Halong Bucht – Hanoi- Hue 11.01.26

Also ohne Internet ist man in der heutigen Zeit einfach aufgeschmissen, wir sind an Bord etwas ratlos wie wir weiterreisen sollen…

Da hilft es auch nicht den Kapitän zu fragen, denn außer der Haltung und der Kapitänsmütze scheint er noch nicht viel zu kapieren.

Um 6 Uhr stehen wir auf jeden Fall bereit für Tai Chi und bewegen unsere Körper etwas unbeholfenen durch.

Das Gute am frühen Aufstehen ist, dass man den beeindruckenden Sonnenaufgang in der Bucht miterlebt.

6:30 Uhr das Early Bird Frühstück schmeckt mit Blick auf die Felsenlandschaft direkt doppelt so gut.

Auf dem Sonnendeck haben wir wieder Internet und das wilde Rumgeklicke geht los, Marcus hat den besten Flug von Hanoi nach Hue gefunden, heute noch um 19 Uhr. Kreditkarte gezückt und die Flüge sind im Sack. Das Transportproblem bis zum Flughafen lösen wir mit einer Nachricht an unsere Reisevermittlerin. Sie bucht uns die Fahrt Richtung Hanoi und an geeigneter Stelle den Weitertransport zum Flughafen einfach so, für lau…das wäre alles mit im Cruise Paket mit drin.

Wir nehmen Abschied von dieser unvergesslichen Reise durch die Felsenwelt, der  Luxus Kabine, nur der Kapitän will plötzlich mitkommen.

Um 12 Uhr sitzen wir im Van, um 1330 Uhr wechseln wir vom Van in das neueste Vietnamesische Auto, das es gerade gibt.  Vinfast habe ich noch nie von gehört.

Ein Bootsfahrt, eine Vanfahrt, eine Taxifahrt, einen Flug und noch eine letzte Taxifahrt für heute und wir haben 500 km vom Aufwachen an Bord  bis zum Einchecken um 22 Uhr im neuen Hotel zurückgelegt.

Obwohl wir ein teures Hotel mit Skybar ausgesucht haben , sitzen war dann doch bei der lustigen Streetfoodfrau auf den winzigen Plastikstühlen und essen frisch gefülltes Baguette, genannt Banh Mi, ein kulinarisches Überbleibsel der Franzosen und das gibt es hier wirklich überall.

Lan Ha, Halong Bucht Cruise 10.01.26

Einmal im Leben macht man so was, vielleicht. Wir nehmen als Anlass unseren 10. Hochzeitstag, den wir noch nachfeiern wollten. Wir checken also aus unserem Billig-Hotel aus und lassen uns zum Hafen fahren.

Um 12 Uhr ist Boarding auf der Venus, zu der wird man aber mit einem kleinen Zubringerboot eine halbe Stunde durch die Bucht gebracht.

Der Zeitplan ist schon eng getaktet, zuerst Mittagessen, dann Kabine beziehen

Zur Erinnerung “ 10. Hochzeitstag“…

dann fertig machen zur Bootstour zu einer Höhle.

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Weiter cruisen mit der Venus…Fotos schießen…

Kajaks zu Wasser lassen und paddeln

Kurz die Felsen in der Bucht gefühlt alleine für sich zu haben und an Bord im Pool abhängen, der zugegebenermaßen echt kalt ist.

In der Kabine Wasser einlassen und eine riesige Schaumparty in der Whirlpool Badewanne veranstalten.

Eigentlich ist um 18 Uhr Happy Hour, aber wann kommt man jemals wieder in den Genuss vom Bett aus zuzuschauen wie die Felsenwelt der Halong Bucht vor dem Fenster vorbeizieht.

Um 19.30 Uhr gibt es Abendessen.

In der Dunkelheit startet Achtern die Angel Competition nach kleinen Tintenfischen, wenn sie am Haken hängen gebem sie zum letzten Mal Tinte ab und werden im Sterbeprozess fast durchsichtig. Mir tun sie einfach nur leid.

Bleibt die Frage, starten wir jetzt noch die Karaoke oder bestaunen wir die Felsenlandschaft bei Nacht.

Tam Coc – Halong Bucht 09.01.26

Ich glaube es ist typisch deutsch, dass man dem ganzen Zeitablauf nicht traut. Um 7 Uhr soll morgen die Busfahrt bis zur Halong Bucht gehen und um 11 Uhr soll man schon beim Schiff sein.

Da das unsere teuerste Übernachtung aller Zeiten wird, wollen wir nichts riskieren und checken um 15 Uhr lieber aus und fahren mit dem Bus heute schon bis zu einem Hotel in der Halong Bucht. Da kann dann nichts anbrennen…

Doch zunächst bekommen wir am See ein köstliches Omelett und einen Früchteteller zum Frühstück serviert.

Eine halbe Runde um den See später haben wir uns mit frischem Bargeld und den Bustickets mit Abholservice von unserer Unterkunft eingedeckt.

Die Restzeit schlendern wir durch die Gegend und suchen nach der Filmkulisse von King Kong, denn die Drehorte waren hauptsächlich in Vietnam bei Tam Coc. Vielleicht auch dieser Felsen hier:

Ein kleiner Tempel ist auch noch in der Nähe

und diese typische Kulisse der Felsen mit See davor.

Um kurz vor 15 Uhr verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin, bekommen den halben Übernachtungspreis zurück und kommen noch ins Gespräch. Vietnam, Kambodscha und Thailand haben einen Touristenknick erfahren, nach Taifun, Überschwemmungen und dem immer wieder aufkommenden Konflikt an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha.

Auf meine Frage, ob es gerade hart für sie ist, meint sie nur „nein, warum wir haben ein gutes Leben, haben ein schönes Zuhause, jeden Tag zu essen und hier ist Frieden.“

Wir hätten bestimmt noch weiter geredet, aber da kam unser Abholservice um die Ecke gebraust, ein Rollerfahrer!  Mein Rucksack vorne eingeklemmt, Marcus Reisetasche hinten drauf und ab durch die Mitte ist er. Wir kennen das Spiel inzwischen und gehen dem Roller hinterher. Der taucht irgendwann wieder ohne Taschen bei uns auf und wir machen es einfach.

Ohne Helm sitzen zu dritt auf dem Roller und die kurze wilde Fahrt  bis zum Bootsanleger war doch sehr vergnüglich und in Deutschland kaum denkbar.

Bis zum Eintreffen des Busses spielt Marcus mit dem 69 Jahren alten Jeep rum, der tatsächlich noch fahrtüchtig sein soll.

Unsere Bustour soll 3 Stunden dauern und wir sind nur 3 Gäste an Bord. Aus der Fahrzeit werden 4 Stunden und der Bus hält an den unmöglichsten Punkten, nimmt Briefe und Pakete entgegen, lädt Farbeimer und Fliesen ein und aus und ständig kommen neue Leute dazu und steigen unterwegs wieder aus. Für 3 Leute hätte sich die Fahrt für den Bus, in dem 10 Leute Platz haben, auch nicht gelohnt.

Unser neues Hotel ist einfach -aber okay, man stelle sich vor 17 Euro für 2 Personen mit Frühstück.

Für das Abendessen gehen wir in das bestbewerteste Restaurant in der Nachbarschaft und bekommen das hier.

Von dem Essen erkennen wir nur den Reis auf Anhieb, die weißen Alieneier entpuppen sich als eingelegte weiße Auberginen, die vermeintlich grünen Algen ist Wasserspinat, vorne ist Tofu in Tomatensoße und dann noch Schweinerippchen.

Das war für unseren Gaumen sehr ungewöhnlich, aufgegessen haben wir aber so gut wie alles bei 8 Euro inklusive 2 Bier kann man schlecht was übrig lassen 😉.

Hanoi-Ninh Binh-Tam Coc 08.01.26

Ohne die Rollerflut würde Hanoi zum Stillstand kommen, es ist sowieso schon ein heilloses Verkehrschaos, also aus europäischer Sicht. Die Vietnamesen kommen prima zurecht zu dritt oder sogar zu viert auf dem Roller. Manch fliegender Händler schläft sogar auf seinen Gefährt, auf dem Rücken liegend mit dem Kopf auf dem Lenker. Ach ja und man zahlt hier Parkgebühren für Roller, die stehen dann super Platzsparend in Reih und Glied.

Unsere heutige Tour beginnt schon um 7 Uhr, unser Guide holt uns pünktlich im Hotel ab, überlädt seinen Roller mit unserem Gepäck und rauscht ab. 200 m weiter wartet der Bus um die Ecke und die Einsammel-Fahrt der anderen Touris beginnt. Der Roller stets voraus und unser Guide scheucht die Mitreisenden aus den Hotels.

Nach einer Stunde Fahrt aus der Stadt beginnen die Reisfelder und es wird ruhiger. Am Weltkulturerbe der Karstfelsenlandschaft halten wir um 10 Uhr an und bekommen eine Stunde Wanderzeit zugesprochen.

Auf den Drachenberg geht es mit rund 500 nicht genormten Stufen. Für viele Touris wird es zur Grenzerfahrung, da bleibt die Puste weg, das mitgezerrte Kind hat auf dem Rückweg plötzlich Höhenangst entwickelt und der Vater mit der Tochter auf den Schultern kämpft sich die letzten Stufen hoch. Eine Stunde für den Weg ist eigentlich nicht zu knapp bemessen, aber wenn man an den Aussichtspunkten noch Fotos machen will, ist die Zeit zu knapp.

Den oberen Drachenkopf erklimmen die wenigsten, es ist einfach zu voll hier. Die Tigerhöhle lohnt auch keinen Besuch, denn sie ist eher ein Höhlchen und es reicht ein kurzes Reinspähen.

Nächster Stopp ein Tempel in der ehemaligen Hauptstadt von Vietnam.

Nach dem obligatorischen Buffet geht es auf schäbigen, kaum Verkehrstüchtigen Räder , aber es ja auch nur 4 km über die staubigen Pisten durch die Felsen.

Das Highlight des heutigen Tages ist natürlich die Fahrt auf dem roten Fluss durch die „trockene Halong Bucht“, so wird die Karstlandschaft auch genannt.

Durch Höhlen, vorbei an der Pagode im Wasser, werden wir 2 Stunden gerudert. Irgendwann greift fasst jeder zum Paddel und treibt das Boot voran. Der Massentourismus ist kaum zu übertreffen, so viele Boote  schippern auf dem Fluss herum. Da ist das Fotoshooting von dieser Schönheit doch vergebene Liebesmüh, wir passen denn orange Schwimmwesten im Hintergrund zum weinroten Kleid ?

Nach einigen Überlegungen haben wir uns entschieden nicht mehr mit der Gruppe zurück nach Hanoi zu fahren und steigen stattdessen in Tam Coc ab, touristisch aber wirklich mit Charme. Wir haben ein Häuschen mit eigener Terrasse und  Seeblick. Das war eine weise Entscheidung.

Hanoi 07.01.26

Ich komme noch nicht so richtig mit der neuen Zeit klar, wir sind hier 6 Stunden Deutschland voraus und mein Schlafgefühl hat einen Knacks bekommen. Marcus schläft wie ein Murmeltier mit Schlafmaske und Ohrstöpseln und hört nicht, dass Hanoi nicht zur Ruhe kommt mit dem Gehupe, dem Verkehr und dem lauten Gesang aus den Karaoke Bars.

Um 7 Uhr scheint Hanoi sich noch einmal umzudrehen, denn es ist merkwürdig ruhig rundum den See im Sonnenaufgang.

Für heute ist das folgende Tourprogramm angesagt: den Schildkröten Tempel und die präparierte Schildkröte anschauen.

Eintrittskarten vorzeigen, die rote Brücke überqueren,

die Pagode mit Seeblick ablichten und bei der Schildkröte die Nase rümpfen…

„Also schön ist das Riesenvieh wirklich nicht, da lobe ich mir doch das lebendige Winzelexemplar am Uferrand, das niemand wahrnimmt.“

Marcus organisiert den Touribus und die Reishüte gibt es zu dem Fahrpreis on top.

Eine Stunde cruisen wir durch die Stadt bei 19 Grad und strahlendem Sonnenschein,

sehen eine Kirche und überlegen kurz, ob wir nicht doch in Paris wachgeworden sind…

fahren am Mausoleum von Ho Chi Minh vorbei, als wir hier später nochmal zu Fuß vorbeikommen, werden wir von der endlosen Schlange vor den Sicherheitskontrollen abgehalten, es zu besuchen… dafür bleibt dann doch keine Zeit…

Für den Flaggenturm allerdings schon, mit netten Lampions, Pagoden und Bauwerken.

Wir lassen uns für umgerechnet 1,30 € mit einem Grab-Taxi( vietnamesisches Uber) bis zur Trainstreet fahren und sind direkt wieder im Getümmel .

Die live Zugfahrt verpassen wir, denn wir entscheiden uns für eine Partnermassage, eine Stunde später sind die Wirbel wieder an der richtigen Stelle und wir sind seelig entspannt.

Da lässt man sich doch leicht überreden in einer Garage, eingepfercht zwischen zwei Kühlschränken, bei wummerndem vietnamesischen Technoklängen zu dinieren.

Vor der Reise habe ich mir die Bitte auf Landessprache als Schnipsel in meine Handyhülle geklemmt :“ bitte ohne Knoblauch und nicht scharf!“ und das Geschreibsel funktioniert jedesmal mit einem erstaunten Lesen, Lachen und Nicken der Kellner.

Alle halten sich daran und ich vertrage das Essen.

Morgen verlassen wir Hanoi in Richtung Ninh Bin und zwar schon um 7 Uhr, also Zeit fürs Bett, die Schlafmaske und die Ohrenstöpsel.

Brühl-Köln-Frankfurt – Peking- Hanoi 05.01.26

Ist ja schon irgendwie ein Wunder, dass man um 10 Uhr noch mit dem ICE durch die Winterlandschaft mit Puderzucker Schnee durch Deutschland rauscht und nach knapp 9,5 Stunden in Peking ist. Die 1,5 Stunden Zwischenstopp müssen reichen um noch einmal die Passkontrolle und den Security Check zu durchlaufen und im Sauseschritt genau das andere Ende des Flughafens zu erreichen, um noch den Flieger nach Hanoi zu erwischen.

An Board erkennt Marcus den deutschen Raumfahrer Astro-Alex oder sein Körperdouble? und geht ihm mächtig auf die Nerven…Dieser bleibt unberührt von seiner Enttarnung…Weltraum? Keinen Schimmer !

Das Gute an vielen Hotelbuchungen in Hanoi ist, dass man den Taxifahrer direkt dazu bekommt. Am vereinbarten Treffpunkt steht sowohl mein Name auf der Anzeigetafel, als auch im Handy des Koordinators. Wir werden durch den wuseligen Verkehr mit wildem Gehupe aus allen Richtungen bis vors Hotel chauffiert und wissen jetzt auch warum man sich hier keinen Mietwagen leiht…man würde es nie schaffen das Flughafengelände zu verlassen.

Um 14 Uhr Ortszeit checken wir genau gegenüber ein und schnorcheln für eine Stunde in unserem Zimmer mit Seeblick direkt weg.

Mit Falten der Müdigkeit rappeln wir uns wieder auf und gehen eine Runde um den See und werden Zeugen von etlichen Fotoshootings am See:  die Damen immer im Kleid und mit Blumen im Arm.

Der Hoan Kiem See ist der bekannteste See der Stadt, besonders wegen der Legende rund um die Schildkröte…“1968 wurde eine 2,10 m lange und 250 kg schwere Schildkröte aus dem See geborgen, welche etwa 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie ist präpariert in einem Glaskasten im Jadeberg-Tempel ausgestellt.“

Das überprüfen wir aber erst morgen.

Wir laufen noch bis zur Trainstreet und quetschen uns mit den anderen Touristen über die Gleise. Richtig wums bekommt die Kulisse erst, wenn der Zug durch die Straße rollt und man in den Kaffees die Knie einziehen muss, so nah fährt er an den wartenden Schaulustigen vorbei.

5 km haben wir noch durch Hanoi zurück gelegt und haben das Überqueren von Straßen perfektioniert, kein Blickkontakt zu den Rollerfahrern aufbauen sonst funktioniert deren Ausweichmanöver nicht mehr richtig und man bekommt ein Hupen Rüffel ab.

Um 20 Uhr Ortszeit sind wir wieder in unserem Zimmer und genießen mit einem Bier den Blick von unserem Bett auf den See.

Noch 48 Stunden…

In 48 Stunden werden wir im Flugzeug sitzen und  dem Start zu unserer aufregenden Reise durch Vietnam entgegenfiebern.

Wie wird es sein? …das Essen, die Lan Ha Bucht, Hanoi mit der berühmten Trainstreet, Ninh Bin als trockene Halong Bucht bekannt, Da Nang vielleicht mit einem Hotel am Strand, die Golden Bridge auf den Bana Hills, Hue…die alte Kaiserstadt mit dem Lost Place als Wasserpark, der Wolkenpass mit der Eisenbahn und Hoi An, die Laternenstadt, die goldenen Dünen von Mui Ne, das Mekong Delta vielleicht per Rad und Schiff erkunden und zu guter Letzt die Seilbahnfahrt auf der Insel  Phu Quoc…8 km, die längste der Welt und diese Fahrt ist mein Geburtstagsgeschenk von Kater Jones ( auch bekannt unter dem Namen: mein Ehemann).

So viel Vorfreude und ein bisschen Reisefieber, wir sind vorbereitet für unser Abenteuer Vietnam 2026.