Angkor Wat – Ho Chi Minh Stadt  22.01.26

Um 4:30 Uhr koche ich mir einen Tee, sehr zum Missfallen von Marcus. “ Ich dachte du gehst einfach, so leise wie möglich!“ 20 Minuten später sitze ich bei dem Typen im Tuk Tuk und wir brennen durch, durch die Nacht von Angkor Wat. Die letzten Bardamen tanzen auf dem Tresen, während die Bässe dazu den Takt angeben.

Zwei Kinder schlafen auf einer Verkehrsinsel und die Hunde tragen Revierkämpfe aus.

Der Typ hält mit dem Tuk Tuk an und nickt mir zu, dass er auf mich warten wird. Es ist stockdunkel und nur die Handytaschenlampen flammen überall auf, Sternenförmig kommen die Leute zusammen, nur um „den Sonnenaufgang vor der Kulisse der Tempel“ zu sehen.

Ich bin mittendrin und schließe mich einem Guide und zwei Frauen an. Er erzählt noch von den Bohrlöchern in den großen Trittsteinen, die man zur Ladungssicherung gebohrt hatte. Zu viert gehen wir in den Tempel und können den Sonnenaufgang sitzend betrachten, während die Massen sich am Teich aufgereiht haben. Von dort bekommt man schließlich auch nur das perfekte Foto mit Wasserspiegelung. Für Marcus  war das Sonnenaufgangsbild eher eine Sekundenaufgabe  Dank KI, mit dieser Pflichterfüllung dreht er sich lieber im Bett von einer Seite auf die andere.

Die Atmosphäre kann er aber nicht mit KI erleben: die Menschen warten andächtig vor dem Weltkulturerbe, während die Affen durch die Bäume jagen und die Fledermäuse nach Hause zu ihren Tempeln fliegen. Das Glühen beginnt und die Vögel zwitschern dem Tag entgegen.

..ja und ab dann ist eigentlich alles nur noch Mist, kein Sonnenstrahl, der sich durch die Türme zwängt, es wird einfach nur hell. Die ersten Fotografen wittern ihre Chance und werben um Kunden. Den ersten frage ich, der zuckt nur die Schultern und geht weiter, beim zweiten scheine ich Erfolg zu haben. Die Spiegelreflex Kamera wird zur Seite geschwungen und das Handy rausgeholt.

Zwielichtige Geschäfte macht am besten in dunklen Ecken und so treffen wir uns im Schutze des Tempels wieder, verhandeln und der Deal läuft.

Mit einem Triumphgefühl geht die Fahrt mit dem Tuk Tuk zurück zur Schlafmütze, die aber schon ganz gespannt im Zimmer wartet.

Nach anfänglichen Schrottaufnahmen, zeige ich ihm dann meine Ausbeute.

Er kann es gar nicht glauben.

Die Traumaufnahmen hat mir der Fotograf geschickt, nachdem ich mir die besten auf seinem Handy ausgesucht hatte.

“ Dann hat es sich ja doch für dich gelohnt!

Ja, das  hat es sich, sehr sogar und der illegalen Drohnenflug über Angkor Wat war auch noch  im Paket enthalten.

Eine Stunde Massage ist noch drin, dann packen wir mal wieder die Koffer, die zusehends immer schwerer werden, bei meinem Rucksack knacken die Nähte der Trageriemen verdächtig.

Für Ho Chi Minh Stadt müssen sie aber noch reichen. Mit einer kleinen Propeller Maschine geht es um 16 Uhr hoch in die Luft

und über den größten See Südostasiens den Tonle Sap, dagegen ist der Bodensee eher eine Pfütze.

Am Flughafen in Ho Chi Minh dauert die Einreise gefühlt eine Ewigkeit und am Taxistand versucht man uns tatsächlich mit einer gefälschten Grab App reinzulegen. Marcus riecht den Braten ziemlich schnell und bestellt uns ein echtes Auto für 1/3 des Preises.

Nach Reis oder Nudeln haben wir in der 9 Millionen Stadt Hunger auf Steak, Kartoffelpüree und Salat, das Bier darf ruhig aus der Stadt stammen, das ist egal.

Zum Nachtisch gibt es die knusprigsten und köstlichsten Waffeln, die man sich vorstellen kann. Wir sind vom Duft angezogen worden und landeten bei der alten Strassenverkäuferin, die unerlässlich eine Waffeln nach der anderen backt. Wir geraten in einen Waffel-verspeisungsrausch und denken gleichzeitig : “ dann bis morgen wunderbare Waffelverkäuferin!

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