Mui Ne – Jeep Tour 25.01.26

Eigentlich hasse ich die Leute, die sich morgens schon Sachen auf dem Handy anschauen und sich dabei das Frühstück reinschaufeln.

Heute mache ich es selbst so, denn für mich ist das live event so spannend wie die Mondlandung.

„Als erster Mensch der Welt hat der Extremkletterer Alex Honnold ohne jegliche Absicherung den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 in Taiwan erklommen. Der 40-Jährige kletterte das 101-stöckige Gebäude in anderthalb Stunden hinauf – ohne Seil, Klettergurt“ Es ist das Gebäude im Hintergrund.

Am Fernseher kann man kaum hinschauen, was er da tut, aber er schafft das schier Unmögliche und macht auf der Spitze des Taipei 101 erstmal ein Selfie von sich.

Dann bleibt also nur die Nachmittagstour mit Jeep für uns zu buchen. Ein einziger Laden scheint am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr an einem Geschäft interessiert zu sein. Während der Vietnamese die Tour für 9 Dollar pro Nase zu erklären versucht, checkt Marcus die Preise im Internet, holt tief Luft und zeigt mir den 7 Dollar Preis bei dem anderen Vermittler auf dem Handy. „Du willst doch nicht wegen 2 Dollar verhandeln?“ Doch!

Ich tippe auf das vietnamesische Angebot und bezahle das geforderte Geld.

Um 13:30 Uhr werden wir abgeholt…und es passt alles, es wird eine Private Tour, der Jeep hellblau und Vu Nr.2, unser Fahrer,super nett.

Zuerst geht es zum kleinen Bach mit den schönen Ockerfarbenen Felsen.

Marcus lässt sich direkt eine Schlange umhängen und will damit eigentlich weitergehen, während er versucht rauszukriegen, wo vorne und hinten ist. Nana ist aber erst zwei Jahre alt und braucht ihren Mittagsschlaf.

Wir stapfen wie die vielen anderen Touristen in einer Polonaise durch das sandige Bachbett und sehen die ersten Felsen.

Es ist zu wenig Zeit für eine ausgiebige Fotodokumentation, denn das Fischerdorf Mui Ne wartet.

Auf der Weiterfahrt hält unser Fahrer am Meer an und lässt seinen Jeep zum Fotomotiv werden, perfekt mit unserem Outfit .

Mui Ne, das besonders durch seine Dünenlandschaft in weiß und rot bekannt ist, ist wirklich sehenswert.

Man wird nur an die Ausläufer der Dünen gebracht und für 20 Euro extra mit einem ATV auf die Spitze gebracht, alleine die Fahrt dort rauf macht voll Spaß.

Ich bin das zwar nicht auf dem Vehikel, es ist nur um eine Vorstellung davon zu haben.

Die weißen Dünen sind wirklich super schön.

Marcus macht mal wieder die Szenerie kaputt und läuft in die falsche Richtung…

Zum Sonnenuntergang sind wir bei den roten Dünen und rutschen mit den noch schnell mit Wachs präparierten „Schlitten“ die Dünen herab.

Marcus hat es voll drauf und slided so weit wie kein anderer.

Ne, was war das für ein schöner Tag heute hier in Mui Ne.

Ho-Chi-Minh-Mui Ne 24.01 26

Vietnam hat in der Nacht im Elfmeterschießen noch seinen 3. Platz im Asien-Cup gemacht und damit hatte niemand gerechnet. Gefeiert wird so etwas nicht mit einem Auto-Corso, sondern mit einem Roller- Corso. Wir bekommen Fotos aus Da Nang von unserem Fahrer Vu geschickt.

Einmalige Aufnahmen sind das.

Wir haben uns für unser nächstes Reiseziel die Business Class geleistet.

Mui Ne, die Stadt am Meer mit den farbenprächtigen Dünen, ist 188 km von Ho- Chi-Minh entfernt und wir brauchen dafür 4 Stunden. Zunächst geht es mit dem Zubringerbus 40 Minuten aus der Großstadt raus und dann heißt es nochmal Pipi machen und ab ins Bett.

Die Sleeper Busse haben mir Natalie und Svenja empfohlen, die mir bei der Vorbereitung der Reise mit Tipps zur Seite gestanden haben. Vielen Dank nochmal Mädels.

Jeder bekommt seine eigene Schlafkabine mit Vorhängen und Bildschirm. Ich ruckele mich noch etwas zurecht und dann bin ich im Lummerland. Marcus war anfangs nicht zufrieden mit seinem Schlafsessel, ist aber der erste, der laut schnarcht.

Sehr komfortabel ist das in einem Schlafbus, bei 9 Euro oder waren es 9 Dollar pro Person?

Der Busfahrer setzt uns sogar vor unserem Hotel ab. Ich wollte unbedingt ein Zimmer mit Meerblick und Balkon, da ist es.

Mui Ne ist der Ballermann der Russen, sehr günstig und perfekt auf die Landsleute zugeschnitten.  Marcus wird auch von den Händlern auf russisch begrüßt.

Windig ist es hier, so gar so sehr, dass es ein Paradies für Kite Surfer ist.

Die angestrebte Beach Bar entpuppt sich leider nur als Kite Surfer Schule und so gibt es einen Drink am Infinity Pool unseres Hotels.

Kleine Fledermäuse sausen hier rum und gehen auf Beutezug nach dem verschlafenen Tag.

Es könnten ruhigere Tage werden…hier am Strand. Dafür müsste aber der Wind etwas nachlassen.

Ho-Chi-Minh / Saigon 23.01.26

Großstädte sind nicht ganz so mein Ding, zumindest nicht bei über 30 Grad.

Wir verschaffen uns mit dem Hop on/off bei einer Stadtrundfahrt einen Überblick.

Viel Verkehr, viel Gewusel, hohe Hochhäuser, weniger echte Sehenswürdigkeiten, das merkt man auch beim Audioguide im Bus. Es gibt viele allgemeine Infos über Vietnam und noch mehr über Essen. Warum isst man Fledermäuse?

Beim Kriegsmuseum steigen wir aus, die Panzer, Waffen, Flugzeuge und Hubschrauber sind da noch irgendwie neutral, bei den Ausstellungen treibt es einem dann doch die Tränen in die Augen. Die meisten Fotografien sind zwar schwarz weiß, vermitteln aber trotzdem den Schrecken des Krieges und seine Folgen.

Ich kann das nicht, so viel Leid…ich geh wieder raus aus dem Museum und wünsche mir den Weltfrieden.

Unser nächster Halt ist Notre Dame, die Kirche mit Original Steinen aus Frankreich. Bei unserem Besuch ist sie komplett eingerüstet, daher hier die gekrückte Aufnahme.

Direkt gegenüber ist die alte Post.

Drinnen werden viele Karten und Briefe verfasst, meist von Touristen und auf dem Postweg nach Hause geschickt.

Mich fasziniert ja immer wieder das Rollerparksystem, es gibt hier auch komplette Parkhäuser nur für Roller.

Als eine Sehenswürdigkeit der Stadt gilt auch der Ben Thanh Market

und ich nutze direkt die Gelegenheit und kaufe mir eine Rolltasche von Salomon ( steht zumindest drauf). Schluss mit der Backpacker Romantik, das geht in meinem Alter echt nicht mehr. ( @ Carmen, wir haben eine neue gemeinsame Reisetasche- größer als vorher, die verschluckt quasi meinen Rucksack 😀)

An einer der Garküchen trauen wir uns die erste Pho Bo zu essen, die stundenlang gekochte Rindfleischsuppe.

Das war wirklich lecker, aber ein bisschen zu scharf für mich und dann habe ich 2 Stunden später den Salat. Ich bleibe auf jeden Fall im Hotelzimmer, während Marcus allein durch Saigon geht und davon erzählt am besten selbst.

„Schönen Dank für diese Erfahrung! Als Mann alleine hier, wird man ganz schön bedrängt. Nervige Taxifahrer und Verkäufer, Studentinnen, die Geld für kranke Kinder sammeln. Am schlimmsten sind aber die leicht bekleideten  Animierdamen aller Proportionen, die rund um unsere Hotelstraße lauern. Sie kamen mitunter zweimal im Rudel auf mich zu, packten mich am Arm und wollten alle nur mein Bestes, mein Geld!“

Wenn ich eine abgeschüttelt hatte, kam direkt die nächste an. Ich glaube die Dicke mit der tiefen Stimme zum Schluss war ein Ladyboy, der es bei mir versuchte!“

Pünktlich zum Anpfiff sitzen wir zusammen mit den anderen auf dem Boden und fiebern dem Spiel um Platz 3 der U23 beim Asia Cup mit. Vietnam gegen Südkorea, wer macht das entscheidende Tor?

Vietnam’s Torwart hält den ersten gefährlichen Ball aufs Tor. In der 30. Minute schießt Vietnam das erste Tor und ich habe es auf Video. ⚽

Angkor Wat – Ho Chi Minh Stadt  22.01.26

Um 4:30 Uhr koche ich mir einen Tee, sehr zum Missfallen von Marcus. “ Ich dachte du gehst einfach, so leise wie möglich!“ 20 Minuten später sitze ich bei dem Typen im Tuk Tuk und wir brennen durch, durch die Nacht von Angkor Wat. Die letzten Bardamen tanzen auf dem Tresen, während die Bässe dazu den Takt angeben.

Zwei Kinder schlafen auf einer Verkehrsinsel und die Hunde tragen Revierkämpfe aus.

Der Typ hält mit dem Tuk Tuk an und nickt mir zu, dass er auf mich warten wird. Es ist stockdunkel und nur die Handytaschenlampen flammen überall auf, Sternenförmig kommen die Leute zusammen, nur um „den Sonnenaufgang vor der Kulisse der Tempel“ zu sehen.

Ich bin mittendrin und schließe mich einem Guide und zwei Frauen an. Er erzählt noch von den Bohrlöchern in den großen Trittsteinen, die man zur Ladungssicherung gebohrt hatte. Zu viert gehen wir in den Tempel und können den Sonnenaufgang sitzend betrachten, während die Massen sich am Teich aufgereiht haben. Von dort bekommt man schließlich auch nur das perfekte Foto mit Wasserspiegelung. Für Marcus  war das Sonnenaufgangsbild eher eine Sekundenaufgabe  Dank KI, mit dieser Pflichterfüllung dreht er sich lieber im Bett von einer Seite auf die andere.

Die Atmosphäre kann er aber nicht mit KI erleben: die Menschen warten andächtig vor dem Weltkulturerbe, während die Affen durch die Bäume jagen und die Fledermäuse nach Hause zu ihren Tempeln fliegen. Das Glühen beginnt und die Vögel zwitschern dem Tag entgegen.

..ja und ab dann ist eigentlich alles nur noch Mist, kein Sonnenstrahl, der sich durch die Türme zwängt, es wird einfach nur hell. Die ersten Fotografen wittern ihre Chance und werben um Kunden. Den ersten frage ich, der zuckt nur die Schultern und geht weiter, beim zweiten scheine ich Erfolg zu haben. Die Spiegelreflex Kamera wird zur Seite geschwungen und das Handy rausgeholt.

Zwielichtige Geschäfte macht am besten in dunklen Ecken und so treffen wir uns im Schutze des Tempels wieder, verhandeln und der Deal läuft.

Mit einem Triumphgefühl geht die Fahrt mit dem Tuk Tuk zurück zur Schlafmütze, die aber schon ganz gespannt im Zimmer wartet.

Nach anfänglichen Schrottaufnahmen, zeige ich ihm dann meine Ausbeute.

Er kann es gar nicht glauben.

Die Traumaufnahmen hat mir der Fotograf geschickt, nachdem ich mir die besten auf seinem Handy ausgesucht hatte.

“ Dann hat es sich ja doch für dich gelohnt!

Ja, das  hat es sich, sehr sogar und der illegalen Drohnenflug über Angkor Wat war auch noch  im Paket enthalten.

Eine Stunde Massage ist noch drin, dann packen wir mal wieder die Koffer, die zusehends immer schwerer werden, bei meinem Rucksack knacken die Nähte der Trageriemen verdächtig.

Für Ho Chi Minh Stadt müssen sie aber noch reichen. Mit einer kleinen Propeller Maschine geht es um 16 Uhr hoch in die Luft

und über den größten See Südostasiens den Tonle Sap, dagegen ist der Bodensee eher eine Pfütze.

Am Flughafen in Ho Chi Minh dauert die Einreise gefühlt eine Ewigkeit und am Taxistand versucht man uns tatsächlich mit einer gefälschten Grab App reinzulegen. Marcus riecht den Braten ziemlich schnell und bestellt uns ein echtes Auto für 1/3 des Preises.

Nach Reis oder Nudeln haben wir in der 9 Millionen Stadt Hunger auf Steak, Kartoffelpüree und Salat, das Bier darf ruhig aus der Stadt stammen, das ist egal.

Zum Nachtisch gibt es die knusprigsten und köstlichsten Waffeln, die man sich vorstellen kann. Wir sind vom Duft angezogen worden und landeten bei der alten Strassenverkäuferin, die unerlässlich eine Waffeln nach der anderen backt. Wir geraten in einen Waffel-verspeisungsrausch und denken gleichzeitig : “ dann bis morgen wunderbare Waffelverkäuferin!

Rund um Angkor 21.01.26

Gebt uns mehr Tempel, wir haben schließlich den 3 Tages Pass für 62 US Dollar!

Die große Tempelrunde ist schon anders, weniger Touristen und mystische Tempel. Der erste Tempel versprüht direkt Atmosphäre…lange Jungle- Allee, Wassergraben drumherum und ein Entree mit Schlangengeländer, willkommen beim Preah Khan Tempel.

In diesem Tempel gibt schier endlose Gänge, die man glatt für einen Spiegel hält.

Selbst der Hund hat Ehrfurcht und posiert wie eine Sphinx.

Tempel Nr. 2 Neak Poan Tempel  ist eigentlich gar kein Tempel, sondern ein Krankenhaus, das man über einen Holzsteg erreicht. Der vorgelagerte See ist mit verblühten Lotusblumen

übersät und ist trotzdem ein Hingucker.

Das Krankenhaus liegt in der Mitte, umgeben von Wasser. Aus vier Speiern wird das Wasser symbolisch zum Haupttempel transportiert. Das Krankenhaus brauchte allein das besondere Wasser des Sees, denn ihm wurde heilende Wirkung zugesprochen.

Bei einem ersten Blick auf die Tiergestalten im Wasser vor dem Krankenhaus Tempel wird mir klar, warum man Nessie in Schottland nie mehr gesichtet hat. Es ist hier zu Stein geworden…so meine Vermutung.

Marcus KI Beschreibung zur Örtlichkeit erzählt jedoch von dem auffälligen fliegenden Pferd. Ach wer weiß schon, ob das wirklich stimmt.

Nächster Tempel Ta Som Tempel, dieser verspricht zunächst viel, aber man wird echt enttäuscht. Ein Feigenbaum hatte seine Wurzeln so um das Haupttor geschlungen, dass das arme Tor dem absterbendem Baum kaum noch Stand halten konnte.

COVID macht die Entscheidung leicht, die Wurzeln vom Gemäuer zu entfernen, es kam ja eh niemand vorbei. Heute sind die Besucher dann enttäuscht und die letzten Fotos von dem Wurzeltor steigen immer weiter im Preis.

Schön sind solche Dschungel Tempel trotzdem.

East Mebon, auch der Elefantentempel genannt, hat 8 steinerne Elefanten vorzuweisen, die noch sehr gut erhalten sind.

Immer eine neue Facette bei den Tempeln.

Banteay Samre Tempel, wird auch das Mini Angkor Wat genannt, da dieser Tempel ebenfalls diese besondere Lotusknospen Form hat.

Besonders gut wird ein Foto dieses Tempels mit den Mönchen in ihren orangen Roben.

Marcus gefällt mir noch besser .

Wir haben später beim Einstellen des Beitrages Probleme die vielen Tempel wieder auseinander zu halten.

Unser letzter Tempel ist der Pre Rup Tempel und die untergehende Sonne lässt ihn rot aufglühen.

Perfekt für eine Fotosession.

Hmm, ich glaube ich sehe inzwischen doppelt.

Waren auch echt viele Tempel heute.

Schön war’s, oder Marcus ?

Kulen Nationalpark 20.01.26

„Das Phnom Kulen-Gebirge liegt 30 Kilometer (19 Meilen) nördlich von Angkor Wat . Sein Name bedeutet „Berg der Litschis “.  Auf dem Gipfel des Gebirges befindet sich eine heilige Stätte.



In der Nähe dieser Berge liegt Preah Ang Thom , ein buddhistisches Kloster aus dem 16. Jahrhundert, das für seinen riesigen liegenden Buddha bekannt ist , den größten des Landes. „

Wikipedia erklärt unsere heutige Tour so, außer dass unser Wasserfall noch fehlt.

Marcus legt für heute direkt mal das Motto fest : „die Coolen fahren nach Kuhlen!“ und so benimmt er sich auch. Letzte Reihe im Bus reserviert er für uns, wie ein Schulklässler auf Klassenfahrt.

Die Strecke bis zum Nationalpark ist Kilometer mäßig nicht so weit, aber die 40 km geht es ganz schön lange über holprige Rotsandspisten.

Auf der Fahrt sehe ich einen schmucken Karnevalswagen mit Kolonne und beim Aussprechen schwant mir schon : Falsches Land, andere Tradition!“

Marcus vorwurfsvoller und zugleich amüsierter Blick sagt schon alles: “ das ist ne Beerdigung, das schreibst du in den Blog mit deinem Karnevalswagen!“

Unser erster Stopp sind die Klippen, auf den man richtig coole Fotos machen kann, also wenn man so cool ist wie ich.

Marcus verzieht sich lieber vor Scham in das Loch in den Felsen, das scheint ihm ungefährlicher.

Unser Guide meint, die Höhle ist der ideale Ort, um ein Gruppenfoto mit unseren Mitreisenden zu machen.

Ein wenig weiter gibt es einen Fluss, in dessen Bachbett unzählige Steinplatten mit großen Einkerbungen verbaut wurden. Da man mit dem Zählen dieser Platten dauernd durcheinander kam, hat man die Anzahl einfach auf 1.000 Lingas deklariert. Mit dieser Konstruktion konnte das Wasser von der Quelle direkt gesegnet werden und ist eine religiöse Arbeit zur Preisung von Shiva.

Die Quelle ist auch nicht weit. Aus einem Sanduntergrund blubbert das Wasser gespenstisch an die Oberfläche. Man kann das Blubbern durch Stampfen und Klatschen vergrößern. Die Tiefe der Quelle konnte man auch mit dem Nachstochern mit mehreren Bambusstangen nicht ermitteln.

Der Tempel, den wir nun besichtigen, verwirrt mich total, rechts die Hinduisten, links die Buddhisten mit dem riesigen Buddha.

Da ist es auch fast egal, dass Marcus wie ein Irrer dreimal auf den Gong haut, damit auch ja sein Wunsch in Erfüllung geht. Die Beule war aber schon vorher drin.

Nach dem Mittagessen kommt dann der Höhepunkt des Tages, der Wasserfall.

Wir müssen ein paar Treppenstufen hinuntersteigen, um den Badebereich zu betreten. Hier ist alles clever aufgebaut, Stahlkisten als Schließfächer 1 Dollar, Bretterbuden mit Kunstrasen ausgelegt als provisorische Umkleiden für 1/2 Dollar, Foto vom Fotografen pro Stück 1 Dollar.

Wir leisten uns alles, allerdings muss Marcus bei der Titanic Pose so lachen, dass ich vor Schreck meinen Bauch nicht mehr in Haltung bekomme, mag vielleicht auch das sogenannte „food- Baby“ gewesen sein.

Mir hat es aber schon gefallen, nach so vielen Jahren noch mal auf Händen getragen zu werden.

Wir runden den Tag noch mit einer Massage ab, so kann man entspannt einschlafen, müsste man nicht noch den heutigen Beitrag schreiben.

Angkor Wat 19.01.26

Für den heutigen Beitrag muss ich weiter ausholen…

Als ich 2003 in die Hundertschaft gewechselt habe, fühlte ich mich wunderbar aufgenommen. Knapp 4 Wochen später lag ich mit einem fiesen Schienbeinkopfbruch im Krankenhaus. Wir hatten einen Parcours gemacht und dazu gehört ein Sprung von einer 3 m hohen Mauer. Schon bei meinem Aufprall wusste ich, hier stehst du nicht mehr von alleine auf…Nach einer Odyssee bei den Krankenhäuser Anfragen, erheulte ich mir am Telefon einen Platz in der Uniklinik Bonn, nachdem ich 6 Tage mit dem Bruch zu Hause entweder auf meinen  Pflanzenrollern (Marcus Superidee)  durch die Wohnung manövrierte oder neben Marcus mit dem Bein in einer Beinschale im Bett lag.

Die OP verlief gut, die Heilung mit Platte, Schrauben, eigener Knochenunterfütterung aus dem Becken, konnte ich nach 3 Monaten wieder einen Bürojob machen. Mein Chef unterstellte mich Achim, der die Einführungsfortbildung für die neuen Polizisten leitete. Achim’s Spitzname war Admiral, aus “ the Dinner for one“, aber er machte auch so seinem Namen alle Ehre. Kerzengerade stand er immer da, wenn er Anweisungen gab oder Vorträge hielt.Ich dachte bei seiner Erscheinung immer ich müsste salutieren.

Aus dem anfänglichen unnahbaren Vorgesetzten wurde Achim bald zu einem super Kollegen und echten Freund für mich. Sein Geschichtswissen war grenzenlos, ihn als Joker bei : wer wird Millionär? zu haben, wäre der garantierte Gewinn.

Eines Tages fragte ich ihn was denn sein Traumziel wäre und er antwortet: Angkor Wat!

Wat ? Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Schimmer, was er meinte. Nach einer kurzen Rüge zeigte er mir die Aufnahmen der Tempel auf dem Rechner und erklärt mir, dass man ein erfolgreiches Computerspiel mit einer Frau ( Tomb Raider) verfilmt hat. Die Szenerie mit Angelina Jolie wie sie durch die Tempel flitzt und kämpft kam mir dann doch in Erinnerung.

Achim tippte wieder auf den Bildschirm mit den Tempeln und sprach eher zu sich selbst: “ Ja da würde ich gerne noch  hin in meinem Leben!“

Die Jahre vergingen und Achims Wünsche verschoben sich. Seine beiden Kinder machten nach der Schule ihre beruflichen Werdegänge und er berichtete immer mit Stolz geschwellter Brust von ihren Erfolgen.

Dann kamen die Schicksalsschläge, seine Frau verstarb an Lungenkrebs, die er nicht nur liebte sondern schon vergötterte. Kurz vor der Europameisterschaft bekam Achim selbst die Krebsdiagnose. Zu mir sagte er nur : “ ich will nur noch meine Pension erleben, das ist mein einziges Ziel !“ aber selbst dazu kam es nicht.

Achim verstarb letztes Jahr und hinterließ nicht nur seine untröstlichen Kinder sondern auch seine tief bestürzte Polizeifamilie.

Diesen Tag heute widme ich dir, Achim! Dein Wunsch soll noch in Erfüllung gehen durch meine Augen. Es ist meine Art Abschied von dir zu nehmen und dich somit immer in liebevoller Erinnerung zu behalten.

Hier kommt Angkor Wat…

Mit einem Tuk Tuk wird man den ganzen Tag über das riesige Gelände kutschiert, denn zu Fuß kann man die Distanzen zwischen den einzelnen Tempeln nicht zurücklegen.

Die größte Tempelanlage der Welt ist 200 km2 groß und hat 1000 Tempel vorzuweisen.

Für heute haben wir nur die kleine Tour gebucht, mit 6 Tempeln… für den bekanntesten hier, der der Inbegriff von Kambodscha.  Für die Besichtigung haben wir allein 2 Stunden gebraucht und einen Fotografen engagiert.

Heute ist laut den Guides nicht viel los und nicht viel los, sieht so aus.

Nächster Tempel Nr. 2 mit schönem Eingang und einem zufriedenen Gesicht. „Banteay Kde“

Der Tomb Raider Tempel  3 mit den vielen Wurzeln.

Der richtige Name ist Ta Prohm

Das ist so unbeschreiblich hier, wie wurde damals die Tempelanlage beschrieben…kein Stift und keine Worte können dieses Wunder wirklich erklären.

Die Wurzeln haben sich so der Steine bemächtigt, dass man nur staunen kann.

Tempel 4 Ta Keo mit seinen vielen Treppen

Der Tempel 5 mit den vielen Gesichtern „Bayon“

Dieser Tempel wird leider von vielen Fledermäusen in Beschlag genommen und sie verätzen mit ihren Exkrementen die Bausubstanz.

Der Sunset Tempel Nr.6 Phnom Bakheng, auf dessen Berg wir auch hochkraxeln.

Den Sonnenuntergang hier zu sehen, ist eher eine fotografische Herausforderung, denn entweder sind die Baukräne für die Restaurierung im Weg oder die Touristen.

Okay nehmen wir das Foto mit dem Mönch, der in der digitalen Welt angekommen zu sein scheint.

Der heutige Sonnenuntergang ist heute eh nicht wirklich spektakulär, trotzdem haben sich die Massen hier hoch gequält.

Mein großer Dank für den heutigen Tag geht an Achim, der mir Angkor Wat als Sehnsuchtsort so schmackhaft gemacht hat, dass ich auch dort hin wollte. Der zweite Dank geht an Marcus, der Ehemann, der einfach immer mitkommt, egal wo es hingeht.

Da Nang – Siem Reap 18.01.26

Schon schön morgens von der Sonne wachgeküsst zu werden

und auf dem Balkon schauen, was Da Nang so macht.

Es beginnt wie ein normaler Urlaubstag, Frühstück, Strand, baden im Meer.

Wir haben unsere kleine neue Drohne dabei und versuchen gute Sequenzen einzufangen. Die kleine Neo startet aus der Hand, spult ein vorgegebenes Programm ab oder folgt einem wie ein Hund. Ein faszinierendes  Gerät. Bei den Probeflügen zu Hause meinte ein Jogger: “ die ist aber zahm!“ als sie auf meiner Hand landete.

Nach dem Bad im Meer, ist mal wieder Zeit für Haare waschen und Füße massieren und dann steht auch schon Vu wieder auf der Matte und holt uns ab.

Ein letztes Mal ist er unser Fahrer, wir hätten ihn gerne behalten.

520 km weiter und eine Stunde Flugzeit später, landen wir in Siem Reap. Kambodscha empfängt uns bei 32  Grad, nimmt uns 60 US Dollar ab und schickt uns unser Visum als Email. So eine schnelle und unkomplizierte Einreise haben wir noch nie erlebt.

Unser Fahrer vom Hotel steht bereit und fährt uns in einer Stunde zum Hotel.  Woran müssen wir uns jetzt gewöhnen? Zuerst an zwei neue Währungen:  US Dollar und kambodschanische Riel, allerdings wird hier alles oft nur in Dollar ausgezeichnet. Wenn man mit Dollar bezahlt, bekommt man einen Mix aus Dollar und Riel zurück und ist völlig überfordert mit dem Kopfrechnen. Eigentlich sollte es einem auch egal sein. 4 Bier, 2 Abendessen ( nicht scharf und ohne Knoblauch), zum Nachtisch frischer Fruchtsalat mit Joghurt für 11 Dollar mit Trinkgeld.

Neben unserem Hotel lauert uns Hai auf und  bietet sich als unser Tuk Tuk Fahrer für morgen an. Ich glaube er hatte uns schon bei seinem Lächeln und seiner Geduld uns alles zu erklären.

Wir sind also morgen mit einem Hai in der Tempelanlage, die Weltkulturerbe und der Anziehungspunkt von Kambodscha ist.

Da Nang- Halbinsel Son Tra- Lady Buddha- Nightmarket – 17.01.26

Schön von weitem ist Lady Buddha auf der Halbinsel auszumachen. Sie überragt mit ihren 67 Metern auch alle anderen Tempel und Pagoden um sich herum.

Sie ist so ausgerichtet, dass sie den Blick aufs Meer und die Stadt hat. Vu unser Fahrer erzählt uns, dass viele Fischer, die sich in Seenot befanden, zu Lady Buddha gebetet haben und durch wundersame Weise gerettet wurden.

Die Vielzahl der Pagoden und Tempel rund um das Areal vereinigt verschiedene Glaubensrichtungen und ist gut besucht.

Trotz aller Religionen stehlen doch die quirligen Affen die Aufmerksamkeit der Besucher.

Inzwischen sind die Affen auf Touristen spezialisiert und beobachten genau, was in den Abfall geworfen wird..

ein nicht ganz aufgegessenes Eis wird in Windeseile aus dem Behälter gefischt und genüsslich auf einem Brunnen verspeist.

Aber was wirklich alle Sehenswürdigkeiten in den Schatten stellt, ist dieses Fellknäuel..

Eine Patchwork Familie von zwei Hundemamas, die ihren Nachwuchs kurz zusammen zurück gelassen haben.

Die dicht bewaldete Halbinsel ist inzwischen nur noch teilweise zu befahren, denn der sogenannte Monkey Mountain ist Heimat vieler Tiere, besonders schützenswert ist der seltene rotschenklige  Kleideraffe, eine der schönsten Affenarten der Welt.

So eine Sichtung wird daher zur Seltenheit für Touristen, dafür nimmt die normale Affenpopulation aber erheblich zu.

Überall trifft man sie auf der Halbinsel und man sollte in ihrer Anwesenheit besser nichts zu essen in der Hand haben.

Mein frisch gekauftes Dampfbrötchen mit Wachteleiern und Gemüse wird zum Objekt der Begierde bei den Affen und ich verzieh mich ins Auto um ungestört essen zu können. Auf der anderen Straßenseite ist wildes Geschrei, eine Touristin hat sich doch glatt ihr Essen aus der Hand reißen lassen und nun sitzen die Affen auf dem Autodach und verspeisen ihr Lunch.

Auf der Rückfahrt zum Hotel kommen wir noch an einem Instagram Hotspot vorbei, kein Wunder, denn hier sieht es wirklich aus wie in Santorini.

Die meisten Vietnamesen haben nicht das Geld um nach Europa zu reisen, aber so tun als ob man da gewesen ist, geht mit dieser Kulisse schon irgendwie.

Der Schriftzug von der echten Örtlichkeit und die Hochhäuser im Hintergrund zeigen dann doch, es ist nicht das echte Griechenland.

Nachmittags joggt Marcus noch am Strand.

Abends geht es auf den Nachtmarkt

diesmal haben wir mehr Zeit und lassen uns zu einer Massage überreden. Danach kaufen wir ein paar Schnäppchen auf dem Markt und essen Schoko-Banane-Crepes.

Am Ende landen wir in der RooftopBar Nr. 1 und verfolgen die Drachenshow aus einer anderen Perspektive.

Ich habe kurz Bedenken, dass die vollbesetzte Dach-Bar einstürzen könnte, aber da die Show jedes Wochenende seit 2013 stattfindet, können wir uns wieder ganz dem Spektakel widmen.

Marble Mountains-Coconut Boat-Hoi An- Da Nang Drachenshow 16.01.26

Bei dem ganzen Stress haben wir unseren Hotelpool ganz außer acht gelassen, dabei sieht er so gut aus, …der Pool natürlich auch.

Um 11 Uhr holt uns Vu wieder ab und wir brausen zu den Marble Mountains. 5 Berge, die die 5 Elemente von Wasser, Feuer, Erde, Holz und Metall symbolisieren, die heilige Stätten sind, mit Pagoden, Tempeln und vielen Höhlen.

Zunächst kann man sich zwischen einem Aufzug und Treppensteigen entscheiden. Es ist heiß und wird zahlen den Aufpreis für den Lift, ein Glasaufzug mit 18 Leuten und man hat nur eine Sorge, lass mich in diesem Backofen nicht stecken bleiben.

Oben angekommen interessiert man sich ziemlich schnell für die Höhlen, denn hier geht ein angenehmer Luftzug und es ist kühl.

Die begehrteste Höhle ist die mit den zwei Lichteinfällen, bei richtigem Sonnenstand sieht das ganze wie ein Wasserfall aus. Wir haben als Unwissende auch zuerst den Wasserfall gesucht bis wir realisiert haben, dass das „weiße Wasser“ die Lichtkegel sind

Die Religionen haben sich hier auf den Bergen abgewechselt und die Höhlen haben sogar teilweise als Lazarett gedient.

Die fiesen Stufen zu solchen Sehenswürdigkeiten machen diese Besuche bei Hitze ein wenig unattraktiv, denn viele Besucher bleiben lieber im Schatten sitzen und lassen sich Obstsäfte reichen.

Im klimatisierten Auto von Vu fahren wir die Küstenstraße bis zu unserer Coconut-Boat Fahrt, eine kurzweilige Fahrt mit einem runden Bambusboot durch Mangrovenwald.

Was zunächst so heimlich bis romantisch anmutet ist kommerziell bis aufs I-Tüpfelchen durchorganisiert:

zuerst das Tourifoto, das alle Bootsunternehmen an ihren Stegen abrufen und verkaufen können,

der fingierte Fischer, der sein Netz nur für das Foto auswirft,

die Kreiselakrobaten, die ihr Boot gegen Bezahlung so schnell drehen, dass einem nur beim Zuschauen speiübel wird

und dann noch die großen Partyboote, die mit riesigen Lautsprechern Partymusik spielen und der Sänger den Refrain über Mikro mitgrölt.

Die Trinkgelder werden auf das nasse Paddel gelegt und kleben bis dahin super bis zum Besitzerwechsel.

Die halbe Stunde in der Nussschale war doch sehr amüsant und hat uns bunte Bilder beschert.

Es stimmt, was alle sagen, Hoi An ist einfach das schönste Städtchen Vietnams, zu verdanken hat Vietnam das ganze dem Architekten Kazimierz Kwiatkowski aus Polen, der die Restaurierung der Häuser vorangetrieben hat und Hoi An zum Weltkulturerbe hat aufsteigen lassen.

Hinzu kam noch eine geniale Erfindung, Hoi An war schon immer für seine Laternen bekannt, jedoch waren sie an Touristen schwer verkäuflich, denn wie transportiert man diese zerbrechlichen Schönheiten.

Der Erfinder hat an der faltbaren Laterne getüftelt und so ist der Verkauf zum Kinderspiel geworden, wie ein Fächer ist die Laterne nun zusammengedrückt und entwickelt ihren Zauber auch beim Aufbau zu Hause.

Wenn über Hoi An die Nacht reinbricht, ist man spätestens dem Charme der Stadt erliegen.

Ein Laternenmeer entsteht mit den vielen Booten, die die Touristen über ihren kleinen Fluss schippern.

Jeder kauft vorher eine Wunschblume aus Papier, die mit einer Kerze im Inneren, den Wunsch symbolisiert.

Überall schwimmen die leuchtenden Hoffnungen der Menschen auf dem Fluss … und versuchen, die Boote der anderen anzuzünden.

Die 3 Stunden, die wir für Hoi An eingeplant haben, vergehen wie im Fluge.

Gegen 19 Uhr fahren wir zurück nach Da Nang vorbei an den vielen Geisterhotels, die gebaut aber nie betrieben wurden, Corona wird oft als Grund genannt,warum es nicht funktioniert hat.

In Da Nang haben wir kaum noch Zeit für den Nachtmarkt, denn der Drache ist bereit für seine Show um 21 Uhr.

Hier gibt es echt Frösche und Krokodil zu kaufen, wir nehmen lieber zwei Bier und drängen mit auf die Brücke.

Wenige Minuten bevor es losgeht, sperrt die Polizei die Brücke und die Menschen verteilen sich blitzschnell ums Drachenmaul, im gebührenden Abstand natürlich.

Er öffnet sein Maul und die Flamme lodert erst und dann kommt der Feuerstoß.

Dreimal hat der Drache🐉höllisches Sodbrennen, danach muss er sich im Strahl übergeben. Das scheint der eigentliche Nervenkitzel zu sein. Die plötzliche Gewissheit, dass man nicht richtig steht und eine komplette Dusche Flusswasser abbekommt.

Ich stehe genau richtig, Vu hat meinen Standort gewählt und ich kann nur grinsen,denn ich habe vorher schon in Drachenblut gebadet.

Nach diesem ereignisreichen Tag, bin ich nur noch ins Bett gefallen. Den Blogbeitrag habe ich dann morgens vor dem Frühstück verfasst, aber das ist  eh egal, ihr schlaft ja noch in Deutschland.