit zugesprochen.

Auf den Drachenberg geht es mit rund 500 nicht genormten Stufen. Für viele Touris wird es zur Grenzerfahrung, da bleibt die Puste weg, das mitgezerrte Kind hat auf dem Rückweg plötzlich Höhenangst entwickelt und der Vater mit der Tochter auf den Schultern kämpft sich die letzten Stufen hoch. Eine Stunde für den Weg ist eigentlich nicht zu knapp bemessen, aber wenn man an den Aussichtspunkten noch Fotos machen will, ist die Zeit zu knapp.

Den oberen Drachenkopf erklimmen die wenigsten, es ist einfach zu voll hier. Die Tigerhöhle lohnt auch keinen Besuch, denn sie ist eher ein Höhlchen und es reicht ein kurzes Reinspähen.

Nächster Stopp ein Tempel in der ehemaligen Hauptstadt von Vietnam.

Nach dem obligatorischen Buffet geht es auf schäbigen, kaum Verkehrstüchtigen Räder , aber es ja auch nur 4 km über die staubigen Pisten durch die Felsen.

Das Highlight des heutigen Tages ist natürlich die Fahrt auf dem roten Fluss durch die „trockene Halong Bucht“, so wird die Karstlandschaft auch genannt.

Durch Höhlen, vorbei an der Pagode im Wasser, werden wir 2 Stunden gerudert. Irgendwann greift fasst jeder zum Paddel und treibt das Boot voran. Der Massentourismus ist kaum zu übertreffen, so viele Boote  schippern auf dem Fluss herum. Da ist das Fotoshooting von dieser Schönheit doch vergebene Liebesmüh, wir passen denn orange Schwimmwesten im Hintergrund zum weinroten Kleid ?

Nach einigen Überlegungen haben wir uns entschieden nicht mehr mit der Gruppe zurück nach Hanoi zu fahren und steigen stattdessen in Tam Coc ab, touristisch aber wirklich mit Charme. Wir haben ein Häuschen mit eigener Terrasse und  Seeblick. Das war eine weise Entscheidung.

Hanoi 07.01.26

Ich komme noch nicht so richtig mit der neuen Zeit klar, wir sind hier 6 Stunden Deutschland voraus und mein Schlafgefühl hat einen Knacks bekommen. Marcus schläft wie ein Murmeltier mit Schlafmaske und Ohrstöpseln und hört nicht, dass Hanoi nicht zur Ruhe kommt mit dem Gehupe, dem Verkehr und dem lauten Gesang aus den Karaoke Bars.

Um 7 Uhr scheint Hanoi sich noch einmal umzudrehen, denn es ist merkwürdig ruhig rundum den See im Sonnenaufgang.

Für heute ist das folgende Tourprogramm angesagt: den Schildkröten Tempel und die präparierte Schildkröte anschauen.

Eintrittskarten vorzeigen, die rote Brücke überqueren,

die Pagode mit Seeblick ablichten und bei der Schildkröte die Nase rümpfen…

„Also schön ist das Riesenvieh wirklich nicht, da lobe ich mir doch das lebendige Winzelexemplar am Uferrand, das niemand wahrnimmt.“

Marcus organisiert den Touribus und die Reishüte gibt es zu dem Fahrpreis on top.

Eine Stunde cruisen wir durch die Stadt bei 19 Grad und strahlendem Sonnenschein,

sehen eine Kirche und überlegen kurz, ob wir nicht doch in Paris wachgeworden sind…

fahren am Mausoleum von Ho Chi Minh vorbei, als wir hier später nochmal zu Fuß vorbeikommen, werden wir von der endlosen Schlange vor den Sicherheitskontrollen abgehalten, es zu besuchen… dafür bleibt dann doch keine Zeit…

Für den Flaggenturm allerdings schon, mit netten Lampions, Pagoden und Bauwerken.

Wir lassen uns für umgerechnet 1,30 € mit einem Grab-Taxi( vietnamesisches Uber) bis zur Trainstreet fahren und sind direkt wieder im Getümmel .

Die live Zugfahrt verpassen wir, denn wir entscheiden uns für eine Partnermassage, eine Stunde später sind die Wirbel wieder an der richtigen Stelle und wir sind seelig entspannt.

Da lässt man sich doch leicht überreden in einer Garage, eingepfercht zwischen zwei Kühlschränken, bei wummerndem vietnamesischen Technoklängen zu dinieren.

Vor der Reise habe ich mir die Bitte auf Landessprache als Schnipsel in meine Handyhülle geklemmt :“ bitte ohne Knoblauch und nicht scharf!“ und das Geschreibsel funktioniert jedesmal mit einem erstaunten Lesen, Lachen und Nicken der Kellner.

Alle halten sich daran und ich vertrage das Essen.

Morgen verlassen wir Hanoi in Richtung Ninh Bin und zwar schon um 7 Uhr, also Zeit fürs Bett, die Schlafmaske und die Ohrenstöpsel.