Hue 12.01.26

Mein Kollege meinte einmal, dass er mit mir niemals Urlaub machen wollte, denn ich wäre wir ein Dackel auf Speed. Nach dem heutigen Tag muss ich ihm irgendwie Recht geben…

Wir fallen am Hotel schon auf die Touristenfalle „Rikscha fahren“ rein und zahlen für die kurze Fahrt zur Zitadelle für vietnamesische Verhältnisse zu viel.

Zuerst verstehen wir das System nicht, aber mit einem Brett wird einfach ein zweiter Sitz geschaffen und wir sitzen hintereinander auf einer Rikscha.

Die Zitadelle ist die Topsehenswürdig in Hue und man kann sie mit einem Audioguide besichtigen und wird mit allen Informationen zu den einzelnen Bauten, Kaisern und Königen gefüttert.

Das Gelände ist so riesig, dass man ein wenig überfrachtet wird mit Daten und Fakten…

Ich komme mir vor wie in der Schulzeit, im Geschichtsunterricht, wo ich einen Fensterplatz hatte und nur einen Bruchteil vom Lehrstoff mitbekommen habe.

Für den interessierten Leser kommt jetzt die Zusammenfassung zur Zitadelle in Fragmenten:

Weltkulturerbe, 1804 erbaut, 10 km Erdwall, 20 m Steinmauern, viele Kaiser, x Könige, kaputt durch Zyklone und Termiten, Krieg, total kaputt, Restaurationen…

Selbst mein Audioguide scheint es kapiert zu haben: “ sie merkt sich eh nichts, da kann ich es auch gleich sein lassen!“ und schaltet tatsächlich ab.

Man kann hier für 5.000 Dong (16 Cents) die Kois füttern, das finde ich super.

5 km gehen wir heute allein durch das Gelände der Zitadelle.

Nächste Sehenswürdigkeit bitte !

Die Pagode, sie ist ein paar Kilometer entfernt und die privaten Taxen sind hier so günstig, da lohnt das Gehen wirklich nicht.

Nach der Pagode hat Marcus ein richtigen Hungerast, aber die ersten Restaurants winken bei meinem Text bitte nicht scharf und kein Knoblauch direkt ab. In Zentralvietnam ist die Küche feuriger und Chilli Sauce steht hier auf jedem Tisch.

Kurz bevor wir aufgegeben wollen, findet Marcus eines der bewährten Garagenrestaurants.

Als wir uns für ein Essen entscheiden, steht der ganze Laden Kopf, Besitzer und Gäste sind nicht mehr auseinander zu halten, alle springen auf und rennen wild durcheinander. Bis wir die ersten Bissen im Mund haben, werden wir von allen beäugt und dann beruhigt sich die Lage.

Auf unseren Tellern ist Reis, ein Minikotelett, so etwas wie Kohlrabi , Möhren, Spiegelei und etwas Nudelartiges. Mit zwei Wasserflaschen zahlen wir mit Trinkgeld 2 €.

Die Strecke zurück fahren wir auf dem Parfüm Fluss mit für Hue typischen Drachenbooten.

Also wir beide allein mit Steuermann ohne andere Touristen.

Nachmittags gönnen wir uns eine Auszeit im Hotel, suchen dann einen Massagesalon, finden keinen und lassen uns stattdessen wieder in die Stadt in die Walking Street zum beliebtesten Restaurant fahren.

Marcus bestellt die Köstlichkeiten von Hue als Platte und für mich bereitet man extra ohne Schärfe und Knoblauch zu.

Marcus hat alles gegessen, obwohl er alles erst dokumentierte bevor er es sich in den Mund stopfte: “ sieht aus wie Gewürm in Kleister, schmeckt auch so!“

Es war ein gelungenes Abendessen für uns beide. Als letzte Sehenswürdigkeit bestaunen wir noch das Farbspiel der Bogenbrücke, die gefällt mir außerordentlich.

Wir beenden den Tag wie er begonnen hat mit einer Rikscha Fahrt bei Nacht durch die Stadt.

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