Ben Tre Tour 29.01.26

Die meisten Touristen buchen unsere heutige Tour von Ho Chi Minh City aus und stehen in aller Herrgottsfrühe dafür auf. Uns holt um 10 Uhr der etwas lustlose Guide ab und das Boot liegt keine 30 m von unserem Hotel bereit.

Der Ben Tre Fluss ist mächtig breit und hat noch so viele Nebenarme. Dabei ist er selbst nur ein Verbindungsfluss von zwei Mekongarmen.

Um die 4 Stunden zu füllen wird man als erstes zu einer Ziegelei geschippert und bekommt im Schnelldurchlauf erklärt wie der Lehm gewalzt, geschnitten, getrocknet und zu guter Letzt im Hochofen gebrannt wird. Aha, da weiß ich ja jetzt Bescheid.

Ab jetzt wird es süß, viel zu süß für meinen Geschmack…wir starten mit der Kokosnuss zum Ausschlürfen, dann halten wir beim Kokosnuss Verarbeitungsstand an.

Angeblich schält dieser Mann täglich 1000 Kokosnüsse. Seine zehn Finger hat er noch.

Wenn ich den Berg hinter ihm sehe, hat er mindestens einen freien Tag in der Woche.

Die Kokosraspeln werden dann gekocht und zu klebrigen Bonbons und Keksen verarbeitet.

Mir ist schon bei der dritten Kostprobe schlecht.

Es ufert zu einer kleinen Kaffeefahrt aus mit vielen Kaufangeboten.

Wir bekommen Früchte und Jasmintee mit haufenweise Honig drin serviert. Ich lehne direkt ab. Im Hintergrund bauen sich dann Sänger und Musiker auf und spielen und singen für meine Ohren ganz furchtbar schrill. Wir haben offensichtlich die Weinprobe vorher verpasst, die die jedes Mal mitmachen.

Als wir gerade den Gesang verkraftet haben, hält das nächste Boot an und die Tagestouristen aus Ho Chi Minh stürmen die Platzfläche und das Spiel mit Honigtee, Früchten und Gesang beginnt von vorne.

Wieder an Board geht es in die kleineren Seitenkanäle und dann treiben wir unseren Guide zur Verzweiflung. Wir verweigern das Tuk Tuk und bestehen auf unsere Radtour. Drei klapprige, rostige Fahrräder sucht er aus dem Fahrradhaufen raus und wir fahren unterm Palmendach entlang.

Voll unser Ding und unser Guide wundert sich wohl, dass wir ihm förmlich am Schutzblech kleben.

Das hat uns heute am besten gefallen, obwohl die kleine Paddeltour auch schön war.

Aber die Geschichten, die mir am meisten in Erinnerung bleiben, sind die Begegnungen mit den freundlichen Menschen.

Ich wollte zwei Brote kaufen und halte 10.000 Dong hin, ich bekomme nur eins und reklamiere und hole den 100.000 Schein raus. Der andere Kunden auf seinem Roller, deutet auf meinen Hunderter und ich gebe ihn ihm, ich war überzeugt, dass er ihn wechseln wollte. Im Endeffekt bezahlt er von seinem Geld die Differenz zu dem geforderten Betrag für das 2. Brot und gibt mir den 100 er zurück .Manchmal ist es gut, wenn man wenigstens „Come on“ sagen kann, so klingt Danke auf vietnamesisch. Mein fassungsloses und dankbares Lächeln war ihm schon Dank genug. Er hat sich super gefreut.

Allein mit der Brotverkäuferin frage ich per Übersetzung App nach einer Apotheke. Sie nickt und steuert mich fern. Ich bewege mich immer von Bude zu Bude und warte auf ihr Zeichen, irgendwann wird das „Weitergehen-winken“ zum abbiegen und ich stehe vor der Apotheke.

Gleiches Spiel Übersetzung App und ich bekomme die geforderten Elektrolyte.  Die sind so günstig, dass ich meinen Einkauf verdoppele.

Abends sieht Ben Tre viel einladender aus mit dem vielen Blink Blink.

Auf dem Nachtmarkt kaufen wir 2 neue Gürtel und werden perfekt nur mit Pantomime bestens beraten. Die Gürtel werden auf die perfekte Größe geschnitten und uns eingefädelt. Die Verkäuferin bekommt einen Lachkrampf, als sie in der Tüte die alten Gürtel für uns einpacken will. Wir heben unsere T-Shirts und sie kann sehen, dass wir doppelt begürtelt sind

Da hat man sich gerade wieder an einen Ort gewöhnt, da geht es morgen schon wieder weiter.

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