Küstenwanderung von Lagos nach Praia da Luz, ca. 14 km 30.01.24

Noch einmal an der Küste wandern, der Sonne entgegen mit herrlichen Ausblicken auf die Klippen. Eine beliebte Tagesetappe von Lagos nach Luz auf dem Fernwanderweg Rota Vicentina ist heute sozusagen unsere Hausrunde.

Wir fangen an den Holzstegen zu den Aussichtspunkten an und fotografieren immer weiter.

Marcus hat die Küste noch genaustens in Erinnerung, denn 2019 sind wir hier mit dem Ausflugsboot langgeschippert.

Ponta da Piedade ist in der Tat nur ein Fotomotiv und Anlegeplatz für Boot, einen Strand sucht man hier vergebens.

Auf dem letzten Foto sieht man noch die Steintreppe, die wir runter und wieder raufgekraxelt sind.

Wir umrunden das Kap mit Leuchtturm und haben den nächsten Strand vor der Steilküste schon gesichtet.

Zu viele Fotomotive lassen mich immer etwas hinter Marcus zurückbleiben.

Am gefühlten endlos Sandstrand von Porto Mos gibt es Super Bock in XL.

Danach machen die Fotos gleich doppelt so viel Spaß.

Wieder hoch auf die Klippe geht’s über das Plateau, an der schwarzen Klippe vorbei bis man schon den Strand von Luz erspähen kann.

Das Strandstädtchen Luz hat traurige Berühmtheit, denn hier verschwand vor 17 Jahren die kleine Maddie auf mysteriöse Art und Weise.

Eine Erinnerungsstätte haben wir nicht gesehen und trotzdem wird Praia da Luz einen bitteren Beigeschmack behalten. Der Strand mit den farbintensiven Felsen und der schwarzen Klippe lassen uns bis kurz vor Sonnenuntergang hier verweilen, bevor wir den Bus nach Hause nehmen.

Eine schöne Tagesetappe war das heute, wir haben etwas Sonnenbrand und Marcus hat sich eine Blase gelaufen, die schönsten Erinnerungen sind halt kostenlos.

Portimao – Lagos ca. 25 km 28.01.24

Die neue Unterkunft in Lagos hat erst um 16 Uhr check in und daher vertreiben wir uns die Zeit in Portimao mit Nützlichem.

Ich wähle den schlechtesten aber nächstgelegenen Waschsalon. CLEANY macht mich wahnsinnig, in der Waschmaschine werden nur 1 Euro Münzen genommen und ich habe nur Scheine. Im Sparmarkt kaufe ich eine Klappzahnbürste und bekomme Maschinengeld zurück. Am Ende des Waschgangs merke ich, dass für den Trockner jetzt 50 Cents Münzen brauche. Also wieder in den Spar und einen Schokoriegel kaufen.

Um 12 Uhr ist dann alles bereit für den Quartierwechsel, während ich mit meinem Drahtesel losreite, wartet Marcus wieder auf seinen nächsten Kutscher. Der feine Herr ist natürlich vor mir an unserem neuen Gemach, das wir aber erst gegen 15 Uhr beziehen können.

Lagos also, der Ort mit den Reiseprospekt Stränden. Die ganze Küste wird zugebaut, stylische Wohnungen und Häuser mit Pool und Meerblick, insgesamt viel Beton und Glas. Wir sind zu Fuß unterwegs und kommen an den Traumstrand Camilo nicht ran, alles wird mit neuen Holzplanken versehen und das letzte Treppenstück ist noch nicht fertig. Ich bin so enttäuscht.

Bleiben noch die Strände Dona Ana und Pinhoa, aber das Licht stimmt nicht mehr für gute Fotos.

Stattdessen schauen wir uns Lagos und seine Altstadt an.

Marcus macht Faxen und sollte eigentlich nicht mit aufs Foto.

Es gibt schöne Streetart und so suchen wir uns die besten aus.

Bei den küssenden Schnecken, küssen wir uns auch. Aus dem blühenden Schlafbaum der Spatzen töst zwitschernder Applaus.

Falesia nach Carvoeiro, 41 km, 23.01.24

Bei 21 Grad kann man locker in Radlerhose und Tshirt fahren, dazu entscheiden wir allerdings erst nach 8 km in Albufeira am Hauptstrand.

Am Katzen Jetty genau auf der anderen Seite des Strandes überlegen wir uns die beste Route nach Armacao de Pera.

Wir nehmen den alt bekannten Weg über die Holzplanken am Naturschutzgebiet. Ich bin ganz begeistert, dass man den Weg mit nagelneuen Stegen bis nach Armacao de Pera erweitert. Beim Näherkommen klafft jedoch eine 2 m Lücke zwischen alten und neuem Steg über dem Fluss. Wir nehmen den Umweg und stärken uns erst einmal mit einem Bier.

Den Abstecher zur weißen Kapelle nehmen wir auch noch mit

und lassen Dröhnchen eine Runde fliegen.

Das schönste, das man an der Algarve besichtigen sollte, ist die Meeres Höhle Benagil. Bootstouren werden an jeder Ecke angeboten, allerdings nicht im Winter.

Wir versuchen es stattdessen mit Dröhnchen.

Hier ist was los, als ich Dröhnchen starte kreisen noch 2 weitere Drohnen über der Höhle, aber hineingeflogen ist nur meine.

Das war aber auch eher Fliegen auf Sicht, weil das GPS Signal abgerissen war. Der Strand von Benagil ist eher Nebensache, denn alle wollen nur die Höhle sehen.

Ab hier ist es nicht mehr weit bis zur ausgewählten Unterkunft in Carvoeiro. Aufgrund der Unterbringung der Räder gibt man uns ein Zimmerupgrade, da man keine gesicherte Abstellmöglichkeit hat. Wir bekommen ein 100qm Haus mit Küche, Wohnzimmer, 2 Bädern und 2 Schlafzimmern.

Das ganze Haus ist leider kalt und so heizen wir die Hütte mit den 3 Klimaanlagen ordentlich durch. Um 17 Uhr ist das Wasser weg, eine defekte Leitung an unserem Hotel Komplex lässt keine Dusche zu.

Wir gehen noch zum Strand von Carvoeiro und fangen die letzten Sonnenstrahlen ein.

Es ist 19:15 Uhr hier, in Deutschland 20:15 Uhr und aus den Wasserhähnen kommt immer noch kein Tropfen Wasser.

Von Tavira über Olhao nach Faro 21.01.24

Auf dem Euro Velo 1 ist die Hölle los. Es ist Sonntag und es scheint das Freizeitvergnügen schlechthin zu sein, den Radweg entlang zu brausen. Mit großem Gejohle kommt uns ein Tross Rennradfahrer entgegen und begrüßt uns ausgiebig.

Man muss dazu sagen, wir sind die coolen Radfahrer mit viel Gepäck, wir werden immer gegrüßt, sei es mit coolem runterhängenden Arm wie bei Motorradfahrern im Gegenverkehr oder mit anerkennendem Zunicken. Die TagesRadtouristen sind dagegen nicht so grüssenswert.

Wir fahren über Holzstege, vorbei an Salinen, sehen allerlei Wasservögel und machen bei den ersten Flamingos eine Vollbremsung.

In Fuseta lichten wir den Fischer als Wahrzeichen der Stadt ab und besuchen noch den schönen runden Strand.

Olhao ist unser Mittagsstopp mit dem Dreh und Angelpunkt des Städtchens, der riesigen Markthalle direkt an der Hafenpromenade.

Seepferdchen und Stadtgründer gehören ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten.

„Arraul war der Sohn des einzigen Überlebenden von Atlantis, des Hauptwächters der Herkulessäulen.Eines Tages riss ihn ein Sturm ins Meer, wo er von einem Wal verschluckt wurde.Erstaunlicherweise überlebte er und der Wal brachte ihn in Prainhas an Land – wo heute Olhao steht.“ Inzwischen rostet Arraul vor sich hin und wartet immer noch auf einen Friseurtermin.

Und eh wir uns versehen sind wir wieder in Faro und suchen nach einem geeigneten Hotel für unsere Ebikes, es ist immer etwas schwierig die Fahrräder unterzubringen, daher richten wir uns nach ihnen, wo wir jedes Mal nächtigen. 

Faro erklärt die Zahl Pi fast eindeutig und zum Abgehen…eine ganze Straße nur mit den Zahlen hinterm Komma.

I love Faro ist das Aushängeschild der Stadt und die Buchstaben haben zu jeder Tageszeit ein anderes Flair, kurz vor Sonnenuntergang leuchten sie jedoch am schönsten.

Von Monte Gordo nach Tavira 30 km 20.01.24

Das nennt man wohl Genussradeln. Bei schönstem Sonnenschein, 17 Grad und minimalem Lüftchen begeben wir uns auf die Strecke. Sie ist beliebt bei Wanderern und Radlern, weil es so viel zu sehen gibt.

Der Weg über Holzplanken durch die Dünen ist wunderschön zu fahren und zu genießen.

Und ja richtig gesehen, in einem kleinen Abschnitt gibt es sogar Chamäleons. Ausser, dass die Tiere sich perfekt tarnen können und eine lange klebrige Zunge haben, wusste ich bis heute nicht viel über sie. Nur 3 Jahre werden die Algarve Chamäleons, die wohl übers Meer als lebendes Souvenir mitgebracht wurden. Ein schwangeres Chamäleon wird übrigens direkt gelb. Ich glaube ich befasse mich mal mehr mit den außergewöhnlichen Geschöpfen.

Ein weiterer Sehnsuchtsort liegt auf dem Weg. Auf Grund seiner exponentiellen Lage im Naturschutzgebiet mit einer der schönsten Aussichtspunkte der Algarve. Eh voila…Cacela Velha,

das 40 Seelen Museumsdorf prangt oberhalb des Ria Formosa und seinen Muschelfeldern und ist einzigartig, geschützt, unverbaubar und gehört einfach zu den Sehenswürdigkeiten der Küste.

Auf der Weiterfahrt wird es saftig grün, gelb gesprenkelt, salzig und palmisch, eine schöne Farbenkulisse.

Die kleine Lagunenlandschaft mit Salzgewinnung bietet sich förmlich für einen Drohnenflug an. Als ich Dröhnchen nach ihrem Einsatz wieder im Koffer verstaut habe, hält der Fernpilot mit Frau und Bernersennenhund ein paar Meter weiter an und packt seine eigene Drohne aus. Der Rentner aus Xanten ist noch in der Ausbildung und die Drohne bleibt auf dem Dach des Hundewagenanhängers unbeeindruckt hocken. Es gibt Nachhilfe von mir und so starten wir sie doch noch. Die Drohne fliegt ein bisschen besoffen durch die Landschaft und soll nach wildem hin und her wieder auf dem Lehmboden landen. Ich greife ein und lande sie sanft auf der Hand meines Drohnen-Azubis. Marcus schaut sich das Drohnenspielchen aus geraumer Entfernung an ist schon kurz davor mit den Aliens mitzufliegen vor Langeweile.

Bis Tavira schaffen wir es noch und lassen die Räder am Hotel stehen und erkunden die Thunfisch Hauptstadt zu Fuß.

Tavira ist gerade die reinste Baustelle, Park gesperrt, Markthalle gesperrt und Schildkrötenbrunnen gesperrt, die Stadt scheint sich neu rauszuputzen für die Frühlingstouristen.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen wir am Rio Gilao.