Auf dem Navi sind die Entfernungen kilometermäßig ein Klacks, die benötigte Zeit dafür steht auf einem anderen Blatt. Daher brauchen wir auch für den 34 km entfernten Naturpark Chamarel mit den 7 Erden in verschiedenen Farben eine Stunde Anfahrt. Es gibt drei Highlights im Park, den Wasserfall, die 7 coloured Earths und die Schildkröten.
Als Kind hätte ich mir dieses Naturphänomen gewünscht, denn diese Dünen in den schönen braun und ocker Tönen ordnen sich immer wieder genauso an, auch wenn man sie durchmischen würde. Sozusagen ein sich selbst aufräumender Ort, wie genial.
Aus Drohnensicht sieht das ganze so aus…
Apropos Drohne, in Südafrika durfte man so gut wie nirgends eine Drohne fliegen lassen und hier im Geopark darf sie natürlich auch nicht starten. Ich habe einfach das Reklamebild abfotografiert. Ganz schön clever, oder😁!?
Die Schildkröten machen doch tatsächlich bei der Hitze Liebe und das auch noch lautstark, dabei gibt es nebenan schon genug Nachwuchs in einem extra Gehege.
Den Berg geht’s wieder runter zur Küste mit dem Aussichtspunkt Maconde.
Nicht weit ist die Lagune mit dem Berg Le Morne mit Welterbe Status und wäre aus der Luft spektakulär, nur gerade leider ausgebucht, dabei würde ich so gerne mitfliegen.
Marcus tut sich immer etwas schwer mit der Parkplatzsuche, aber hier am Strand war es ganz einfach.
Wir wundern uns ein wenig, warum hier kaum ein Foodtruck oder ein Restaurant geöffnet hat
und lassen uns über Google Maps zu einem Inder lotsen.
So richtig ist die Köchin nicht auf Gäste eingerichtet, so dass man als Gast einfach Mal vor dir Tür gesetzt wird und trotzdem leckeres frisch Gekochtes bekommt.
Kurz vor Sonnenuntergang erfahren wir, dass heute ein Feiertag ist mit dem schönen Namen Thaipoosam Cavadee. Gestern Nacht war noch Feuerwerk und Party bis in die frühen Morgenstunden am Strand, wir könnten trotzdem dabei friedlich schlummern.
Habt ihr nicht genug von der Reise durch Südafrika, muss es jetzt noch weiter gehen ?….
Ups, wo sind wir denn hier gelandet? Da steigt man morgens um 9 Uhr in einen Flieger, bekommt ein Sandwich und kriegt gar nicht richtig mit, wo die Reise hingeht, bis man aus dem Fenster schaut und nichts sieht außer Wolkenformationen und das endlos blaue Meer.
Wir fliegen über Madagaskar, bei genauen Hinsehen kann man vielleicht einen Lemuren entdecken.
Nach 4 Stunden setzen wir zur Landung auf die Insel an.
Man kann es schon aus der Luft erahnen, die Insel mit weissen Stränden, türkisem Wasser und grünen verstreuten Bergen. Mauritius, dort wo man am Strand heiraten kann oder einfach seinen Luxusurlaub verbringt.
Als wir den Mietwagen übernommen haben und auf den Straßen Richtung unserer Unterkunft unterwegs sind, sind wir nicht mehr so sicher, ob das wirklich nur eine 65 km lange, 45 km breite Insel ist. In Köln Auto fahren ist schon anspruchsvoll, aber hier im Linksverkehr mit Rollerfahrern, die aus dem Nichts auftauchen und entgegenkommende Inselbussen, deren Fahrer die Strecke im Schlaf abrauschen, und das alles zur Rushhour, ist es sehr gewöhnungsbedürftig und man muss sich wirklich sehr schnell an den Straßenverkehr gewöhnen, sonst knallt es direkt.
Diesen Tempel konnte ich kurz auf der Vorbeifahrt aufs Handy bannen. Ohne Internet macht navigieren auch nicht wirklich Spaß, wir verfahren uns zweimal und stehen im dicksten Feierabend Verkehr.
Egal, beim Blick auf den Strand und dem ersten Reinhüpfen in das Badewannen warme Wasser, ist die Anfahrt vergessen.
Es wird Zeit für Urlaub nach den 4 Wochen Südafrika, aber wie dieser Urlaub aussehen wird, können wir jetzt noch nicht sagen.
Wie das so ist bei Reisetagen, es gibt nicht viel zu berichten. An der Tankstelle vorm Flughafen, schlägt Marcus mir die Fahrzeugtür vor den Kopf, besser denken kann ich danach auch nicht.
Der Tankwart poliert noch unsere augenscheinlichen produzierten Kratzer am Auto weg und so wird es ohne Beanstandung entgegengenommen.
Das einzig außergewöhnliche war der Security Check, ich musste meinen Rucksack kontrollieren lassen. Ich sagte, dass sei kein Problem und ich dachte auch es wird keins. Das zu beanstandende Stück musste ich selbst herausfischen und dann schwarnte mir schon, um was es geht.
Mein Unterwasserhalterung für die Actionkamera wurde für etwas anderes gehalten. Auch als ich versicherte, dass es kein Frauenspielzeug ist, hatte sich der Gedanke an etwas unanständiges so sehr bei der Security Dame eingebrannt, dass selbst die Vorführung mit dem Einlegen der Kamera nichts brachte. „Is it good ?“ Ähm, was soll ich jetzt antworten? „You can film under water turtles and fishes! „Hmm, is it good and where can I buy it ?“
Als nächstes wurden meine Kaugummis kontrolliert und ich habe es wieder missverstanden. Ich dachte ich müsste eins essen, um zu beweisen, dass es kein Gift oder Sprengstoff ist, dabei wollte sie eins probieren. Ich musste ihr sogar eins in die Hand geben. Das war echt seltsam.
Wir fliegen nur 45 Minuten und lassen die Reise Revue passieren. Wir hätten rückblickend nichts anders machen wollen, es war alles gut terminiert und wir haben alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten.
Es war ein absoluter Traumurlaub, schön dass ihr uns begleitet habt .💗🤗
Der alt bekannte Guide geht unter neuem Namen ins Rennen: Kater Jones Safaris hört sich auch irgendwie vielversprechender an. Die üblichen Safaris beginnen ab 5 Uhr, Kater Jones hat dazu seine ganz eigene Theorie: niemand will verschlafene Tiere sehen, die erst ihre Morgentoilette verrichten müssen und dann zur Fellpflege übergehen, bevor sie überhaupt aus dem Bush kommen.
Also wieder Einfahrt um 8:40 Uhr am Phabeni Gate. Es ist Samstag und die üblichen Safariwagen sind nicht zu sehen, generell ist es sehr ruhig heute.
Für den Kruger hatten wir uns extra den SUV gemietet, allen Gerüchten zum Trotz den braucht man hier nicht. Die Hauptrouten kann man mit einem Ferrari fahren, so gut sind die Straßen hier.Wir haben ausgeheckt, dass wir im Park die ungeteerte Straße zum Numbi Gate nehmen, dessen Zufahrt als gefährlich gilt und von Touristen nicht genutzt werden soll wegen der Überfalle. Das gilt natürlich nicht mehr, wenn man schon drin ist im Park.
Außer einem Raubvogel, der einen Mistkäfer aus dem Kackhaufen eines Elefanten pickt ist eigentlich nichts los hier.
Als wir uns beginnen zu langweilen, steht ein Auto auf der Straße und ein Elefant davor und geht immer weiter auf das Fahrzeug zu , da wir knapp dahinter sind, hauen wir mit unserem Frontmann den Rückwärtsgang rein und fahren rückwärts bis der Elefant keine Lust mehr hat Touristen zu erschrecken.
Marcus hat sich mittlerweile Wissen über den Park angeeignet und trägt gekonnt vor:
„Der Nationalpark ist vergleichsweise so groß ist wie Sachsen-Anhalt und wurde 1898 gegründet.
Es gibt unterschiedliche Vegetationszonen, von dichten Wäldern bis offenen Savannen, aber eigentlich ist jeder Besucher nur an den Tieren interessiert und so viele gibt es von jeder Art ungefähr:
Büffel 27.000
Nashörner 9.350
Wildhunde 350
Zebras 18.000
Krokodile 3.000
Flusspferde 5.500
Giraffen 5.114
Elefanten 12.000
Löwen 1.500
Leoparden 1.000
Geparden 200
Und da wir gerade so schön dabei sind vom Park zu schwärmen, bekommen wir doch glatt eine Eskorte von Elefant 713.
Unser heutige Route führt weitestgehend am Sabie River entlang und das zahlt sich aus.
Wasserbüffel
Elefantenherden
Giraffen fast zum Anfassen
Affenbanden
Leopardenschildkröte
Wasserschildkröte
Meerkatzen
Krokodil
Flusspferde ( leider schlecht zu erkennen)
Gnus
Schmetterling
Diese Giraffenbegegnung war die schönste heute.
Die Safariwagen halten inzwischen sogar bei uns an und schauen, welches Tier wir erspäht haben.
Kater Jones Safari würde ich immer wieder buchen und ist immer noch der günstigste Anbieter 😉.
Heute wollte wir es ruhig angehen, ein bisschen Wäsche waschen, bzw. waschen, trocknen und falten lassen und währenddessen den Reptilien Zoo mit Schlangen und Schildkröten besuchen.
Pünktlich um 10 Uhr stehen wir vor einem weit geöffneten Schlangenmaul, aber der Eingang bleibt versperrt, denn heute ist Ruhetag.
Quasi um die Ecke bei unserem Hotel gibt es aber eine Krokodilfarm, die Führungen anbietet, na gut dann halt Krokodile.
Als wir über die schmale Brücke fahren, sehen wir zum ersten Mal wie schön unser Flusshäuschen in die Landschaft integriert wurde.
Die Krokodil Tour geht erstmal harmlos los mit Theorie und Krokodilhäuten zum anfassen, bzw Faxen machen.
Marcus kann sich nicht entscheiden, ob es Patronengurte werden sollen oder eine Badeanzug für Männer.
Ich darf dann auf einem ganzen Krokodil Vorleger posieren.
Das ganze hier ist eine Farm, hier werden Krokodile sozusagen am Fließband, 24 Stunden am Tag lang produziert. In der Legezeit von drei Monaten gibt es viel zu tun: Eier wegnehmen und in die Brutstation umsiedeln. Da Krokodile Nestpflege betreiben, muss das Mama Krokodil abgelenkt werden, Marcus hat schon ne Idee wie.
An den ersten Becken gibt es die Teenager, die für den Menschen ungefährlich sind, aber nicht den Eindruck machen.
Ein Baby Krokodil dürfen wir sogar anfassen und seinen weichen Bauch streicheln.
Besondere Fakten sind mir hängen geblieben:
Ein Nilkrokodil kann:
ein Jahr ohne Futter überleben
bis zu 2 Stunden ohne zu atmen unter Wasser bleiben
durch das offenstehende Maul seine Körperwärme regulieren
in der freien Wildbahn Gewässer sauber halten, indem es die Kadaver verspeist
seinen Gegner nicht nur durch einen Biss, sondern Hauptsächlich durch die sogenannte Todesrolle töten, dabei wird das Opfer dann unter Wasser gezogen und ertränkt
1000 kg schwer werden und 6 Meter lang
bis zu 70 Jahre alt werden
bis zu 60 Eier legen ( größte Anzahl eines Eigeleges war 81 Eier)
Marcus fragt natürlich nach Überlebenschancen bei einem Krokodilangriff.
Die Schwachstelle sind die Augen. Hat man rein zufällig einen Kugelschreiber dabei, könnte man diesen dem Krokodil in die Augen rammen und es lässt von seinem Opfer ab.
Marcus ärgert mit der Melodie von Mission Impossible pfeifend eins der Krokodile und erschreckt sich dann doch als es angreift.
War schon interessant heute hier, ich möchte trotzdem kein Krokodil sein, das für Gürtel, Handtaschen oder wegen des Fleisches gezüchtet wird.
Zurück in der Anlage, chillen wir endlich mal, auf der Stelzenterrasse mit Blick auf die Elefanten oder schwimmen ne Runde in einem der Pools.
Ein fast ganz normaler Urlaubstag😉, fehlen nur noch unsere Flusspferde, die gleich zum Grasen kommen.🦛🦛🦛🦛
Das hat man davon, wenn man sich den günstigsten Guide für den Kruger Nationalpark aussucht. Schon beim Frühstück benimmt er sich voll daneben. “ Ah wir frühstücken mit einem Flusspferd!“ und deutet mit einer Kopfbewegung auf die vollschlanke Touristin hin, die sich ihr Croissant schmecken lässt.
Bei der Abfahrt wird dann das gesamte Gepäck kontrolliert: alles muss in Greifweite sein, also alles hinter die Sitze nicht in den Kofferraum. 2 Gallonen, eine gefüllt mit Wasser, eine leer ( als eventuelle Toilette zum Aufschneiden), falls man stehen bleiben muss und nicht aussteigen darf. Taschenmesser, Fernglas, Kekse ohne Verfallsdatum, ich glaube das wird ein Survivaltrip.
Die Anfahrt zum Park ist nur 20 Minuten und die Schlangenlinienfahrt akzeptiere ich dann doch, weil wir den großen Schlaglöchern auf der Teerstraße ausweichen müssen. Am Einlass Phabeni Gate gibt es dann einen kurzen Schlagabtausch zwischen Guide gleichzeitig auch Fahrer und den Rangern, was bei einer Reifenpanne zu tun ist. “ Anrufen, nicht aussteigen, wir helfen dann, Notfallnummer hast du ja!“
Es geht los und es direkt wow. Wir sehen den ersten Elefantenarsch,
dann Giraffen ,
ganz viele Kudus oder was auch immer, bei unserem Guide ist das einfach nur Wild und benötigt keine weitere Beschreibung.
Am Wasserloch, das eigentlich eher ein See ist, zeigt er auf einen Rücken, der sich aus dem Wasser aufbäumt und verkündet stolz; „Delfin!‘
Die Delfine sind kämpfende Flusspferde, der Mann hat nen Knall.
Den ersten Stop machen wir im Camp Skukuza
für die Toilettenpause und einen Kaffee mit Blick auf die kleine Flusspferdfamilie mit frisch geborenem Baby. Super cool.
Über dem Fluss ist die alte Eisenbahnbrücke mit dem rostigen Zug. Der Guide meint zu dem Zug nur, dass der öfter da steht und wahrscheinlich wieder eine Panne hat.
Oh man, der Zug steht da immer! In ihm ist ein Luxushotel verbaut, sogar mit einem Pool auf einer Brückenstelze. Kostenpunkt für eine Übernachtung all inklusive schlappe 600 Euro aufwärts.
Es geht weiter auf der Strecke Richtung Tshokwane . Teilweise fahren wir einfach den richtigen Safari Autos hinterher, da die sich über Funk die gesichteten Tiere zusprechen. Wir haben keinen Funk, aber der Stau der Safarifahrzeuge lässt den Blick auf den Leoparden nicht mehr zu. Dafür bekomme ich dieses Foto zugeschickt, das ist von der Herrentoilette im Park. Ja, was soll man dazu sagen ?
Uns gefällt die Elefantenkarawane, die vor uns die Straße quert.
Der Chefpavian,
der auf seine Affenbande aufpasst und daher direkt seinen Ausguck an der Straße gewählt hat.
Wir sehen Zebras,
einen Vogel mit blauem Gefieder,( ich frag schon gar nicht mehr, was das für ein Vogel ist.)
die Geier in den Bäumen und am Fluss hockend.
Der Tierreichtum besonders an Elefanten und dieser komischen Reh Art ist enorm.
Beim Mittagsstopp treibe ich mich kurz im Shop rum und bekomme direkt einen Anranzer : “ Selbst schuld, wenn man lieber Souvenirs shoppt, wenn hier draußen die Hyäne rumschleicht!“
Ich kann sie noch auf der anderen Flussseite sehen, aber so nah, leider nicht.
Dafür sehe ich noch den Tausendfüßler.
.Beim Blick aufs Handyfoto wird er direkt als Hundertfüßler herangestuft. Ich könnte ja nachzählen.
Wir halten noch am Gedenkstein für Gründer des Nationalparks mit den Worten: das ist hier das Memorial für Freddy Krüger!
Bitte was ? Freddy Krüger ist der Typ aus den Horrorfilmen “ Nightmare on Elm Street !“ Der Mann hier heißt Paul Kruger.
Langsam senkt sich die Sonne und wir müssen bis 18:30 Uhr den Park verlassen haben. Noch einmal Halt machen bei den Flusspferden, an den Zebras vorbei und noch schnell die 3 Giraffen mitnehmen.
Der einzelne Elefantenbulle findet unser Auto gar nicht gut und kommt darauf zu, lieber Gas geben und ab durch die Mitte. Für das Einfangen dieser Szene war ich zu langsam.
Und was ist das Resümee des heutigen Tages? Marcus war der beste Guide und Fahrer heute, lustiger und abenteuerlicher hätte es nicht werden können. Vielen Dank dafür, das war großartig.
Nachdem ich mich bedankt habe, sagt er nur: gern geschehen und übrigens die Kühe grasen gerade wieder vor unserem Restaurant.
36 Grad wird es heute und man spürt es schon beim Frühstück auf der Terrasse. Wir beraten mit Hotelmanager Edward, wo wir uns abkühlen könnten. Der Forest Wasserfall ist zu gefährlich, der Weg ist zugewachsen und alles, was keinen Eintritt kostet, wird nicht bewacht, also lieber lassen. Wir verlassen zunächst einmal Graskop
und fahren grob Richtung Hazyview, wo unsere Unterkunft schon für 2 Nächte gebucht ist.
Hippo Hollow liegt perfekt an einem Fluss, zu dem tagsüber die Elefanten regelmäßig geführt werden und abends tauchen die Flusspferde hier auf.
Wir probieren es nochmal mit den Horseshoe Falls, die Wasserfälle, die wir wegen Gewitter ausgelassen hatten. Puh, das ist aber ein harter Brocken, ihn zu erreichen verlangt dem Auto und dem Fahrer echt was ab.
Das ist eine extreme Buckelpiste und wir sind froh, dass wir einen SUV haben. 2, 50 € Eintrittsgebühr und wir haben ein Traumschwimmbad für uns.
Nein, das ist nur das Vorbecken, wir müssen noch etwas durch den Wald gehen
und dann wissen wir, warum er Horseshoe heißt.
Das Wasser teilt sich durch einen Felsen genau mittig auf, so dass der Wasserfall zweistrahlig wird.
Wir duschen eher als dass wir baden, Hauptsache wir kühlen etwas ab.
Um 14 Uhr checken wir schon in unserer Unterkunft ein und finden das ganze Areal schon schick.
Unseren Mitbewohner Lurchi habe ich gerade zu Tode erschreckt, sonst wäre das Foto besser geworden. Er lebt unter unserer Terrasse und wollte mal gucken, wer die Neuen sind.
Wir müssen noch Bier besorgen und den Wagen tanken, denn morgen soll es in den Kruger Nationalpark gehen.
Ich stehe an der Kasse im Gedränge und dann gehen die Lichter aus. Der Supermarkt ist von einer Sekunde auf die andere stockdunkel. Es dauert aber nicht lange und das Licht geht wieder an. An den Kassen herrscht ab jetzt Chaos mit der Bezahlung, die Karten- Bezahlsystem sind offline.Alle sind hier völlig entspannt und warten halt ab.
Im Radio läuft die letzten Tage das Thema load shedding rauf und runter, der geplante Stromausfall war das letzte Mal vor 10 Monaten. Jetzt werden wohl doch wieder Slots für Stadtteile eingeführt. Teil A kein Strom von 15 Uhr- 18 Uhr.
Bei der Einfahrt in unsere Unterkunft werden wir schon gewarnt: No Power !
Es ist so ruhig hier, jetzt kann man die Vogelstimmen richtig intensiv wahrnehmen und das Bier genießen.
Beim Abendessen sehen wir ein einziges Flusspferd vorbeipaddeln, aber immerhin. Strom haben wir für unsere Klimaanlage und Kühlschrank jetzt auch wieder.
Die Nacht waren so hohe Temperaturen, dass wir schlecht geschlafen haben. Zwei Ventilatoren haben nicht ausgereicht um Abhilfe zu schaffen. Türen und Fenster dürfen nur unter Aufsicht geöffnet werden wegen der 🐍 Schlangen, die gerne ins Haus kommen. Trotz engem Zeitplan machen wir noch witzige Fotos von Marcus‘ dicken Beinen, dem Alienstuhl und ein cooles Biker Bild.
Schluss mit dem Quatsch, wir müssen los. Wir wollen die Abkürzung zum Ausgangstor nehmen, aber unsere Vermieterin hat ihren Pickup so geparkt, dass wir nicht vorbeikommen.
Wir fahren andersrum und verfahren uns auf der Farm, dabei haben wir doch eine Verabredung mit Jessica und sie erwartet uns pünktlich um 8:45 Uhr. Wir haben Stress und rufen Patricia an, sie lotst uns zurück. Auch das noch, die Strauße finden den Weg gerade super attraktiv, um darauf zu chillen.
Hupen interessiert ihn nicht die Bohne. Und jetzt ? Wir versuchen es nach kurzem Überlegen am Kopf vorbeizukommen, das ist dem Strauß dann doch zu doof und er steht empört auf.
Patricia fährt ihr Auto weg und wir haben freie Fahrt zu Jessica. Sie ist das weltweit bekannteste Waisenkind. Toni hat sie kurz nach ihrer Geburt als Findelkind aufgenommen und groß gezogen. Jessica findet ihren Ziehvater so toll, dass sie ihn einfach nicht verlassen will und sie hat Toni inzwischen zum Opa gemacht hat.
Bei Toni angekommen steht ihm die Trauer im Gesicht, das fast einjährige Baby ist seit gestern verschwunden. Er vermutet das schlimmste, dass der kleine Kerl von einem Krokodil gefressen wurde, denn ein Fluss mit Krokodilen führt direkt an Tonis Haus vorbei.
Jessica scheint das zu seinem Erstaunen noch gar nicht bemerkt zu haben. Warum auch ? Der Kleine taucht genau wie sie zur Fütterung bei unserem Eintreffen wieder auf und alle sind happy.
Jessica ist ein Flusspferd und widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass man das für den Menschen 2. gefährlichste Tier der Welt nicht zähmen kann.
Toni hat mit seinen inzwischen 3 Flusspferden den Gegenbeweis angetreten, Mama Jessica mit Baby und ein weiteres angeschwemmtes, gerettetes Baby sind handzahm. Sie lassen sich streicheln , füttern und saugen gerne die angebotene Flasche mit Rooibos Tee leer.
Fernsehteams rund um den Globus haben über Jessica berichtet, dass sie im Haus 5 Betten, etliche Sofas und x Küchentheken zerlegt hat. Aber böse konnte weder Toni noch dessen Frau dem süßen Koloss sein. Auf YouTube gibt es eine Reportage, die daran zweifeln lässt, ob Tonis Frau ihn aus Liebe oder nur aus Liebe zu Jessica geheiratet hat.
Nur die Frauen dürfen Jessica auch küssen, manche Küsse bleiben ewig in Erinnerung.
Toni bedankt sich noch bei uns, denn wir waren heute seine Glücksbringer, denn sein Enkel Loekoe ist wieder da.
Marcus muss Gas geben, denn wir sind zur Cruise auf dem Blyde River angemeldet. Irgendein Film wird hier gedreht und wir dürfen nur im Konvoi an der Filmcrew vorbeifahren. Mission Impossible 9 ist es übrigens nicht, der ist bereits abgedreht.
Allein für diese Bootsfahrt hat sich die ganze Gurkerei gelohnt. Tolles Panorama, ein Wasserfall mit einem tränenden Auge, Flusspferde, diesmal nicht zum Knutschen und Krokodile.
Vom Canyon fahren wir die Strecke von gestern wieder Retour, halten noch zum köstlichen Mittagessen an
und sind dann wieder auf der Pass Straße mit Tunnel.
Diesmal lassen wir den typischen Blyde River Aussichtspunkt aus und nehmen Lowveldview.
Jetzt aber endgültig „Tschüss Panamaroute“, du warst ein Traum.
Wir checken in unserem alten Hotel ein und werden wie beste Freunde behandelt, alle haben uns wiedererkannt und gefragt, ob wir Jessica getroffen haben Na klar haben wir das und es gab sogar einen Abschiedskuss.
Neuer Tag, neues Licht am Blyde River Canyon, so unsere Hypothese. Wir fahren als zum 3. Mal die 50 km lange Strecke zum Aussichtspunkt. Diesmal habe ich Zeit für Fotos vom größten Waldgebiet Südafrikas.
Und nach ein paar Kilometern sieht die Landschaft wieder ganz anders aus.
Wir löhnen wieder die Einfahrtsgebühr für Ausländer, obwohl Marcus die ganze Zeit zu verhandeln versucht. Aber die Kassiererin meint nur kühl: „all Internationals, who come here, are rich!“ 180 Rand please.“
Das Licht ist heute tatsächlich besser an unseren Fotospots.
Wir mühen uns mit einem Selfie ab, die neueste Technik macht es möglich, dass zuerst der eine ein Foto vom Partner macht und dann übernimmt der Partner das Handy und macht wiederum ein Foto. Die beiden Bilder werden mit Handytechnik zusammengefügt und es sieht aus, als hätte uns jemand gemeinsam fotografiert.
Ich frage dann doch lieber eine deutsche Touristin, geht einfacher und schneller.
Unser Ziel für heute ist der Canyongrund, dafür müssen wir aber über eine Stunde rund 90 km einmal um den Canyon
herumfahren, ein Teil der Drakensberge ist im Weg. Diese Strecke ist landschaftlich ein Hingucker, wird von Touristen jedoch kaum noch frequentiert.
Mit Blick auf eine Drakensbergkette essen wir zu Mittag.
Ab jetzt wird’s spannend, Marcus will bei Hippo Moon schlafen, eine Lodge mit eigener Farm und Tieren.
Die Buchung ist bestätigt und ich öffne das Rolltor.
Irgendwann folgen wir unserer Gastgeberin Patricia übers Gelände.
Und sind dann in einer Unterkunft, die so anders ist…
Hier ist Luxus in den Zimmern, ein Pool mit Blick aufs Wasserloch mit momentan anwesenden Straußen.
Damit nicht genug das Innere der Lodge ist eine Kunst und Oldtimer Sammlung, teilweise mit echten Requisiten aus allen möglichen Filmen.
Ed Hardy Original, ein Stuhl aus Alien und ein Motorrad von James Dean.
Es ist alles so surreal hier. Als unser Vermieter dann noch erzählt, dass der Blyde River Canyon Filmkulisse für Mission Impossible 9 ist, denke ich bin im falschen Film.
Für morgen haben wir die Bootsfahrt auf dem Blyde River gebucht und bekommen gerade eine Mail dazu, dass wir bis zum Boot selbst keine Fotos oder Videos machen dürfen und 40 min vor Abfahrt schon da sein sollen. Vielleicht sind ja Filmaufnahmen im vollen Gange, wir sind gespannt.
Wir bekommen auf der Terrasse ein köstliches Dinner serviert, das die 9 Haushunde am liebsten selbst verspeisen würden.
Und was jetzt kommt, würde mir eh keiner glauben,wenn ich nicht Beweisfotos hätte…
Wir sollen mit ins Badezimmer von Patricia kommen und dürfen ihr Bush-Baby füttern. Was auch immer ein Bush-Baby ist.
Ich stelle vor, das süßeste Bush-Baby aller Zeiten, ein Waisenkind, das von Menschenhand aufgezogen wird.
Bei der Reiseplanung zu Hause habe ich die Bilder vom Blyde River Canyon gesehen. Die drittgrößte Schlucht der Welt gehört bei den geführten Rundreisen durch Südafrika einfach mit dazu. Da wollte ich dann auch unbedingt hin. Heute ist es soweit, Marcus wird uns zu diesem Sehnsuchtsort fahren.
Auf der Panoramaroute, die 3 km nach unserem Ort zu den ersten Highlights führt, ist es wie in einer Waschküche, alles voller Nebelschwaden.
Das God’s Window fahren wir erst gar nicht an, Gott schläft eh noch und hat die Vorhänge vor seinem Fenster noch fest zugezogen.
Wir sausen direkt zum Blyde River Canyon durch und hoffen, dass die diesige Sicht von der Sonne aufgelöst wird. Wenn das Navi dann Stau auf der Route bis zum Aussichtspunkt anzeigt, liegt das meistens an den Kühen, die sich rein gar nicht um die Leichtigkeit des Autoverkehrs scheren.
Leider sind wir nicht die einzige, die hier das optimale Foto aus der Kulisse rausholen wollen.
Dieser Käfer spielt hier voll die Fotobombe!
Moment, der muss weg.
Ein paar Meter weiter ist der Aussichtspunkt auf die drei Rondavels, also die drei dicken Berge.
Manche Touristen halten sich auch nicht an die Hinweisschilder, nur um eine gute Figur vor den Bergen zu machen.
Marcus ist nicht wirklich mit den Fotos zufrieden, weil die Sicht nicht so klar im Canyon ist wie wir es uns erhofft hatten.
Wir fahren jetzt die Strecke wieder Stück für Stück zurück und nehmen dabei alle Fotostopps mit, die auf der Panoramaroute liegen.
Das Wunderwerk der Natur die Potholes sind Goldwert.
Denn hier ist tatsächlich Gold gefunden worden und jetzt ist das Ganze durch die vielen Touristen wieder eine Goldgrube, denn hier gibt es keine Sehenswürdigkeit ohne Eintrittsgeld.
Für das Mittagessen hat Marcus sich das hier ausgesucht, eine glatte Glanzleistung, es gibt hier sonst auf der Strecke keine Alternative.
Nächste Stopps sind Sturzflüsse, die von Klippen fallen. Was soll ich machen, ich kann hier doch nicht dauernd Wasserfälle präsentieren, aber so ist es nun mal. Berlin Falls ….
Mit Model
Lisbon Falls…
Und da es jetzt so schön sonnig ist, schauen wir bei God’s Window vorbei und das Fenster steht doch wirklich sperrangelweit offen.
Uns fehlt noch der Pinnackle Rock, der Felsen, der wie eine Nadel aus dem Heuhaufen heraussticht, wie beim Sprichwort.
Uns hat die Panoramaroute mit all ihren spektakulären Aussichtspunkten sehr gefallen und was sagt ihr dazu ?
Zum krönenden Abschluss gibt es noch einen kleinen Strauß und ein Zebra, allerdings nur auf dem Teller.